Leute, ganz ehrlich: Wenn man Soundbars testet, dann haut einen so schnell nichts aus den Socken. Auspacken, anschließen, probehören. WiiM hat mit seit langem mal wieder einen Wow-Erlebnis geschenkt.
Selten hatte eine Soundbar für mich so viel Charakter, gewonnen durch den Einrichtungsprozess. Umso mehr schmerzt es mich, dass die WiiM Bar erst so richtig mit den Muckis flext, wenn man sie mit dem Subwoofer verbindet – der teurer als die Soundbar selbst ist
Lasst mich euch eine hervorragende Soundbar vorstellen, die sich aber erst mit dem nötigen Investment richtig lohnt.
WiiM Bar: Auspacken und Einrichten
Es gibt eigentlich kaum eine Gerätekategorie, die leichter anzuschließen ist, als eine Soundbar. Stromkabel an den Riegel, Soundbar per HDMI an den TV und fertig ist die Laube.
Bei der WiiM Bar müsst ihr ein wenig Zeit mitbringen – und das ist gut so.
Die Einrichtung läuft über die App, die ihr zuerst auf euer Handy herunterladen müsst. Das Spiel ist allerdings ein Klacks.
- Die WiiM Bar verbindet ihr mit eurem WLAN.
- Es wird mithilfe eures Handymikrofon eine Einmessung vorgenommen.
- Danach wählt ihr ein »Watchface« fürs Display aus
- Fertig.
Gerade weil die Einrichtung so simpel und gut von der Hand geht, war ich von der WiiM Bar angetan, noch bevor ich sie gehört habe. Ich habe eine Verbindung hergestellt und das kann ich wirklich von den allerwenigsten Testgeräten sagen.
Schlussendlich steht die Soundbar wahnsinnig gut da. Bei der Verarbeitung bleibt WiiM zwar »nur« bei Kunststoff, optisch macht die WiiM Bar aber echt was her.
- Das Display ist hübsch und lenkt nicht ab. Es zeigt die Uhrzeit an oder wahlweise Albumcover des aktuellen Songs sowie Einstellungen.
- Durch die Erhebung am Chassis sieht es wie ein Auge aus.
- Am Gehäuse findet sich kein Schnickschnack.
Es ist schwer, einen schwarzen Riegel als Hingucker zu designen, aber WiiM ist das mit seiner Debüt-Soundbar gelungen. Obacht, mit 106 Zentimetern ist das Gerät recht breit. Ich sehe darin einen Vorteil, aber es braucht eben auch Platz.
Hervorheben will ich außerdem die wahnsinnige Vielseitigkeit des Geräts hinsichtlich Streaming und Bedienung.
WiiM ist bekannt für Hi-Res-Audio-Streamer, Streaming-Verstärker und Multiroom-Komponenten. Dementsprechend können sie beim Streaming ihr Blatt voll ausreizen – und das merkt man.
- Die WiiM Bar lässt sich klassisch über HDMI eARC, Toslink oder Line-in anschließen.
- Hinzu kommen Bluetooth und WLAN sowie ein LAN direkt über die Soundbar
- Streaming-Dienste lassen sich direkt über die Soundbar abspielen, von Spotify und Tidal bis hin zu Qobuz ist für jeden etwas dabei.
Auch die Bedienung lässt kein Auge trocken. Gebt euch die wahnsinnig vielen Möglichkeiten, die Soundbar zu steuern.
- Touchsteuerung am Chassis selbst
- Touchsteuerung über das Display
- Mitgelieferte Fernbedienung
- Über die App am Handy
Zum Abschluss noch ein paar Worte zur App.
Am liebsten würde ich die Software für alle Audiogeräte verwenden können. Die Möglichkeiten sind gefühlt endlos.
- Diverse Geräte lassen sich in Gruppen für Multiroom zusammenfassen oder jeweils einzeln bespielen.
- Ihr könnt jederzeit eine Raumeinmessung starten (die bereits bei der Einrichtung vorgenommen wird).
- Wer mag, darf am Equalizer rumspielen und feintunen.
- Über verschiedene Streaming-Apps könnt ihr nicht nur die Soundbar direkt bespielen, sondern eigene Playlists anlegen und auch aus allen bedienen.
- Und und und …
WiiM Bar: So klingt sie
Ihr werdet gleich in gewohnter Manier lesen, wie die Soundbar klingt und ob sie mir gefallen hat. Ich habe die WiiM Bar zusammen mit und ohne Subwoofer getestet. Ihr bekommt die Klangstange solo, aber der Subwoofer ist meiner Meinung nach fast unabdingbar.
