Tipp Nr. 4 (Nvidia only): Nutzt Geforce Experience
Ab und zu kann es trotz aller Expertise auch vorkommen, dass ihr euer System falsch einschätzt und die Grafikeinstellungen in den Spieloptionen zu hoch ansetzt. Dann ist die Ruckelorgie kein Wunder. Natürlich könntet ihr in diesem Fall manuell jede Einstellung einzeln austesten und den leistungsfressenden Übeltäter identifizieren.
Es geht aber auch viel einfacher - zumindest dann, wenn ihr eine Geforce-Grafikkarte besitzt. Denn das Nvidia-Tool Geforce Experience bietet euch die Möglichkeit, Spiele auf Grundlage der Empfehlungen des grünen Grafikkartenherstellers einzustellen.
Das Programm wird euch bei der Installation des Grafikkarten-Treibers automatisch angeboten. Habt ihr bislang darauf verzichtet, könnt ihr es aber auch manuell herunterladen und nachträglich installieren. Besucht dazu einfach die offizielle Website des Tools und führt das Setup aus.
Danach geht alles ganz schnell und einfach. Auf der Hauptseite von Geforce Experience bekommt ihr alle Spiele aufgelistet, die von dem Programm auf eurem System gefunden wurden und mit dem Dienst kompatibel sind.
Wählt den Titel eurer Wahl aus und ihr bekommt nach einer kurzen Analyse von Geforce Experience tabellarisch aufgelistet, welche Grafiksettings ihr derzeit eingestellt habt und welche Optionen basierend auf eurer Hardware empfohlen werden.
Besonders cool für weniger Tech-affine Zocker: Ihr bekommt anhand eines Vorschaubilds aus dem Spiel angezeigt, was genau die einzelnen Optionen bewirken. So bekommt ihr auch dann eine gute Vorstellung von der Auswirkung der Regler, wenn ihr noch nie etwas von Shader-Qualität
, Betrachtungsabstand
oder SSAO
gehört habt.
Abschließend genügt ein Klick auf die Schaltfläche Optimieren, um die Einstellungen zu übernehmen. Probiert daraufhin aus, ob euer Herzensspiel nun endlich flüssig läuft.
Tipp Nr. 5: Aktiviert DLSS/FSR
Wer mit den beiden Abkürzungen DLSS/FSR nichts anfangen kann, muss sich nicht grämen, schließlich habt ihr ja uns. DLSS ist eine Nvidia-Technologie und steht für Deep Learning Super Sampling. Grob umschrieben: Eure Grafikkarte berechnet das anzuzeigende Bild intern mit einer niedrigeren Auflösung, etwa in FullHD, und skaliert das Ergebnis im Anschluss mithilfe eines KI-Algorithmus auf eure native Displayauflösung hoch, also zum Beispiel auf 4K oder WQHD.
Das Prinzip ist einleuchtend: Dadurch wird jede Menge Performance gespart, obwohl man einen qualitativen Unterschied im besten Fall nicht ausmachen kann. AMD hat eine ähnliche Technologie am Start, diese trägt den Titel FSR, was für FidelityFX Super Resolution steht. In beiden Fällen könnt ihr massig Performance gewinnen, aber nur, wenn ihr euch auch wirklich im Grafikkartenlimit befindet.
Was heißt das? Ganz einfach: Wenn eure GPU der für die niedrigen FPS verantwortliche Faktor ist, etwa, weil ihr in 4K zockt und eure Karte dafür zu schwach ist, lässt sich mit DLSS respektive FSR einiges rausholen. Wenn ihr hingegen mit einer potenten Grafikkarte in FullHD zockt, dürfte eher euer Prozessor der Flaschenhals sein - und dann bringen auch DLSS und FSR keine nennenswerten Vorteile.
Schaut bei Rucklern in eurem Spiel also auf jeden Fall in die Grafikoptionen und prüft, ob DLSS (Geforce-exklusiv) oder FSR (für AMD- und Nvidia-Karten gleichermaßen) angeboten werden. Wenn ja, lohnt es sich auf jeden Fall, mit den Qualitätsstufen zu experimentieren und den für euch besten Kompromiss aus Leistung und Bildqualität herauszufinden.
Tipp Nr. 6: Übertaktet eure Hardware mit dem MSI Afterburner
Alles klar, wenn ihr bei diesem letzten Tipp angekommen seid, dürfte euer Rechner in der Tat sehr überfordert mit den Anforderungen des Spiels sein. Da hilft nur moderate Übertaktung der Hardware. An dieser Stelle rufen wir euch noch einmal die bereits zu Beginn des Artikels ausgesprochene Warnung in Erinnerung: Sämtliche Arbeiten an eurem System erfolgen auf eigene Gefahr!
Der Vorteil vom MSI Afterburner ist jedoch, dass es euch viel Arbeit abnimmt. Freilich, wer den Taktregler manuell auf Anschlag dreht, muss sich nicht wundern, wenn es plötzlich zappenduster auf dem Monitor wird. Aber das Tool bietet auch die Möglichkeit, die optimale (und noch immer stabile) Taktrate automatisch herauszufinden. Das gewährleistet zwar noch immer keine 100-prozentige Sicherheit für euer System, ist aber vor allem für Ungeübte ein idealer Einstiegspunkt.
Dazu genügt ein Knopfdruck auf die Funktion Overclocking Scanner
im linken Seitenmenü. Die automatisch ermittelten OC-Taktraten könnt ihr im Anschluss übernehmen oder auf Standardeinstellungen zurücksetzen. Auf Wunsch könnt ihr auch die Lüfterkurve eurer Grafikkarte nachjustieren, immerhin werden durch die gesteigerte Leistung auch die Temperaturen nach oben klettern.
Auf eigene Faust probieren: Wenn ihr euch manuell am Übertakten versuchen möchtet, solltet ihr die Kern- und Speicher-Taktraten stets nur in 10-MHz-Schritten anheben, die Kernspannung ebenfalls im Blick behalten und nach jeder Erhöhung einen Stresstest durchführen, etwa durch das Gratis-Tool FurMark.
Ihr seht schon: Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, wie man seinem Rechner noch mehr Leistung entlocken kann, ohne zur Geldbörse greifen zu müssen. Wenn all unsere Tipps nicht dabei geholfen haben, dass euer Spiel flüssiger läuft, werdet ihr euch aber eher früher als später Gedanken über ein Upgrade eurer Hardware machen müssen. Bis es soweit ist, lassen sich mit diesem Guide aber bestimmt noch einige FPS herauskitzeln!
Und wenn ihr nun noch Bock auf weitere Tipps habt, um eurem System auf die Sprünge zu helfen, ist der folgende Artikel goldrichtig für euch:
PC schneller machen: 6 Tipps für einen flotteren Rechner
Habt ihr einen oder gar mehrere unserer Tipps befolgt und hattet Erfolg damit? Wenn ja, welche Maßnahme genau hat eurem System Beine gemacht? Schreibt uns eure Erfahrungsberichte rund um dieses Thema gerne in die Kommentare!
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