Nie mehr Nvidia oder AMD? Tüftler baut eigene Grafikkarte, die einen Spieleklassiker mit 60 FPS befeuert

Die sogenannte FuryGPU erinnert stark an Grafikkarten aus den 1990er-Jahren.

Die FuryGPU sieht nicht nur nach 1990er-Jahre aus, sie hat auch in etwa den Funktionsumfang von Grafikkarten aus der Zeit. Aber sie ist deutlich schneller. (Bildquelle: Dylan BarrieAdobe Stockam54) Die FuryGPU sieht nicht nur nach 1990er-Jahre aus, sie hat auch in etwa den Funktionsumfang von Grafikkarten aus der Zeit. Aber sie ist deutlich schneller. (Bildquelle: Dylan Barrie/Adobe Stock/am54)

Wer sich eine Grafikkarte anschaffen will, kommt um Nvidia, AMD oder Intel in der Regel nicht herum. Es sei denn, man heißt Dylan Barrie, ist Software-Ingenieur mit einer Passion für Pixelbeschleuniger und räumt sich viel Zeit ein.

So geschehen vor mehr als vier Jahren. Da fasste ebenjener Dylan Barrie den Plan, eine eigene Grafikkarte fast von Grund auf selbst zu entwickeln, um die Funktionsweise von Grafikchips besser zu verstehen (via furygpu.com).

Und so viel vorweg: Das Unterfangen war von Erfolg gekrönt.

Im März dieses Jahres stellte Barrie die erste FuryGPU vor. Klar, wir sprechen hier nicht vom Leistungsniveau einer Nvidia Geforce RTX 4090, aber immerhin von so viel Rechenpower, dass der legendäre 3D-Ego-Shooter Quake aus dem Jahr 1996 in 720p-Auflösung mit 60 FPS zum Laufen gebracht werden konnte:

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Was genau ist die FuryGPU?

Die FuryGPU besteht im Kern aus einem sogenannten FPGA, einem Field Programmable Gate Array.

Das ist ein Chip, der frei konfiguriert und programmiert werden kann, um bestimmte Aufgaben zu übernehmen. Im Gegensatz zu Chips, deren Architektur von vornherein auf spezielle Funktionen zugeschnitten ist. Ein FPGA kann also beispielsweise wie eine CPU oder GPU auftreten.

Der Haken: Ein FPGA ist zwar sehr flexibel einsetzbar, dafür jedoch nicht so leistungsstark wie ein entsprechender dedizierter Chip.

Neben dem schlagenden Chip-Herz musste Barrie aber auch ein Platinendesign entwerfen, diese dann entsprechend bestücken und sich um die komplette Software kümmern - eine Programmierschnittstelle samt Treiber. Barrie selbst beschreibt die Entwicklung des Windows-Treibers als größte Herausforderung des Projekts.

Und das, obwohl er als Software-Entwickler bereits über reichlich Programmiererfahrung verfügt und er sich alle anderen Fertigkeiten zum Bau einer Grafikkarte erst beibringen musste.

Die technischen Details der FuryGPU im Überblick:

  • FPGA: Xilinx Zynq UltraScale+
  • GPU-Taktrate: 400 MHz
  • Texture Unit-Taktrate: 480 MHz
  • Speicher: SD-Card
  • PCIe: Gen2 x4
  • Ausgänge: DisplayPort und HDMI

Einschränkungen der FuryGPU

Moderne AAA-Titel lassen sich damit nicht spielen. Dazu fehlt es einerseits an Leistung, andererseits an wichtigen Befehlssätzen. Auch wenn die FuryGPU deutlich schneller ist als Grafikkarten aus der Mitte der 1990er-Jahre, ihr Funktionsumfang ist in etwa mit Beschleunigern von damals vergleichbar.

Nichtsdestotrotz lässt sich die FuryGPU unter einem aktuellen Windows installieren und nutzen.

Die Zukunft der FuryGPU

Barrie will seine Grafikkarte weiterentwickeln, Flaschenhälse entfernen und die Leistung weiter optimieren. Er plant auch, das Projekt für alle Interessierten zu öffnen, wenn erst die rechtlichen Probleme beseitigt sind.

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