Wenn euch die smarten Features beim TV egal sind, dann gibt es für mich nur eine Lösung – und die funktioniert für jedes Modell

Google TV, webOS oder doch VIDAA? Jeder Fernseher hat ein Betriebssystem, aber welches ist das beste für Datenschutz und Privatsphäre?

Ich habe eine Lösung, die für alle Fernseher gleichermaßen gilt, wenn ihr eure Daten bei euch behalten wollt. (Bildquelle: Maxe S., GameStar) Ich habe eine Lösung, die für alle Fernseher gleichermaßen gilt, wenn ihr eure Daten bei euch behalten wollt. (Bildquelle: Maxe S., GameStar)

TVs sind richtige Computer – und der Beweis ist der Power-Button auf der Fernbedienung. Sobald euer Fernseher angeht, landet ihr auf der Startseite des Betriebssystems. Beleg geliefert. Fall abgeschlossen.

Doch welches ist eigentlich das beste OS, wenn einem die smarte Features am TV gelinde gesagt Wurscht sind? Die Frage stellte NinjaSquirrel im Rahmen meines Ask me Anything zum Thema Heimkino:

Welches TV-Betriebssystem kannst du jemandem wie mir empfehlen, der kaum Ansprüche an den "Smart"-Teil eines Fernsehers hat - dafür aber extrem viel Wert auf Bediengeschwindigkeit, Datenschutz, Privatsphäre und ein Google-freies Leben legt?

Die Antwort darauf könnte entweder furchtbar lang sein – oder ganz kurz. Ich entscheide mich für zweites.

Maxe Schwind
Maxe Schwind

Maxe ist seit 2016 Tech-Redakteur und Fernseher waren schon immer sein Fachgebiet. LED, OLED, Mini-LED, Micro-LED: Völlig egal, er interessiert sich für alle Displays. Mit TVs kennt er sich also bestens aus.

Warum das Betriebssystem (fast) egal ist

Wo sich bei Computern regelmäßig Leute treffen, um auszudiskutieren, wieso doch Linux besser als Windows sei, spielt das OS bei Fernsehern eine untergeordnete Rolle.

  • Sie sehen recht ähnlich aus.
  • Sie bedienen sich oftmals fast identisch.
  • Sie laufen mehr oder minder alle stabil.

Den einzigen Unterschied, den ihr bemerken könntet, wäre in der App-Auswahl – und die lässt sich spielend leicht umgehen, indem man einen Streaming-Stick oder eine -Box verwendet.

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Wenn ihr Wert auf Datenschutz und Privatsphäre legt, dann geben sich die Anbieter da nicht viel. Wem ihr eure Daten anvertraut, ist Geschmackssache, denn am Ende laufen sie alle bei großen Firmen ein. Die gängigsten sind:

  • Android TV respektive Google TV: unter anderem Sony, Philips und TCL
  • Fire TV OS: TVs von Amazon
  • Tizen: Samsung
  • webOS: LG
  • VIDAA: Hisense
  • My Home Screen: Panasonic
  • Roku: unter anderem TCL, Sharp und Metz
  • TiVo: Unter anderem Sharp und Panasonic
  • Titan OS: Philips

Falls ihr euch wundert, wieso manche Hersteller mehrmals genannt sind: Das liegt daran, dass sich das Betriebssystem je nach Modell (und Preisklasse) ändert. Titan OS kommt beispielsweise bei günstigeren Philips-Fernsehern zum Einsatz und ist weniger umfangreich als Android oder Google TV.

Die einzige Lösung, wenn euch Datenschutz und Privatsphäre wichtig sind

Unterm Strich gelangen eure Daten durchs Internet immer nach draußen und ihr könnt nur aussuchen, ob sie beispielsweise in den USA, Südkorea oder China liegen.

Meine Lösung, wenn ihr das nicht möchtet: Kappt euren Fernseher vom Internet oder richtet bei der Ersteinrichtung erst gar keine Verbindung zum Netz ein. Dadurch gelangen keine Daten nach draußen. Bedenkt aber auch, dass ihr einige Funktionen eures Smart-TV verliert. Ja, es klingt trivial, aber es ist wirklich so simpel.

»Dumme« Fernseher, also solche ohne smarte Funktionen, gibt es heute so gut wie nicht mehr zu kaufen. Ihr werdet immer mit smarten Features auf die eine oder andere Weise konfrontiert.

Ihr könnt natürlich einen Monitor anstatt eines TVs verwenden, quasi als reiner Bildschirm sozusagen, doch das kommt mit anderen Nachteilen. Euch fehlt dadurch komplett das Picture Processing, also die Verarbeitung von Bildern durch Software oder Algorithmen. Damit wird das Bild am Ende nie so gut sein wie das eines Fernsehers.

Die gute Nachricht zum Schluss: Das Betriebssystem ist damit ein Faktor, den ihr bei der Auswahl eures neuen TVs nicht berücksichtigen müsst. Dazu sind sie sich am Ende des Tages zu ähnlich. Die Linux-vs-Windows-Diskussion fällt also (zum Glück) aus.

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