Verkaufsverbot für iPhone 7 und 8 - Spezielle deutsche Modelle ohne Intel-Chip bestätigt

Qualcomm hat vor dem Landgericht München ein Verkaufsverbot für manche iPhone-Modelle erreicht und Apple stellte deren Verkauf ein. Nun hat Apple entsprechend angepasste Modelle bestätigt, der Verkauf soll in Kürze starten.

von Georg Wieselsberger,
17.02.2019 09:04 Uhr

Das Apple iPhone 7 und 8 sowie die Plus-Variante sind in Deutschland von einem Verkaufsverbot betroffen - nun liefert Apple neue Modelle mit veränderter Hardware aus.Das Apple iPhone 7 und 8 sowie die Plus-Variante sind in Deutschland von einem Verkaufsverbot betroffen - nun liefert Apple neue Modelle mit veränderter Hardware aus.

Update, 15.02.2019: Es ist offiziell - Apple verkauft das iPhone 7 und das iPhone 8 in Deutschland künftig mit Qualcomm- anstelle von Intel-Chips. In einer Stellungnahme gegenüber Macrumors erklärte der Konzern, man habe keine andere Wahl als die Chips zu ersetzen. Ein Apple-Sprecher konstatierte:

"Qualcomm versucht eine einstweilige Verfügung gegen unsere Produkte einzusetzen, um Apple seine erpresserischen Forderungen aufzuzwingen. In den meisten Fällen nutzen sie Patente, die sie gekauft haben oder die nichts mit ihrer eigenen Zellular-Technologie zu tun haben, um Apple und andere Industrie-Akteure zu schikanieren."

"Um sicherzustellen, dass alle iPhone-Modelle wieder für Kunden in Deutschland verfügbar sind, haben wir keine andere Wahl als auf den Gebrauch von Intel-Chips zu verzichten und unsere Smartphones in Deutschland mit Qualcomm-Chips auszuliefern. Qualcomm arbeitet darauf hin, auf welche Weise auch immer sie es vermögen, den Wettbewerb auszuschalten, wobei sie den Konsumenten schaden und nebenbei Innovationen in der Industrie ersticken."

Update, 07.02.2019: Laut einem Bericht von Winfuture wird Apple anscheinend Veränderungen an einigen iPhones vornehmen, sodass die Geräte nicht mehr von dem Verkaufsverbot betroffen sind, das Qualcomm erreicht hatte. Sowohl die Software als auch ein anderer Chip sollen dafür sorgen, dass die angepassten Modelle des iPhone 7 und iPhone 8 wieder verkauft werden dürfen.

Quelle dieser Informationen sollen Händler sein, die bereits neue Modellnummern für die veränderten Smartphones erhalten haben, beispielsweise MN482ZD/A für ein schwarzes iPhone 7 Plus 128 GByte oder MQ6K2ZG/A für ein iPhone 8 in Space Grey und 64 GByte Kapazität.

Originalmeldung: Qualcomm und Apple streiten sich vor Gericht wegen vermeintlicher Patentverstöße seitens Apple bereits in mehreren Ländern. In Deutschland kam das Landgericht München nun zum Schluss, dass Apple tatsächlich gegen ein Patent von Qualcomm verstößt. Betroffen sind davon die Modelle iPhone 7, iPhone 8 und iPhone X, in denen ein Chip eines Zulieferers steckt, der die eigentliche Verletzung darstellen soll.

Apple hält diese Entscheidung für falsch, denn der Entwickler des Chips war nicht als Zeuge gehört worden, obwohl er anwesend war. Das Gericht sprach Qualcomm auch das Recht zu, ein Verkaufsverbot für diese Smartphones sofort durchzusetzen, wenn eine Sicherheitsleistung in Höhe von 668,4 Millionen Euro hinterlegt wird. Qualcomm lies laut Medienberichten keinen Zweifel daran, dass diese Summe, die bei einer eventuellen Qualcomm-Niederlage auch als Schadensersatz an Apple gehen könnte, hinterlegt wird.

Obwohl Apple gegen das Urteil des Landgerichts München vorgehen wird, hat das Unternehmen nun beschlossen, die betroffenen Modelle in seinen deutschen Läden nicht mehr anzubieten, solange das Berufungsverfahren läuft. Damit wird das iPhone 7 und iPhone 8 nicht mehr direkt bei Apple erhältlich sein. Das iPhone X war ohnehin nicht mehr in Angebot.

Nicht betroffen sind Geräte, die von Providern oder anderen Händlern noch verkauf werden. Damit sind das iPhone 7 und iPhone 8 laut Cashys Blog weiterhin in 4.300 Standorten in Deutschland kaufbar, lediglich in den 15 Apple-Stores werden sie nun nicht mehr angeboten. Ob sich das Verkaufsverbot damit wirklich auf Apple auswirkt, ist zweifelhaft. Die neueren Modelle iPhone XS, iPhone XS Max und iPhone XR sind von dem Urteil der Landgerichts München ohnehin nicht betroffen. Wenn Apple das Berufungsgericht anruft, könnte dieses das Verkaufsverbot bis zur eigenen Entscheidung auch wieder aufheben.

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