Hitze, der ständige Begleiter weiter Teile Europas im Sommer 2026 – mit großen Problemen für die Schifffahrt und sogar Atomkraftwerke. Doch obschon etliche Rekorde purzeln, bleibt der Großteil Europas von globalen Extremmarken verschont.
Wir nehmen euch mit auf eine Reise um den Globus, auf der ihr erfahrt, wo das Thermometer am höchsten klettert – am Ende unternehmen wir sogar noch einen Abstecher in die Vergangenheit.
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NASA-Video aus dem Jahr 2009: Wie der Klimawandel die Ozeane beeinflusst
Globale Temperaturrekorde
Wichtig vorab ist zu verstehen, über was für eine Art Rekorde wir hier sprechen. Denn messen lässt sich viel, aber uns interessiert an dieser Stelle nur jeweils eine Bestmarke: Die höchste gemessene Lufttemperatur – klingt simpel, aber das täuscht.
Daneben existieren nämlich etliche weitere Bestmarken, zum Beispiel Wasser- oder Bodentemperaturen oder auch Durchschnittswerte über längere Zeiträume. Alle jetzt gleich folgenden Rekorde sind singuläre Ereignisse, die den Standards der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) genügen.
Es folgen die Hitzerekorde nach Weltteilen sowie für Deutschland (via WMO):
- Europa: 48,8 °C in Floridia bei Syrakus auf der Halbinsel Sizilien (Italien) am 11. August 2021.
- Deutschland: 41,8 °C in Möckern-Drewitz (Sachsen-Anhalt) gemessen am 27. Juni 2026
- Nordamerika: 56,7 °C beim Furnace Creek Death Valley in Kalifornien, USA am 10. Juli 1913 – gleichzeitig Weltrekord für die Nordhalbkugel und die gesamte Erde.
- Grönland: 30,1 °C in Ivittuut
- Afrika: 55,0 °C in Kebili (Tunesien) am 7. Juli 1931
- Asien: 53,9 °C in Mitribah (Kuwait) am 21. Juli 2016
- Südamerika: 48,9 °C in Rivadavia, Salta-Provinz in Argentinien am 11. Dezember 1905
- Ozeanien/Australien: 50,7 °C in Oodnadatta (Australien) am 2. Januar 1960
- Antarktis (nördlich vom 60 Grad südlicher Breite): 18,3 °C an der Esperanza-Station (Argentinien) auf der Antarktische Halbinsel am 6. Februar 2020
- Antarktis (südlich vom 60 Grad südlicher Breite): 19,8 °C auf der Signy-Insel (Südorkney-Inseln, britische Forschungsstation) am 30. Januar 1982
Übrigens: Wenn wir nach der höchsten gemessenen Bodentemperatur suchen, finden wir diese in der Dasht-e Loot-Wüste im Iran: 80,8 Grad Celsius. Die Messung erfolgte per Satellit, genauer durch Analyse der abgestrahlten Infrarotstrahlung. Ähnlich stark erhitzt sich der Boden derweil auch in der mexikanischen Sonora-Wüste, im Nordwesten des Landes.
So messen wir korrekt Temperaturen
Die WMO schreibt Regeln vor, nach denen Temperaturen zu messen sind, wenn sie als gültig gelten sollen. Gültig sind sie demnach nur, wenn all das erfüllt ist:
- Lufttemperatur wird zwei Meter über dem Boden gemessen.
- Untergrund: kurzer Gras oder anderer natürlicher Bodenbewuchs, niemals Asphalt, Beton oder Sand. Letztere sorgen für eine zusätzliche Aufheizung der Umgebung. Wir sprechen in dem Fall von Bodenoberflächen- oder Umgebungshitze.
- Offizielle Wetterstationen müssen Mindestabstände einhalten:
- zu Gebäuden, Bäumen, versiegelten Flächen (Asphalt, Beton)
- zu künstlichen Wärmequellen (Klimaanlagen, Straßen, Parkplätze)
- das kalibrierte Thermometer steht in einer weiß lackierten, gut belüfteten Schutzhütte mit Lamellenwänden. Dies schützt vor
- Niederschlag und direkter Sonneneinstrahlung und die Lamellen sorgen für freie Luftzirkulation
Für anerkannte Rekorde muss der Sensor kalibriert sein und dies dokumentiert sowie rückführbar sein. Aus allen oben gerafft zusammengefassten Gründen befinden sich die meisten Messstationen auf offenem Gelände – meist sogar auf Wiesenflächen.
Ehe die WMO einen neuen Rekord schwarz auf weiß niederschreibt, prüft ein Expertengremium alles Obige sowie weitere Punkte systematisch nach. Kein offizieller Rekord, aber verdammt kalt und quasi vor der Haustür unseres Autors erstreckte sich der einst der kälteste Punkt des Universums.
Vermuteter Hitzerekord der Erdgeschichte
Obig haben wir die Höchsttemperaturen aus unserer Zeit dargestellt – es bleibt die Frage: War es in der Vergangenheit seit Ausformung der Erde mal heißer? Zur Beantwortung weichen wir von den obigen Standards ab. Denn natürlich kann niemand mit dem Thermometer durch die Landschaften der Urgeschichte streifen.
Aber wir können dank chemischer Marker, wie dem Verhältnis bestimmter Isotopen von Sauerstoff, Rückschlüsse auf Durchschnittstemperaturen ziehen. Wenn wir so vorgehen, führt uns unsere Suche an die Perm-Trias-Grenze vor etwa 250 Millionen Jahren – kurz vor dem Auftreten der ersten Dinosaurier.
Hier vermuten Forscher eine durchschnittliche Temperatur in einer damaligen Wüste von zwischen 35 und 40 Grad Celsius. Nehmen wir diesen Wert und addieren spekulativ die heutzutage typische Spanne, die in Extremfällen zwischen Mittel und Höchstwert liegt, erscheinen 55–65 Grad Celsius als plausibel. Die durch Daten nachweisbaren Meerestemperaturen am Äquator der Zeit stützen das: damals zwischen 38 und 40, heute etwa 25 bis 31 Grad Celsius (via science).
Weiter erhärtet wird dieses Gedankenexperiment durch einen Blick auf die globalen Durchschnittstemperaturen. Vor 250 Millionen Jahren lag sie nach aktuellen Daten bei 27,9 Grad Celsius. Vor der Industrialisierung standen wir bei ca. 14 und heute aufgrund des menschengemachten Klimawandels bei etwa 15 Grad Celsius.

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