Klapper. Klapper. Klapper. Hört ihr das auch? Nein, das ist nicht der Chatterer. Das sind 93 Prozent der Steam-Spieler, die schon ihre Zähne blecken. Ich weiß, ich wage mich mit meiner Kritik auf ganz dünnes Eis. Bevor ihr aber die Hakenketten nach mir werft, lasst mich eines sofort klarstellen: Hellraiser Revival ist eine fantastische Filmadaption!
Die Entwickler fangen die morbide Mischung aus Schmerz und Lust so schonungslos blutig ein, dass ich eigentlich gar nicht so genau hinschauen möchte. Auch Pinhead und seine Zenobiten-Gang jagen mir einen Schauer nach dem nächsten über den Rücken.
Doch wir müssen eben auch über das sprechen, was unter dieser schaurig-schönen Haube steckt. Denn abseits der starken Lizenz und der zahlreichen Schockmomente fehlt dem Horrortrip ausgerechnet beim Spieldesign jeglicher Mumm.
Triggerwarnung: Wir nutzen für den Test bewusst unzensierte Screenshots aus Hellraiser: Revial, um die Punkte aus dem Text besser zu unterstreichen und das Spiel redaktionell so darzustellen, wie es ist, ohne dessen Inhalte zu zelebrieren. Auch Beschreibung und Einordnung des Spiels im Test werden wir entsprechend explizit. Hellraiser: Revival hat eine USK18-Einstufung bekommen, und das aus guten Gründen. Ihr solltet deshalb nur weiterlesen, wenn ihr erwachsen seid und weder mit expliziter Gewaltdarstellung und Gore ein Problem habt, noch mit der sehr deutlichen Darstellung von und Thematisierung von sexuellen Fetischen.
Das reinste Blutfest
Hellraiser Revival beginnt, wie jede gute Hellraiser-Geschichte: mit einem Würfel. Das Paar Aidan und Sunny öffnet die sogenannte Genesis-Konfiguration bei ihrem hitzigen Liebesspiel. Die Zenobiten erscheinen im Schlafzimmer, bieten Sunny grenzenlose Ekstase an – und ohne zu zögern geht sie den Deal mit den sadistischen Höllenpriestern ein. Vor unseren Augen wird Sunny bei lebendigem Leib auf Haken aufgespannt, gehäutet und in die Hölle gezerrt. Jap, das hier ist Hellraiser durch und durch.
Wie ein moderner Orpheus stürzt sich Aidan also in das Labyrinth der Zenobiten, um seine geliebte Sunny zurückzuholen. Auf seiner Suche gerät er ins Fadenkreuz eines sadistischen Kults, der dem Gott Leviathan huldigt. Falls ihr noch nicht so tief in der Hellraiser-Lore drin seid: Das ist der Oberboss der Hölle und der Erschaffer der Zenobiten. Viel mehr möchte ich euch zur Story gar nicht verraten. Als das Spiel nach ein paar Spielstunden endlich seinen roten Story-Faden findet, wartet hier nämlich ein ziemlicher Aha-Moment auf mich.
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