Der T-Rex seiner Zeit: Vor 265 Millionen Jahren sorgte das »knorrige Biest« für Angst und Schrecken

Urzeitmonster vor 265 Millionen Jahren: Lange, bevor Dinosaurier die Welt beherrschten, wütete diese Kreatur

Diese Rekonstruktion zeigt, die das Urzeitvieh ausgesehen hat. (Bild-Quelle: Márcio Castro) Diese Rekonstruktion zeigt, die das Urzeitvieh ausgesehen hat. (Bild-Quelle: Márcio Castro)

Wissenschaftler aus Brasilien haben eine jetzt ein furchterregendes Urzeitmonster entdeckt, das lange vor den Dinosauriern gelebt hat.

Die neue Studie wurde im Zoological Journal of the Linnean Society veröffentlicht. Das internationale Forscherteam entdeckte das gut erhaltene Fossil in der Gemeinde São Gabriel in der Gemeinde Rio Grande de Sul im südlichen Brasilien.

Doch warum ist dieser Fund so unfassbar beeindruckend?

Das Schreckensmonster aus der Urzeit

Der Fund ist auch deswegen beeindruckend, weil dermaßen weit in der Naturgeschichte zurückreichende Funde häufig sehr kleinteilig sind. Sprich: Der Großteil des Fossils ist zerstört, muss von den Wissenschaftlern aufwendig rekonstruiert werden.

Dieser neue Fund jedoch beeindruckt mit einem vollständig erhaltenem Schädel und einigen Rippen und Armknochen.

Mateus A. Costa Santos, einer der Studienautoren, sagt zu dem Fund:

»Das Fossil wurde in Gesteinen des mittleren Perms gefunden. Die Entdeckung stammt aus einem Gebiet, indem Fossilienfunde nicht so häufig vorkommen. Trotzdem überrascht uns das Gebiet immer wieder mit überraschenden Funden.«

Die Wissenschaftler bezeichnen ihren Fund als »knorrig aussehendes Biest«. Genauer wird die gefundene Art im Fachjargon als »Pampaphoneus biccai« bezeichnet.

Im Bild: Der Schädel-Fund. (Bild-Quelle: Felipe Pinheiro) Im Bild: Der Schädel-Fund. (Bild-Quelle: Felipe Pinheiro)

Das Geschöpf gehörte zu einer Gruppe von Tieren, die auf den ersten Blick an Dinosaurier erinnern, aber tatsächlich eher mit unseren heutigen Säugetieren verwandt sind. Die Therapsiden beispielsweise sind, obwohl sie in ihrer Anmutung an Dinosaurier erinnern, unsere Vorfahren - und nicht die von Sauriern.

Dieser Fund kennzeichnet übrigens erst den zweiten Pampaphoneus-Schädel, der jemals in Südamerika entdeckt wurde. Der neue Schädel ist mit einer Länge von fast 40 Zentimetern auch größer als der erste.

Ein dritter, noch nicht weiter identifizierter Fund könnte einen dritten Pampaphoneus-Schädel darstellen. Dieser könnte sogar eine Länge von über 80 Zentimetern aufweisen.

Einige dieser Tiere erreichten eine Körperlänge von mehr als sieben Metern. Von Schnauze bis zur Schwanzspitze waren einige dieser Kreaturen also länger als ein durchschnittlicher PKW.

Die eigentliche Ausgrabung wurde bereits im Jahr 2019 durchgeführt. (Bild-Quelle: Felipe Pinheiro) Die eigentliche Ausgrabung wurde bereits im Jahr 2019 durchgeführt. (Bild-Quelle: Felipe Pinheiro)

Wie sieht dieses steinzeitliche Raubtier nun aus?

Und wie sah Pampaphoneus biccai jetzt eigentlich aus? Auf die Frage kennt Felipe Pinheiro die Antwort. Der Wissenschaftler sagt:

»Pampaphoneus spielte die gleiche ökologische Rolle wie moderne Großkatzen. [...] Es war das größte, auf dem Land jagendes Raubtier, das wir aus dem Perm in Südamerika kennen. Das Tier hatte große, scharfe Eckzähne, geeignet für den Beutefang. Sein Gebiss und seine Schädelarchitektur lassen einen Biss vermuten, der stark genug war, um Knochen zu kauen. Ähnlich wie bei unseren heutigen Hyänen.«

Als Tiere wie Pampaphoneus die Erde beherrschten, waren all unsere Kontinente noch im Superkontinent Pangäa miteinander verschmolzen. Polkappen und Wüsten begrenzten die Ausbreitung der Pflanzenwelt. Aber wo Pflanzen wuchsen, dort breiteten sich amphibische Tetrapoden und Reptilien aus. In den Ozeanen wimmelte es von Fischen und wirbellosen Lebewesen.

Im späten Perm, in einem sich über 15 Millionen Jahre erstreckenden Zeitraum, starb Pampaphoneus aus. Bei diesem größten Massensterben unserer Naturgeschichte starben 90 Prozent der Arten aus. Grund für das Massensterben war eine globale Erwärmung, welche den Tieren die Luft zum Atmen nahm.

Übrigens: Vor 65 Millionen Jahren: So hätte Google Maps bei den Dinosauriern ausgesehen

Beeindrucken euch, was der Boden unter unseren Füßen aus den frühen Tagen unsere Planeten zutage fördert? Glaubt ihr, wissenschaftliche Erkenntnisse aus von vor Jahrmillionen können für die Zukunft der Unternehmung Menschheit förderlich sein? Oder denkt ihr immer nur bis zur nächsten Mahlzeit? Schreibt uns eure Meinung dazu gerne in die Kommentare.

zu den Kommentaren (8)

Kommentare(8)
Kommentar-Regeln von GameStar
Bitte lies unsere Kommentar-Regeln, bevor Du einen Kommentar verfasst.

Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.