Die Telekom hat ein Glasfaser-Problem: Über 80 Prozent der verlegten Kabel wird nicht genutzt – und das kostet

Millionen Haushalten haben Zugang zu Glasfaser, doch die wenigsten buchen einen entsprechenden Tarif.

Etwa die Hälfte aller Glasfaserverbindungen in Deutschland stellt die Deutsche Telekom zur Verfügung. (Bildquelle: EKH-Picturesadobe.stock.com) Etwa die Hälfte aller Glasfaserverbindungen in Deutschland stellt die Deutsche Telekom zur Verfügung. (Bildquelle: EKH-Pictures/adobe.stock.com)

Deutschland, dein Internet. Die gemeinsame Geschichte des Lands und dem Glasfaserausbau ist voller Wendungen – und eine neue kommt jetzt hinzu.

Die Deutsche Telekom gab jetzt bekannt, dass der Glasfaserausbau zwar voranginge, aber nur wenige Menschen einen entsprechenden Vertrag buchen. Das steht im Finanzbericht des Unternehmens zum dritten Quartal.

Darum ist das wichtig: Glasfaser gilt als die schnellste und zuverlässigste Internetverbindung. Durch Versäumnisse in Wirtschaft und Politik hinkt Deutschland seit Jahren beim Glasfaserausbau hinterher.

Im Detail: Im Bericht der Deutschen Telekom nennt das Unternehmen einige Zahlen.

  • Glasfaserkabel ist in Deutschland an 11,8 Millionen Standorten verfügbar. Dazu zählen Privathaushalte, Firmen und Behörden.
  • Damit haben 2,5 Millionen mehr Standorte Zugriff auf das schnelle und stabile Internet als im Jahr zuvor.
  • Allerdings nutzen lediglich 16,1 Prozent das Angebot tatsächlich und steigen auf ein entsprechendes Angebot um.
  • Das entspricht 1,5 Prozent mehr als im Vorjahr. Zufrieden ist die Deutsche Telekom damit jedoch nicht.

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Darum nutzen Menschen das Angebot nicht

Die Deutsche Telekom glaubt zwar, dass Glasfaser die beste Technologie sei, aber die Monetarisierung schreite zu langsam voran. Die Gründe für die Nichtnutzung sind vielfältig.

  • Viele Kunden steigen nicht um, da sie mit ihrem Tarif zufrieden sind.
  • Manchen fehlen Informationen zur Technologie und kennen den Mehrwert nicht.
  • Hohe Kosten

Die Zurückhaltung der Bürger ist nur eine Seite der Medaille.

Es werden zwar Miethäuser mit Glasfaser versorgt, doch die Kabel reichen teilweise nicht bis in die Wohnungen. Damit ist der Anschluss in der Straße gar nicht nutzbar. Gerade bei großen Vermietern und Gesellschaften sieht die Deutsche Telekom allerdings diese in der Verantwortung.

Heise schreibt, dass gemäß dem Branchenverband VATM gegen Ende des Jahres etwa 25 Millionen Standorte in Deutschland Zugang zu Glasfaserinternet haben sollen. Rund die Hälfte stellt die Telekom bereit.

Laut einer Schätzung setzen die meisten deutschen Haushalte im Hinblick auf das Internet auch heute noch auf Telefonleitungen (VDSL). Diese bieten eine deutlich geringere Geschwindigkeit. Internet über Fernsehkabel sei zwar schnell, aber schwankungsanfällig.

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