Wenn KI bei der Programmierung zum Einsatz kommt und einen entsprechenden Teil der Entwicklung übernimmt, dann spricht man meistens von Vibecoding. Der Begriff stammt dabei von einem der OpenAI-Gründer als eine neue Art der Entwicklung.
Und wenn man Vibecoding als ein Werkzeug sieht, das einen bei der Programmierung oder dem Coding unterstützt, finde ich das einfach nur genial. Die Realität sieht jedoch anders aus und KI hilft nicht nur bei der Arbeit, sondern übernimmt diese gleich komplett.
Auf Social Media finde ich immer wieder Posts dazu, dass Personen ohne Gegenprüfen den Code als reines Copy-Paste-Verfahren übernehmen und so für unsaubere und teilweise unnötig leistungsziehende Software sorgen.
Hinzu kommt, dass manche Prompter die Leistung der modernen KI-Tools als Cashgrab
missbrauchen und eine App nach der anderen in die Stores werfen, nur um diese irgendwann ohne Updates zu vernachlässigen – spätestens wenn sie kein Geld mehr bringen.
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Dieses KI-Tool der AfD ist eigentlich nicht zulässig
Der Trugschluss vom fehlerfreien KI-Code
Wenn ich mit Freunden aus IT-Firmen spreche oder die Diskussionen auf Reddit verfolge, sehe ich immer wieder ein Bild: Viele lassen künstliche Intelligenz inzwischen ihren Code schreiben und übernehmen das Ergebnis dann blind. Was immer wieder zu stundenlangen Bug-Fixes und Problemen in der Software führt.
Natürlich hängt die Qualität des Codes am Ende von dem verwendeten KI-Tool ab, doch gerade bei den meist verbreiteten Angeboten wie ChatGPT, Gemini, Claude oder Lumo gibt es immer wieder Fehler im Code, die am Ende eine manuelle Anpassung brauchen.
Das habe ich auch in eigener Erfahrung erlebt, etwa wenn ich Websites oder kleinere Programme mit KI-Support gevibecodet habe und bei einem genaueren Blick immer wieder kleine Fehler oder unsaubere Zeilen gefunden habe.
7 Probleme, die beim Vibecode immer wieder auftreten:
Der Reddit-Nutzer Yagnik_Thanki hat vor kurzem in einem Post erklärt, dass er als Leiter eines Entwicklerteams schon bei zahlreichen Vibe-Coded-Apps die Programmierung gesäubert hat. Dabei ist er auf die immer gleichen sieben Probleme gestoßen:
- Offene Hintertüren: Geheime Passwörter und Zugänge liegen ungeschützt im Hintergrund der App – ungefähr so, als würde man den Hausschlüssel direkt unter die Fußmatte legen.
- Scheinsicherheit: Wichtige Schalter (etwa für Administratoren) werden für normale Nutzer in der App zwar ausgeblendet, aber das System prüft im Hintergrund gar nicht, wer die Funktion am Ende wirklich aufruft.
- Datensalat bei Fremdkonten: Ein Nutzer kann durch einfache Tricks (z. B. das Ändern einer Zahl in der Webadresse) plötzlich die privaten Daten anderer Nutzer einsehen.
- Blindflug bei Abstürzen: Geht etwas schief, kriegt der Entwickler es gar nicht mit. Es gibt kein automatisches Warnsystem – und genervte Nutzer beschweren sich nicht, sondern löschen die App einfach.
- Wertlose Notfall-Backups: Es werden zwar Sicherungskopien gemacht, aber niemand aus seinem Team hat je ausprobiert, ob man die Daten im Ernstfall überhaupt wiederherstellen kann.
- Manipulierbare Preise: Beim Kassiervorgang vertraut die App blind den Daten vom Gerät des Nutzers. Wer sich ein bisschen auskennt, könnte die Preise beim Kaufen einfach selbst herabsetzen.
- Heimliche KI-Fehler: Während die KI an einer Ecke der App baut, macht sie unbemerkt an einer ganz anderen Stelle etwas kaputt. Weil niemand den Code liest, merkt es der Entwickler erst, wenn es zu spät ist.
Link zum Reddit-Inhalt
Warum gerade diese Fehler oft in den finalen Apps bleiben, liegt häufig daran, dass es an Wissen fehlt oder der Aufwand, den hundert- bis tausendzeiligen Code einer Software zu prüfen, als zu groß erachtet wird. Am Ende ist die Programmierung schließlich auch für die “Entwickler” neu.
