Was genau sind NFTs und was macht sie so wertvoll?

NFTs verstehen: Was versteckt sich hinter der Abkürzung und was hat das alles mit Blockchain und Kryptowährungen zu tun?

von Alexander Köpf,
21.03.2022 13:07 Uhr

Was sind NFTs? (Bildquelle: PixabayRiki32) Was sind NFTs? (Bildquelle: Pixabay/Riki32)

Seit einer geraumen Weile machen sogenannte NFTs nun schon Schlagzeilen. Immer wieder wird in dem Zusammenhang von sagenhaften Geldbeträgen berichtet. So machte etwa erst vor wenigen Tagen die Meldung im Netz die Runde, dass ein Verkäufer aufgrund eines dummen Fehlers ein NFT anstatt für über eine Million Euro für weit unter einem Cent verkauft hat. Doch was sind diese mysteriösen NFTs überhaupt? Was verleiht ihnen einen Wert?

Was sind NFTs?

NFT steht für Non-Fungible Token, was zu deutsch etwa so viel heißt wie: Nicht austauschbare Wertmarke. Gemeint sind damit vor allem, aber nicht nur digitale Gegenstände. Grundsätzlich kann auch physischen Gegenständen ein NFT zugewiesen werden. So hat etwa Nike die Schuhkollektion Cryptokicks als NFTs verkauft. Meist sind es jedoch virtuelle Bilder, Texte und Töne, wie die nicht zuletzt durch die oben verlinkte Meldung ins Rampenlicht gerückten Etherrocks.

Normalerweise haben digitale Objekte keinen oder zumindest nicht viel Eigenwert, da sie sich grundsätzlich beliebig oft vervielfältigen lassen.

Die Blockchain macht's

Mithilfe der Blockchain-Technologie wird Gegenständen wie den eben besagte Etherrocks oder auch Kunstwerken, Eintrittskarten und anderen digitalen Objekten ein NFT zugewiesen. Somit sind sie eindeutig identifizierbar.

Konkret wird beispielsweise für einen virtuellen Stein ein Zertifikat ausgestellt. Selbst wenn es diesen einen Stein in milliardenfacher gleicher Ausführung gibt, verweist der NFT dennoch auf einen einzigen, bestimmten Stein. Weitere NFTs können auf andere, sogar gleich aussehende Steine geprägt werden. So funktioniert das oftmals bei Sammlungen. Gerne werden die Objekte einer Sammlung aber auch leicht abgewandelt, so ist das beispielsweise bei den Etherrocks. Jeder Etherrock unterscheidet in der Farbgebung minimal von den anderen. Und jeder Stein ist mit eigenen NFT verknüpft.

Sichergestellt wird das durch die vor allem von den Kryptowährungen wie Bitcoin und Ethereum bekannte Blockchain-Technologie, wobei die meisten NFTs auf der Ethereum-Blockchain liegen. Die Blockkette ist im Grunde nichts anderes als eine Reihe von Datensätzen, die kryptographisch miteinander verknüpft sind. Konkret enthält jeder neue Datensatz, sprich: jeder neue Block den Hash-Wert (Streuwert) des vorangehenden Blocks, inklusive diverser Transaktionsdaten und eines Zeitstempels.

Am wichtigsten ist allerdings der darin enthaltene Verweis auf eine entsprechende eindeutig identifizierbare Bild-, Audio- oder Textdatei, die normalerweise auf einem Server eines Drittanbieters liegt. Im NFT selbst sind die digitalen Objekte nicht hinterlegt. Theoretisch ginge das, aber darauf sind NFTs respektive die Blockchain eigentlich nicht ausgelegt.

Ein Problem von NFTs ist, dass sie auf mehreren Blockchains liegen können. Das heißt, zu einem Objekt, egal ob digital oder physisch, kann es theoretisch zwei oder mehrere NFTs geben. Da es keine übergeordnete Instanz gibt, sind grundsätzlich beide gültig. In der Praxis ist es aber so, dass NFTs fast ausschließlich die Ethereum-Blockchain verwenden, weshalb es hier kaum zu Probleme kommt - zumindest noch nicht.

