Millionen Menschen kennen seine Musik, seine Songs laufen im Radio rauf und runter und seine Konzerte füllen ganze Stadien. Doch wenn The Weeknd gerade nicht auf der Bühne steht, verbringt er seine Freizeit offenbar am liebsten mit einem Controller in der Hand.
Und damit meinen wir nicht, dass der 36-jährige Kanadier gelegentlich mal eine Runde FIFA oder Call of Duty spielt. Nein, nein, Abel Tesfaye, so sein bürgerlicher Name, ist ein waschechter Gaming-Nerd, der für japanische Rollenspiele schwärmt, obskure Indie-Games entdeckt und mittlerweile sogar regelmäßig bei seinen Lieblingsentwicklern vorbeischaut.
The Weeknd trifft seine Gaming-Helden
Am 6. Oktober 2026 besuchte der Sänger das südkoreanische Entwicklerstudio Shift Up, das durch das Actionspiel Stellar Blade bekannt geworden ist. Dort ließ er sich nicht nur die Büroräume zeigen, sondern durfte sogar das noch kommende Projekt Stellar Blade: Blood Rain ausprobieren. Anschließend nahm er sich Zeit für Fotos und Autogramme mit den Mitarbeitern.
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Für The Weeknd ist so ein Abstecher aber längst nichts Ungewöhnliches mehr. Allein in diesem Jahr hat er eine beachtliche Liste prominenter Entwicklerstudios abgeklappert:
- Im Februar besuchte er die japanische Firmenzentrale von Sega, spielte unter anderem Sonic Racing: CrossWorlds und ließ sich Archivmaterial zum Klassiker Michael Jackson's Moonwalker zeigen.
- Bei Capcom durfte er Resident Evil Requiem bereits vor dessen Veröffentlichung ausprobieren und legte außerdem eine Runde Street Fighter ein.
- Im Juni verriet er, dass er bei Atlus bereits eine frühe Version von Persona 4 Revival gespielt und sogar einen exklusiven Einblick in Persona 6 bekommen hatte.
Doch der vielleicht größte Höhepunkt seiner Gaming-Reise fand im Mai statt. Da traf sich The Weeknd mit gleich zwei absoluten Legenden der Branche zum Abendessen: Hidetaka Miyazaki, dem Schöpfer von Dark Souls und Elden Ring, sowie Yoko Taro, dem kreativen Kopf hinter NieR: Automata.
Die entsprechenden Fotos veröffentlichte er auf seinem zweiten Instagram-Account gene.hackerman, auf dem er regelmäßig Einblicke in seine Gaming-Leidenschaft gibt.
Seine Liebe zu Videospielen begann mit der Dreamcast
Dass The Weeknd tatsächlich selbst spielt und sich nicht bloß mit berühmten Entwicklern ankumpeln will, wird in einem Interview mit der Washington Post deutlich.
Darin erzählte der Musiker im August 2026, dass seine Gaming-Leidenschaft bereits in seiner Kindheit begann. Sein Cousin besaß damals eine Sammlung gebrannter Dreamcast-Spiele, darunter zahlreiche japanische Titel, von denen er zuvor noch nie gehört hatte.
Besonders in Erinnerung geblieben sind ihm Shenmue, das ungewöhnliche virtuelle Haustier Seaman und das Multiplayer-Actionspiel Power Stone. Heute stehen dagegen unter anderem Elden Ring und die Persona-Reihe ganz oben auf seiner Liste.
Und bei Persona 5 Royal hat es ihm offenbar insbesondere eine Figur angetan: Tae Takemi, die Ärztin aus dem Spiel, für die er regelmäßig auf Social Media schwärmte.
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Er unterstützt sogar Indie-Entwickler, von denen ihr vermutlich noch nie gehört habt
Besonders sympathisch ist allerdings eine andere Geschichte, die ebenfalls die Washington Post aufgedeckt hat. The Weeknd entdeckte irgendwann das experimentelle Indie-Spiel About Fishing, ein ziemlich ungewöhnliches Mystery-Abenteuer, in dem ihr angelt, eine rätselhafte Küstenstadt erkundet und nebenbei einem Mordfall auf die Spur kommt.
Das Spiel erinnerte ihn so sehr an seine ersten Begegnungen mit japanischen Dreamcast-Titeln, dass er kurzerhand Kontakt zum Entwickler Kevin Brown aufnahm und ihn in sein Büro in Miami einfliegen ließ. Gemeinsam mit dem Komponisten Cameron Ginex verbrachte Brown dort rund fünf Stunden mit The Weeknd. Sie spielten About Fishing, diskutierten über Videospiele und Anime und sprachen über die Entwicklung des Projekts.
Dabei hatte der Sänger sogar einen konkreten Verbesserungsvorschlag: Er wünschte sich eine bessere Controller-Unterstützung.
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Ohne Anime würde es The Weeknd vielleicht gar nicht geben
Die Begeisterung des Musikers beschränkt sich übrigens keineswegs auf Videospiele. Auch japanische Anime haben seine Karriere entscheidend geprägt.
Bei den Crunchyroll Anime Awards 2026 erklärte er, dass ihn bereits als Kind Sailor Moon und Dragon Ball begeisterten. Den größten Einfluss hatte allerdings Samurai Champloo. Die Mischung aus Samurai-Geschichte und Hip-Hop-Musik faszinierte ihn so sehr, dass er einige seiner frühen Songs über Instrumentalstücke des Animes schrieb. Und ohne Samurai Champloo hätte es sein frühes Mixtape House of Balloons nach eigener Aussage in dieser Form nie gegeben.
Wie sehr ihm die japanische Popkultur bis heute am Herzen liegt, zeigte sich auch erst kürzlich bei seinen Konzerten in Japan. Am 19. September präsentierte The Weeknd dort einen neuen Song namens »Tokyo«, für den er das legendäre Opening »A Cruel Angel's Thesis« aus Neon Genesis Evangelion verwendete:
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Mit Yoko Takahashi holte er sogar die ursprüngliche Sängerin des Anime-Openings an Bord, für die begleitende Bühnenshow war wiederum NieR-Schöpfer Yoko Taro verantwortlich.
Ganz neu ist die Verbindung zwischen seinen beiden Leidenschaften übrigens nicht. Bereits 2023 war The Weeknd die erste große Musikikone des damals gestarteten Fortnite Festival und bekam natürlich auch eigene Skins im Spiel.
So oder so gehört The Weeknd aber offenbar zu den Promis, mit denen man sich nicht nur über Musik, sondern auch stundenlang über Videospiele und Anime unterhalten könnte. Und das finden wir sehr sympathisch.
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