Stephen Hawking hatte eine extreme Theorie über schwarze Löcher - und jetzt haben wir vielleicht den Beweis für seine Vermutung

Kurz nach Geburt gebar unser Universum wohl selbst direkt winzige Giganten. Jetzt haben wir einen ihrer Todesschreie vernommen. Und wer hats vorhergesagt? Stephen Hawking.

Physiker-Legende Hawking: Schwarze Löcher waren eines seiner Kernthemen (Symbolbild; Quelle: Wikimedia Commons - John Cairns, Adobe Stock - James Thew) Physiker-Legende Hawking: Schwarze Löcher waren eines seiner Kernthemen (Symbolbild; Quelle: Wikimedia Commons - John Cairns, Adobe Stock - James Thew)

Auf Stephen Hawkings Grab ist eine Formel eingraviert. Sie soll berechnen, wann ein schwarzes Loch in einer Explosion vergeht – ein Beweis galt für uns aber als nicht greifbar.

Jetzt kommt es womöglich doch anders und wir haben wir ein Indiz dafür gefunden, dass Hawking Recht haben könnte. Der Star der Show: Das energiereichste Neutrino, dass wir jemals gemessen haben.

Das könnte nicht wie bisher vermutet von einer Supernova oder einem aktiv fusionierenden Stern stammen, sondern geradewegs aus dem Todesmoment eines schwarzen Loches – so zumindest die Theorie einer neuen Studie von zwei Forschern der renommierten Cornell University aus New York.

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Die ältesten Objekte im Universum

Wie Hawking errechnete, verlieren selbst die kleinsten schwarzen Löcher über Billionen Jahre so viel Masse, dass sie irgendwann an einen kritischen Punkt gelangen und explodieren. Je weniger Masse die Singularität hat, desto schneller verdampft sie durch die sogenannte Hawking-Strahlung.

Der Beweis für die Theorie blieb bisher aber aus, denn: Das Universum ist nach unseren Berechnungen nur rund 14 Milliarden Jahre alt – viel zu jung also, um auch nur das Ende des leichtesten schwarzen Loches zu erleben.

Schwarze Löcher, kleiner als ein Reiskorn

Warum sehen die Forscher das eingangs erwähnte Neutrino dann als Indiz für Hawkings Theorie an?

Auftritt primordiale schwarze Löcher: Dabei könnte es sich um winzige schwarze Löcher handeln, nicht größer als der Kopf einer Stecknadel. Entstanden wären sie kurz nach dem Urknall, in einem noch extrem eng gepackten Universum. Ihre Masse entspräche etwa der von einem Asteroiden.

Wir erinnern uns: Je weniger Masse, desto kürzer soll die Lebensspanne eines schwarzen Lochs nach Hawking ausfallen.

Solch ein auch PBH (Primordial Black Hole) hätte inzwischen das Alter erreicht, um nach Hawkings Theorie zu vergehen – mit einem lautlosen Knall im Kosmos. Daher könnte dann das Rekordneutrino fortgeschleudert worden sein.

Wenn dem so ist, sollten wir es innerhalb der nächsten Jahre sicher wissen: Denn weitere Funde solcher Neutrinos könnten die Theorie des britischen Genies Hawking untermauern. Aktuell sind nämlich mehrere neue Anlagen zum Auffinden von Neutrinos im Bau. Wenn ihr mehr dazu wissen möchtet, schaut gerne in den oben verlinkten Artikel.

Stephen Hawking wird den möglichen Beweis seiner Theorie aber leider nicht mehr erleben. Der Astrophysiker verstarb 2018 und liegt heute neben britischen Königinnen und Königen sowie bekannten Dichtern und Denkern in der Westminster Abbey. Passend platziert ruht Hawkings Asche neben der von Sir Isaac Newton.

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