Die Krux ist: Der Sub kostet mehr als die Soundbar selbst.
Dementsprechend bekommt ihr jetzt meinen Eindruck und danach, in einer zusätzlichen Sektion, noch ein paar Worte zum Tieftöner.
Was beim Ton sofort auffällt: Die WiiM Bar hat einen sehr natürlichen und klaren Klang. Das fällt sowohl bei Musik als auch bei Filmen ins Gewicht.
Überhaupt ist die Soundbar sehr mittenbetont. Das bedeutet, dass sie eine hohe Verständlichkeit von Dialogen liefert. Sprich, unterhalten sich in einem Film zwei Charaktere an einer viel befahrenen Straße, differenziert sich das Gesprochene sehr gut vom Lärm.
Bei Filmen fällt aber sofort auf, wo der Hase im Pfeffer liegt. Durch ihre Größe kann die WiiM Bar zwar Geräusche ganz gut räumlich verorten, allerdings ist die Klangbühne sehr begrenzt. Auch der Bass ist ein wenig schwach auf der Brust. Ausgezeichnet hört man das bei den umherdüsenden Jets in Top Gun: Maverick.
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Für Filme und Serien ist die WiiM Bar damit ein solider Ausgangspunkt, aber eben nicht die Kür. Dazu braucht es schlichtweg eine breitere Aufstellung, bestenfalls bestehend aus Subwoofer und mindestens zwei Satelliten.
Bei Musik zeichnet sich ein ähnliches Bild, wobei sich hier offenbart, dass unter der Haube echt Qualität steckt, die man herauslocken muss.
Ja, die Mitten stechen hervor und die Klangbühne ist noch so breit, aber qualitativ kommt da echt was aus’m Kasten. Bläser, Bass, Gesang/Rap, Schlagzeug und Snares kommen bei Krois »SPIN« verdammt gut ans Ohr. Es fehlt halt der Punch.
Link zum Spotify-Inhalt
Poppige Songs bekommt die Soundbar tatsächlich auch aus dem Stand ziemlich gut gebacken. Franz Ferdinands »This fffire« (Spotify) oder Daft Punks »Get Lucky« (Spotify) tönen richtig versiert.
Jetzt spielen wir das Spiel noch mal mit dem Subwoofer.
WiiM Bar: der Subwoofer
16 Kilogramm. 16 verdammte Kilogramm. So viel wiegt der Sub. Der Oschi kostet 530 Euro. Die spürt, sieht und hört man auch.
Der Tieftöner selbst mag ein richtiger Brocken sein, aber er spielt unglaublich nuanciert auf. Der Bass geht selbst in den tiefsten Frequenzen ohne Flattern ans Ohr. Bockstark. Zum Gerät selbst gibt es nicht viel zu sagen, drum hüpfen wir gleich zum Eingemachten.
Mit angeschlossenen Subwoofer zeichnet sich ein völlig neues Bild.
Actionszenen sind viel geschmackiger, weil der Bass dem Gehörten eine neue Dimension hinzufügt. Das Dröhnen der Ornithopter in Dune vibriert richtig im Brustkasten. Davon hatten sogar meine Nachbarn etwas.
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Krass ist, dass der Oschi die klaren Mitten der Soundbar nicht übertüncht. Er spielt so feinfühlig auf, dass die tiefen Töne schön im Hintergrund bleiben, wenn sie dort sein sollen – und ordentlich schallern, wenn’s auf dem TV explodiert.
Spätestens bei Musik fällt dann auch die breitere Klangbühne auf. Es drängt sich nicht mehr alles durch die Kanäle der Soundbar, sondern verteilt sich besser.
Auch wenn Richard Wagners »Ritt der Walküren« noch zu heftig für die Soundbar-Sub-Kombo ist, merkt man sofort, wie viel mehr wahrnehmbare Variabilität ins Spiel kommt.
Die Musik klingt luftiger. Offener. Das hebt den natürlichen Klang nochmal auf eine neue Ebene.
Link zum Spotify-Inhalt
Da ist die Satelliten in meiner Startaufstellung nicht zur Hand hatte, kann ich nur vermuten, wie viel besser die Soundqualität sein könnte, wenn man zwei Rear-Speaker anschließt. Dann könnte sich das WiiM-Setup als echtes Wunder entpuppen, wenn der Subwoofer allein so viel aus der Soundbar herausholt.
