Werden USB-Sticks immer schlechter? Deutscher Spezialist warnt vor drohendem Datenverlust

USB-Sticks werden qualitativ immer schlechter - findet zumindest ein deutscher Spezialist. Demzufolge werden auch bei Markenherstellern immer öfter minderwertige Lösungen verwendet.

USB-Sticks sollen wohl immer mehr Mängel aufweisen. (Bildquelle: Esa Riutta via Pixabay) USB-Sticks sollen wohl immer mehr Mängel aufweisen. (Bildquelle: Esa Riutta via Pixabay)

Als Speichermedium im handlichen Format haben sich USB-Sticks weitläufig etabliert. In den vergangenen Jahren soll es jedoch zu einem zunehmenden Qualitätsverlust bei dem kleinen Stück Hardware gekommen sein.

Dies erklärt zumindest das Unternehmen CBL Datenrettung GmbH aus Kaiserslautern, welches seit mehr als zwanzig Jahren mit der Wiederherstellung vermeintlich verloren gegangener Daten beauftragt wird.

Das Wichtigste in Kürze

  • Einem Datenrettungsunternehmen zufolge ist ein Qualitätsverlust bei USB-Sticks festzustellen
  • Dieser soll von minderwertigen Speicherchips rühren, die auch bei namhaften Herstellern gefunden wurden
  • Auch der zunehmende Wechsel zu TLC- und QLC-Chips nimmt Einfluss auf die Qualität

Immer mehr minderwertige Speicherchips in USB-Sticks

Wie CBL in einer Pressemitteilung erklärt, wandern im Zuge von Datenrettungsaufträgen allerhand Speichermedien in die Hände des Unternehmens - darunter eben auch USB-Sticks, jene zu diesem Zweck genauer kontrolliert werden.

Eigenen Angaben zufolge habe man bei diesen Untersuchungen insbesondere im vergangenen Jahr eine »erschreckende« Häufung minderwertiger Speicherchips festgestellt.

Festgestellt werde dies durch fehlende Herstellerlogos (etwa Samsung, Sandisk oder Micron) auf den Speicherchips. Dies soll ein Indiz für Komponenten sein, die durch die Qualitätskontrolle des jeweiligen Unternehmens gefallen sind.

Auch sei in einigen Exemplaren eine microSD-Karte auf die Platine gelötet worden. In beiden Szenarien handle es sich um einen Qualitätsverlust beim USB-Stick mitsamt geringerer Kapazität.

Die betroffenen USB-Sticks sollen zum Großteil als Werbegeschenke namentlich unbekannter Hersteller im Umlauf gewesen sein; doch auch renommiertere Unternehmen sollen teilweises Qualitätsproblem haben. Um welche Firmen es sich hierbei handelt, nennt CBL allerdings nicht.

Wechsel zu TLC-/QLC-Speicher nimmt ebenfalls Einfluss

Ein weiterer Punkt, der in der CBL-Mitteilung kritisiert wird, ist der zunehmende Wechsel zu TLC- oder QLC-Chips. Hiermit ist vereinfacht erklärt gemeint, wie viele Bits pro Speicherzelle eingesetzt werden.

Waren bisher wohl SLC- oder MLC-Chips mit 1 oder 2 Bit pro Zelle gängig, sind es nun vermehrt die TLC- und QLC-Zellen, die verbaut werden.

Hierfür stehen die Abkürzungen:

  • SLC: Single-Level-Cell
  • MLC: Multi-Level-Cell
  • TLC: Triple-Level-Cell
  • QLC: Quadruple-Level-Cell

Getreu den Namen kommen in TLC und QLC also drei respektive vier Bit pro Speicherzelle zum Einsatz. Zwar sorgt das dafür, dass immer höhere Kapazitäten erreicht werden können, doch geht dies potenziell auch zulasten der Lebensdauer solcher Speichermedien.

Controller müssen demzufolge einen »enormen Aufwand« betreiben, um potenzielle Fehlerquellen auszubessern. Auch bei bestimmten Temperaturen könne es zu Bit-Fehlern kommen, welche wiederum zum Verlust von Daten führen können.

Welche Tipps die Datenretter empfehlen

Wenn ihr häufig USB-Sticks benutzt, rät euch CBL zum Einsatz mehrerer Speichermedien im Wechsel. Hierdurch könnt ihr die begrenzte Lebensdauer auf ein Maximum strecken.

Ebenfalls von Vorteil seien große USB-Sticks - aber nicht im kapazitiven, sondern im physischen Sinne. Je größer das Medium ausfällt, desto besser sei in der Regel die Wärmeableitung, welche die temperaturbedingten Ausfälle verhindern kann.

Eine kühle Lagerung und ein regelmäßiger Einsatz (etwa im Halbjahresrhythmus) soll zudem dafür sorgen, dass die Mechanismen zur Fehlerkorrektur besser greifen.

Grundsätzlich solltet ihr euch für eine langfristige Sicherung eurer Daten ohnehin nicht auf die USB-Sticks verlassen, die ihr irgendwo als Werbegeschenk bekommt. Diese seien als anfälligste Speicherchips für den Verlust von Informationen zu sehen.

Hattet ihr in letzter Zeit Probleme mit euren USB-Sticks - falls ihr diese überhaupt noch nutzt? Oder seid ihr mittlerweile auf Cloud-Lösungen und NAS-Systeme zur Datensicherung umgestiegen? Kennt ihr andererseits eine Lösung, die deutlich besser, sicherer und zuverlässiger ist, verratet uns das gerne. Lasst uns eure Meinung in den Kommentaren da!

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