Ich habe sowohl einen fünfjährigen Sohn als auch eine Katzenoma daheim. Heißt: Ich kenne mich eingetrockneten Flecken aus (und bin immer wieder überrascht, wie viele Katzenhaare unsichtbar auf dem Boden schlummern).
Und auch wenn ich bekanntlich großer Fan von Saugrobotern bin, eignen sie sich nicht für jedes Malheur. Wenn's schnell gehen muss oder schwer zugängliche Stellen gereinigt werden müssen, ist ein Saugwischer eine sinnvolle Ergänzung, manchmal sogar die beste Alternative.
Der Tineco S9 Artist Boost Steam zählt zweifelsohne zu den beeindruckendsten Geräten seiner Art. Ich konnte ihn sowohl daheim als auch auf der Messe ausführlich ausprobieren – und bin aus mehreren Gründen sehr angetan.
230 Grad heißer Dampf macht mit eingetrockneten Flecken kurzen Prozess
Wischsauger mit Dampffunktion gibt es inzwischen einige (zuletzt hatte ich den Roborock F25 Steam im Test), die meisten unterscheiden sich in der austretenden Dampftemperatur und -menge. Der S9 Artist Boost Steam hat dabei die höchste Dampftemperatur, die ich je gesehen habe: 230 Grad.
Das ist mehr als heiß genug, um nicht nur klebrigen und fettigen Schmutz zu lösen, sondern auch eingetrocknete Flecken zu beseitigen, bei mir zum Beispiel Katzenerbrochenes.
Meine Miez ist über 18 Jahre alt und spuckt regelmäßig – selten sehe ich es sofort. Ein über Wochen eingetrockneter Fleck war für den Tineco kein Problem, auch weil er die Drehrichtung der Wischwalze im Dampfmodus umkehrt!
Schrubbt für euch, statt nur zu wischen
Die Bürstenrolle wechselt per Knopfdruck ihre Drehrichtung und arbeitet festsitzenden Schmutz mechanisch und intensiv in den Belag ein, statt ihn nur zu benetzen. Selbst hartnäckige Verschmutzungen lassen sich somit besser lösen, als ich es von anderen Modellen kenne.
Der Dampfmodus dauert zwar nur 30 Sekunden und die Dampfmenge scheint mir geringer zu sein als etwa beim neuen Roborock F25 Steam der 2. Generation, doch das scheint im Alltag kein Nachteil zu sein. Ihr könnt einfach erneut aufs Knöpfchen drücken und den Modus nochmal starten.
Apropos Knöpfchen: Vier Modi stehen zur Wahl – Automatik, Saugen (für Flüssigkeiten), Maximal (für höchste Saug- und Wischleistung) und ein besonders leiser Modus.
Erdnussbutter und Rotwein in einem Rutsch
Wie stark die Reinigungsleistung ist, könnt ihr im folgenden Video sehen. Die Kollegen von Tineco haben auf der Messe neben Rotwein auch klebrige Erdnussbutter auf den Boden gebracht – zwei Flecken, die sich sonst kaum in einem Durchgang entfernen lassen, weil der eine fettig-klebrig und der andere flüssig-verlaufend ist.
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Macht sich ultraflach
Er sieht zwar nicht so grazil aus, kommt aber trotzdem mühelos unter Möbel. Mit nur 13 Zentimetern Bauhöhe passt der S9 Artist Boost Steam unter Betten, TV-Boards und Sofas, ohne dabei an Saugkraft zu verlieren. Dazu steuert er sich über seine Motorunterstützung angenehm leichtgängig.
Hygiene auf Autopilot
Nach dem Wischen übernimmt das Gerät die Nachbereitung selbst: Die Bürste wird mit 110 Grad heißer Luft in nur fünf Minuten getrocknet. Dieser Vorgang ist allerdings unangenehm laut.
Andererseits nehme ich das gern in Kauf, wenn dafür die Rolle restlos gereinigt wird. Es gibt für mich nichts Schlimmeres als eine stinkende Wischrolle, weil sie nicht korrekt getrocknet wird.
Wie gut das auch nach Wochen klappt, wird aber erst der Test zeigen. Für den Einsatz am Abend oder im Homeoffice gibt es zusätzlich einen extra leisen Trocknungsmodus unter 40 Dezibel.
Der Wassereinlass am Wasserbehälter ist zudem seitlich statt oben am Gehäuse angebracht, was ich im Alltag etwas unpraktischer unter niedrigen Wasserhähnen finde. Das ist jedoch Meckern auf hohem Niveau.
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Kleine Extras, die im Alltag zählen
Der S9 Artist Boost Steam hat aber noch weitere clevere Features in petto, darunter eine Aufrichtunterstützung. Stellt ihr das Gerät nach dem Wischen aus, helfen euch die Motoren dabei, das Gerät wieder in die aufrechte Position zu bringen.
Auch das Design inklusive der schicken Beleuchtung am Gerät mag ich. Beides wirkt hochwertig und elegant.
2 Modelle erklärt: S9 Artist Boost Steam / Premium
Den S9 gibt es in zwei Varianten mit leicht anderem Namen.
- S9 Artist Boost Steam: Er ist in einem hellen Lilaton gehalten, kommt mit Trocknungs- und Ladestation, Reinigungswerkzeug, einer zusätzlichen Bürstenrolle und einem zusätzlichen Trockenfilter.
- S9 Artist Boost Steam Premium: Er ist silberbraun und hat neben dem oben genannten Zubehör zwei (statt einer) zusätzliche Bürstenrollen und Trockenfilter im Paket.
App optional, aber nützlich fürs Feintuning
Alle Kernfunktionen laufen auch komplett ohne App.
Wer will, koppelt den S9 Artist Boost Steam aber per Tineco-Life-App und regelt dort Saugkraft und Wasserdurchfluss für einzelne Modi genauer, schaltet das Bodenlicht ab, passt die Antriebsstärke der Räder an und legt eigene Profile für empfindliche Böden wie Parkett an, das nicht zu nass werden soll.
Dazu kommt eine Reinigungshistorie, mit der ihr nachvollziehen könnt, wann zuletzt gewischt wurde.
Einen Haken gibt es: Für die App-Nutzung müsst ihr euch ein Nutzerkonto anlegen, ganz ohne Account geht es nicht.
Für mich ein Highlight der Messe
700 bis 800 Euro sind für einen Wischsauger viel Geld, keine Frage. Aber Tineco ist seit vier Jahren Weltmarktführer bei Wischsaugern, und mit dem S9 Artist Boost Steam wird klar, warum: Das Gerät fühlt sich von Anfang bis Ende nach Premium an und erfüllt seinen Zweck mit Bravour.
Vor allem die Bürste mit der wechselbaren Drehrichtung für besseres Schrubben sowie der extrem heiße Dampf haben mich beeindruckt. Dazu die tolle App-Kopplung und das komfortable Handling – einen stärkeren Saugwischer habe ich noch nicht gesehen. Dafür gibt's den Tech Star Award 2026.

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