So habe ich getestet
Die WiiM Bar samt dem WiiM Sub Pro stand rund drei Wochen bei mir im Wohnzimmer. Ich habe Filme und Serien gesehen, Musik gehört und Spiele gespielt.
Spezifikationen
WiiM Bar
- Kanalkonfiguration: 3.0.2, erweiterbar auf 5.1.2
- Systemleistung: 135 Watt
- Lautsprecherbestückung: 3 x 110 x 52 mm Tiefmitteltöner, 3 x 52 x 52 mm Hochtöner, 2 x 52 mm nach oben gerichtete Breitbandtreiber
- Passivmembranen: 4 x 115 x 50 mm
- Audioformate: Dolby Atmos, Dolby TrueHD, Dolby Digital Plus, Dolby Digital (AC3), DTS, DTS:X, LPCM
- Anschlüsse: HDMI eARC, optischer Eingang (Toslink), analoger Line-In (Cinch), USB
- WLAN: Wi-Fi 6E (2,4 / 5 / 6 GHz)
- Bluetooth: 5.4, LE Audio per Software-Update
- Streaming: Google Cast, Spotify Connect, Tidal Connect, Qobuz Connect, Amazon Music Cast, DLNA/UPnP, Roon
- Display: 2,1-Zoll-Farb-LCD-Touchscreen
- Bedienung: WiiM Home App, Fernbedienung, Sprachsteuerung
- Abmessungen (B x H x T): 106 x 7,4 x 10,5 cm
- Gewicht: 5 kg
WiiM Sub Pro
- Bauart: Aktiver Subwoofer
- Verstärkerleistung: 250 Watt
- Tieftöner: 8 Zoll (20,3 cm)
- Frequenzbereich: 25–200 Hz (±3 dB ab 30 Hz laut Hersteller)
- Maximaler Schalldruck: 104 dB SPL (1 W / 1 m)
- Anschlüsse: Mono-Cinch-Eingang (RCA)
- WLAN: Wi-Fi 6E
- Bluetooth: 5.3
- LAN: Ethernet (10/100 Mbit/s)
- Einstellmöglichkeiten: Übergangsfrequenz (Crossover), Pegel, Phase und Latenz
- Abmessungen (B x H x T): 39,9 x 30,1 x 32,2 cm
- Gewicht: 16 kg
Preis und Verfügbarkeit
Die WiiM Bar kostet 499 Euro, der WiiM Sub Pro berappt 529 Euro. Ein Pärchen WiiM Sound Lite Twin Pack verlangt 499 Euro.
Die WiiM Bar ist für euch, wenn …
- … ihr eine Soundbar möchtet, die sich spielend leicht in ein ganzes Sytsem erweitern lässt.
- … ihr vor dem Kauf eines teuren (aber hervorragenden) Subwoofers (und Satelliten) nicht zurückschreckt.
- … ihr Multiroom-Audio sucht, das sich bis ins Detail feintunen lässt.
Mögliche Alternativen zur WiiM Bar:
- Samsung HW-Q810GF: Hier bekommt ihr Soundbar und einen erstklassigen Subwoofer für 450 Euro. Der Heimkino-Sound ist sehr dynamisch, die Klangbühne schön breit. Allerdings steht Samsungs Alternative musikalisch nicht so gut da.
- Sharp Q HT-SBW55121: Auch das ist eine Soundbar-Sub-Kombo, die mich mit ihrem Surroundsound begeistert hat. Die hohe Pegelfestigkeit ist ein Plus im Heimkino. Dafür ist sie nicht so multifunktional einsetzbar wie die WiiM Bar. Preis: 450 Euro.
Die WiiM Bar besitzt prinzipiell alles, was eine Vorreiter-Soundbar haben muss, um mit der Konkurrenz den Boden aufzuwischen. Allen voran sind da die himmelvielen Streaming-Möglichkeiten, die flexible Bedienbarkeit und das granulare Feintuning.
Beim Klang hört man einfach, dass da Qualität drinsteckt, aber ganz offensichtlich wurde die Klangstange als Center konzipiert – und das soll kein Vorwurf sein. Im Gegenteil: Wenn man ein Heimkino-Set um eine Soundbar herum aufbauen möchte, dann ist die WiiM Bar der richtige Weg. Als Stand-alone-Soundbar allerdings gibt es bessere Alternativen.
Wenn ihr aber das nötige Budget für das ganze Konvolut habt – rund 1.530 Euro –, dann habt ihr einen Brecher im Wohnzimmer, mit dem ihr garantiert auf Jahre, wenn nicht Jahrzehnte, zufrieden sein werdet.

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