Die App-Store-Flut und der schnelle Euro
Sollte ein Entwickler oder das Team hinter einer App feinsäuberlich vorgehen und die gröbsten Fehler ausgebügelt haben, bleibt am Ende aber immer noch die Frage: Braucht es die Software wirklich?
Die App-Stores werden derzeit nämlich regelrecht von neuen Anwendungen überflutet, was unter anderem die New York Times kürzlich aufgezeigt hat. Dort wird die Welle von Neuerscheinungen in den letzten anderthalb Jahren direkt auf den Vibecoding-Trend zurückgeführt.
Um das Problem dahinter genauer zu benennen: Die Flut verdrängt etablierte, gut durchdachte Angebote durch oft nahezu identische Klone, die in vielen Fällen nur einem Zweck dienen – dem schnellen Geld.
Die New York Times zitiert etwa den Fall eines Softwareentwicklers, der zuvor nie eine Mobile-App gebaut hatte. Mit Vibecoding-Tools zimmert er innerhalb weniger Wochen zwei Apps zusammen, mit denen er in kürzester Zeit etwa 3500 Dollar verdient hat.
Solche Geschichten befeuern den Goldrausch, weshalb auf Plattformen wie Reddit immer wieder geteilt wird, wie viel die Prompter mit ihren gevibecodeten Apps verdient haben. Obwohl es bereits dutzende, oft besser geschriebene Alternativen gibt und sie in vielen Fällen nicht mal den gesamten Code hinter ihrem Programm verstehen.
Das Resultat: Abandonware und unbekannte Datensicherheit
Ähnlich wie beim Bitcoin- und dem NFT-Hype geht es jetzt also mit KI-gecodeten Apps weiter. Diese Goldgräberstimmung wirkt sich dabei immer wieder auf die Langlebigkeit der Software aus.
Spätestens, wenn eine gevibecodete App finanziell nicht mehr lukrativ genug ist, gibt es Entwickler, die ihre Software quasi “wegschmeißen” und sich an das nächste Projekt setzen. Die Apps verrotten damit oft als digitale Einträge in den Stores – ohne Garantie auf Updates.
Das muss nicht die Regel sein, aber im Gegensatz zu einer liebevoll per Hand programmierten App ist die Wahrscheinlichkeit hier deutlich höher, dass eine App vorzeitig ihr Ende findet.
Noch alarmierender ist jedoch der Sicherheitsaspekt. Wenn komplette Apps von KI-Systemen generiert werden, ohne dass ein Mensch die Architektur wirklich versteht, wird es bei sensiblen Daten brandgefährlich – was auch Yagnik_Thankis Reddit-Post belegt.
Zwar gibt es in vielen App Stores, wie etwa bei Google und Apple, starke Sicherheitsprüfungen, doch auch diese haben Limitierungen und lassen hin und wieder Fehler durchrutschen. Zumal einige Probleme auch erst über die Zeit entstehen können. Etwa durch eine Inkompatibilität aufgrund eines Updates durch einen Prozess im Hintergrund.
Hinzu kommen einige Web-Apps oder Programme, die komplett außerhalb der offiziellen Stores angeboten werden und in einigen Fällen gar keiner Prüfung unterliegen. Hier muss aus meiner Sicht zwingend nochmal ein menschliches Auge über den Code schauen – natürlich mit entsprechender Erfahrung.
- Gebühren, strenge Prüfung, harte Richtlinien: Diesen Weg müssen Apps gehen, damit sie für euch sicher sind
- Er erstellte die erste vollständige Malware mit KI-Vibecoding. Sie heißt Voidlink und hinterlässt eine drängende Frage
- Chatkontrollen bleiben: Was das für euch bedeutet und welche Messenger gescannt werden können
Wir dürfen das Kind nicht mit dem Bade ausschütten: Die KI-gestützte Entwicklung bleibt revolutionär. Aber Vibecoding sollte unser Assistent sein, nicht unser Ersatz. Eine App in den Store zu werfen, die schlecht optimiert ist, sensible Daten gefährdet und beim ersten ausbleibenden Profit nie wieder ein Update sieht, ist kein Fortschritt. Es ist digitale Umweltverschmutzung.





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