»UBIOS« statt UEFI: China entwickelt eigenes BIOS, das in einem Punkt besser als der heutige Standard sein will

China hat mit »UBIOS« ein eigenes BIOS-Alternative vorgestellt – ein vollständig inländischer Standard, der UEFI ersetzen soll.

China kündigt die Fertigstellung eines eigenen BIOS an, das zumindest lokal das verbreitete UEFI ersetzen soll. China kündigt die Fertigstellung eines eigenen BIOS an, das zumindest lokal das verbreitete UEFI ersetzen soll.

Immer mal wieder tauchen aus China Ankündigungen neuer Hard- und Software auf, die die Abhängigkeit von externen Anbieter reduzieren sollen. Wie Tom's Hardware berichtet, ist nun ein weiterer solcher Schritt erfolgt: China stellt mit dem Unified Basic Input/Output System (»UBIOS«) eine eigenständige Firmware-Architektur vor, die klassische BIOS- und moderne UEFI-Systeme ablösen soll.

Eigenständigkeit als Ziel

Entwickelt wurde der Standard vom »Global Computing Consortium« (GCC) zusammen mit dreizehn chinesischen Technologiekonzernen, darunter Huawei, Byosoft und das China Electronics Standardization Institute (CESI). Das Ziel: eine vollständig chinesische Basis für den Boot- und Hardware-Initialisierungsprozess moderner Rechner.​

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UBIOS wurde dem Bericht zufolge nicht aus dem bestehenden UEFI weiterentwickelt, sondern grundlegend neu konzipiert – eine bewusste Abkehr von einer Technologie, die traditionell von US-Unternehmen wie Intel und AMD dominiert wird.

Der Ansatz gilt demzufolge als Teil der langfristigen Strategie, die Abhängigkeit von westlicher IT-Infrastruktur zu reduzieren, wie sie in Chinas »Document 79«-Politik (via Wall Street Journal) verankert ist, die bis 2027 einen umfassenden Technologiewandel fordert.

Der Wechsel von UEFI zu UBIOS ist allerdings mehr als nur eine politische Entscheidung, sondern bringt auch technische Neuerungen mit sich.

  • Während UEFI darauf ausgelegt ist, primär x86-basierte Systeme zu initialisieren, unterstützt UBIOS laut Berichten eine heterogenere Hardwarelandschaft – darunter auch RISC-V, ARM und die chinesische Architektur »LoongArch«.
  • Zudem soll das System mit sogenannten Chiplet-Designs umgehen können, bei denen mehrere Prozessor-Komponenten zusammenarbeiten. Gerade in »Heterogeneous Computing«-Szenarien (etwa bei Servern mit unterschiedlichen CPU-Typen) soll UBIOS flexibler als bestehende Lösungen agieren.

Das Konsortium verzichtete eigenen Angaben zufolge bewusst darauf, auf der UEFI-Basis oder Intels Referenzimplementierung »TianoCore EDK II« aufzubauen. Diese sei, so die Entwickler, zu komplex und träge geworden, um als Grundlage für moderne, nationale Infrastrukturen zu dienen. Noch ist allerdings unklar, ob UBIOS auch außerhalb Chinas Fuß fassen wird.

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