Wer in den späten 1980er- und frühen 1990er-Jahren einen PC besaß, kannte ihn: den Turbo-Knopf. Zusammen mit einer kleinen, oft grün leuchtenden MHz-Anzeige auf der Frontblende gehörte er für viele Nutzer zur alltäglichen Bedienoberfläche – neben Power-Leuchte, Reset-Taste und dem charakteristischen Surren der Festplatte beim Hochfahren. Kein Wunder, dass ein einziges Bild genügt, um bei PC-Besitzern jahrzehntealte Erinnerungen freizusetzen.
So geschehen im PCMR-Subreddit: »SiggiBulldog1« postete ein Foto einer solchen klassischen PC-Frontblende. Die Frage dazu: »Bist du SO alt?« hinterließ nicht nur eine Welle der Nostalgie, sondern auch eine beeindruckende Sammlung an Hardware-Geschichten aus vier Jahrzehnten PC-Geschichte.
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Vom Turbo-Knopf zum explodierenden Raumschiff
Gleich der erste Kommentar im Beitrag liefert eine der Gründe für den Einsatz des Turbo-Knopfes: Ältere Software lief auf schnelleren Prozessoren oft viel zu schnell ab, weshalb der Turbo-Modus gezielt ausgeschaltet werden musste, um sie überhaupt spielbar zu halten.
- Nutzer »theBloodShed« erinnerte sich an ein besonders drastisches Beispiel: Der Versuch, das originale Wing Commander auf einem etwas neueren Rechner zu spielen, endete damit, dass das eigene Raumschiff nach rund drei Sekunden explodierte.
- Ein weiterer Nutzer berichtete von einem Flugsimulator auf 5,25-Zoll-Diskette, der selbst auf einem 386er mit 25 MHz zu schnell lief – mit Turbo sei er komplett unspielbar gewesen.
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8086, Kassettenlaufwerk und ein Sony Trinitron
Die Kommentare wurden im Verlauf des Beitrags mit jeder Antwort älter. »Fambank« outete sich mit »Mittlerweile bin ich hier, im 8086-Lager« – woraufhin »Dr_barfenstein« von seinem ersten Rechner erzählte: ein PC-XT-Gehäuse mit 8086-Kompatibilität, ganz ohne Festplatte und nur zwei 5,25-Zoll-Diskettenlaufwerke.
Noch weiter zurück ging »b00c« mit einem Foto eines Atari-Kassettenrecorders, während sich »Ophukk« erinnerte sich an das Warten auf ladende Programme von Kassette und an eine über 300 Spiele umfassende Sammlung auf dem ersten Farbfernseher der Familie in Form eines Sony Trinitron.
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Der Mythos, der sich hartnäckig hält
Besonders aufschlussreich wurde es, als »super-loner« fragte, ob der Turbo-Knopf die CPU tatsächlich herunter- statt hochtaktete. Die Antwort von »vulpinefever« korrigierte einen weitverbreiteten Irrtum, der sich selbst auf Wikipedia lange hielt: Gedrückt beziehungsweise mit leuchtender Anzeige lief der Rechner im Turbo-Modus mit voller Geschwindigkeit, das war gewissermaßen der Normalzustand.
Erst das Deaktivieren drosselte die Taktrate gezielt, um Kompatibilität mit älterer, langsamerer Software herzustellen. Diese Erklärung deckt sich mit der dokumentierten Technikgeschichte: Der erste Turbo-Knopf tauchte 1984 beim Eagle PC Turbo auf und schaltete zwischen 4,77 und 7,16 MHz um – schnell war der Normalfall, langsam die Ausnahme.
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