Das wichtigste Feature für Streaming an eurem TV ist HDR – doch so einfach ist die Antwort dann doch nicht. Seit die Kontrasterweiterung vor Jahren Einzug gehalten hat, kommt man um sie gar nicht mehr herum.
HDR ist nicht gleich HDR, das wäre ja zu leicht. Insgesamt gibt es momentan vier unterschiedliche Variationen.
- HDR10
- HDR10+
- HLG
- Dolby Vision
Bald kommt mit Dolby Vision 2 ein neues Format hinzu.
Wenn ihr beim Streaming allerdings die beste Bildqualität wollt, ist eine Art von HDR besonders wichtig.
Achtet auf Dolby Vision
Warum ist Dolby Vision so viel wichtiger als der Rest? Das hat maßgeblich zwei Gründe.
1. Dolby Vision nutzt dynamische Metadaten
Was kompliziert klingt, ist im Grunde ganz einfach.
- Herkömmliches HDR setzt auf statische Metadaten. Die Metadaten gelten für den gesamten Film oder die Serienepisode gleichbleibend. Es gibt eine Maximal- und eine Durchschnittshelligkeit für den gesamten Inhalt.
- Dolby Vision (und HDR10+) setzt auf dynamische Metadaten. Die Metadaten können sich pro Szene oder sogar pro Frame ändern. Oder anders: Der TV kann sein Tone Mapping dynamisch anpassen.
Was ist Tone Mapping?
HDR-Inhalte werden mit Spitzenhelligkeiten von bis zu 10.000 Nits gemastert. Diesen Spitzenwert erreicht praktisch kein Fernseher, weshalb die Helligkeit des Ausgangsmaterials an das Display angepasst werden muss. Das nennt sich Tone Mapping.
Ohne Tone Mapping würden helle Bildbereiche ausbrennen und dunkle Bereiche versumpfen.
Unterm Strich sorgt Dolby Vision für ein besseres Bild, da es deutlich diffiziler arbeitet als HDR10 oder HLG. HDR10+ macht das gleiche, doch warum empfehle ich dann Dolby Vision?
Den Grund erfahrt ihr jetzt.
2. Dolby Vision ist (noch) am weitesten verbreitet
Der Unterschied zwischen HDR10+ und Dolby Vision liegt weitestgehend in der Lizenzierung.
- HDR10+ ist ein offenes Format, das von Samsung, Amazon und 20th Century Fox entwickelt wurde. Es ist lizenzfrei und kann von jedem verwendet werden.
- Dolby Vision ist proprietär und stammt aus den Dolby Laboratories. Es ist lizenzpflichtig; Hersteller müssen Gebühren zahlen, um es verwenden zu dürfen.
Der Grund, warum wir (noch) mehr Dolby Vision sehen: Es wurde vor HDR10+ entwickelt. Letzteres ist quasi eine Open-Source-Antwort auf Dolby Vision.
Diese Streaming-Dienste bieten Filme und Serien in Dolby Vision an:
- Amazon Prime Video (nur im Abo ohne Werbung)
- Apple TV Plus (vereinzelte Titel)
- Disney Plus (fast alle hauseigenen Titel)
- Netflix (nur ab Premium-Abo; vereinzelte hauseigene Titel)
Mehr dazu findet ihr auf der Webseite von Dolby.
Wie verbreitet ist HDR10+? Das lässt sich nicht so leicht beantworten, da der Standard immer noch schrittweise ausgerollt wird.
- HiFi.de berichtete im März, dass Netflix HDR10+ für einige Titel eingerichtet hat.
- Jüngst gab Disney Plus bekannt (via 4K Filme), dass es über 1.000 Titel mit HDR10+ versehen hat – allerdings nur für Samsung-TVs.
Im besten Fall bieten Streaming-Dienste natürlich beide HDR-Versionen mit dynamischen Metadaten an. Es wird allerdings noch dauern, bis es so weit ist.
Damit ihr Dolby Vision nutzen könnt, braucht ihr natürlich entsprechendes Equipment.
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Welche TVs besitzen Dolby Vision?
Um das zu überprüfen, sollte euer erster Blick in die technischen Daten wandern. Dort steht immer dabei, welche HDR-Version der Fernseher unterstützt.
Eine andere Möglichkeit ist die Dolby-Webseite selbst. Hier sind alle Fernseher mit Dolby Vision (und Dolby Atmos) gelistet. Die meisten TVs mit Dolby Vision haben folgende Hersteller:
- Sony
- LG
- Hisense
- TCL
Fündig werdet ihr auch bei unserer TV-Kaufberatung, wenn ihr einen Fernseher nach euren Wünschen sucht.
Streamt ihr über einen Zuspieler wie einen Apple TV, Amazon Fire TV Stick oder die Sky Streaming-Box, müssen auch die Dolby Vision unterstützen. Dazu braucht es mindestens HDMI 2.0 sowie einen HDMI-Eingang mit HDCP 2.2 sowie den Videocodec AV1.







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