Kann jeder ein NFT erstellen?

Grundsätzlich kann jeder ein NFT erstellen respektive erstellen lassen. Oftmals machen Künstler davon Gebrauch, um mit ihren Werken Geld zu verdienen. Es reicht eine digitale Geldbörse, ein sogenanntes Wallet, und eine passende Handelsplattform. Letztere übernimmt das Erstellen des NFTs, das ist in den meisten Fällen zunächst kostenlos. Erst mit dem Verkauf fallen Gebühren an.

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Warum sind NFTs so teuer?

Nun haben wir geklärt, wie NFTs potenziell zu einem Wert kommen. Doch warum sind manche davon so teuer? Wie können sie mehrere Hunderttausend bis sogar Millionen Euros wert sein?

Um das zu beantworten werfen wir noch einmal einen Blick auf besagte Etherrocks: Im Dezember 2017 wurden genau 100 davon hergestellt und an die Ethereum-Blockchain angehängt. In den ersten drei Jahren wurden nur 30 davon verkauft. Als der berühmte Unternehmer und Influencer Gary Vaynerchuk im August 2021 dann einen Tweet zu Etherrock absetzte, wurden auch die restlichen verkauft und die Preise stiegen sprunghaft auf sechsstellige Beträge an.

Etherrocks sind daher ein gutes Beispiel für den Hype, der um NFTs entstanden ist. Einen ebenso interessanten Fall stellen die sogenannten CryptoKitties und CryptoPunks dar. Die virtuellen Katzen und Punks basieren ebenfalls auf der Ethereum-Blockchain. Eines der am teuersten verkauften NFTs stammt aus der CryptoPunk-Reihe und wechselte am 9. Dezember 2021 für 2.500 Ether den Besitzer. Das sind Stand 21. März 2022 etwas mehr als 6,6 Millionen Euro.

Das bislang teuerste NFT ist das Kunstwerk Everydays - The First 5000 Days des Künstlers Mike Winkelmann alias Beeple. Die Kollage wurde am 11. März 2021 für 42.392 Ether verkauft - das entspricht heute einem Gegenwert von über 112 Millionen Euro.

Wie werden NFTs gehandelt?

NFTs werden von speziellen Plattformen gehandelt. Diese ordnen dem NFT das jeweilige Objekt zu. Käufer und Verkäufer werden wiederum durch ihre Kryptowallets repräsentiert. Kommt ein Kauf zustande, wickelt die Handelsplattform diesen ab und ergänzt via einen Smart Contract die Transaktionsdaten in Form eines Blocks in die Blockchain. Die am weitesten verbreitete Bezahlmethode ist die Kryptowährung Ether, was NFTs als Spekulationsobjekte zusätzlich befeuert.

Sind NFTs überflüssig?

Auch wenn es mit Blick auf virtuelle Steine so scheinen mag, überflüssig sind NFTs nicht. Ganz im Gegenteil: Es gibt digitale Gegenstände, die als Einzelstücke identifiziert werden können sollten. Ein gutes Beispiel hierfür sind Kunstwerke. Auch wenn sie in Form einer JPEG-Datei vorliegen, müssen sie von jemandem erschaffen werden. Im Grunde ist das nichts anderes als in der physischen Welt. Gemälde lassen sich kopieren und gar fälschen, aber nur eines kann das Original sein.

NFTs stehen allerdings auch in der Kritik. Einerseits sind sie längst zu Spekulationsobjekten geworden, von denen in erster Linie jene profitieren, die ohnehin schon über sehr viel Geld verfügen. Andererseits benötigt die Erstellung eines NFTs und das Betreiben der Blockchain eine Menge Strom, was gerade in Zeiten von Klimawandel und steigenden Energiekosten Fragen nach der Sinnhaftigkeit aufwirft.

Wie könnte es mit NFTs weitergehen?

Wenn es nach EA geht, werden NFTs in Zukunft eine wichtige Rolle spielen. Als Beispiel nennt der Publisher Ultimate Team. Gerade wenn es um das Sammeln und Wiederverkaufen von Items in Spielen geht, bieten sich NFTs daher naturgemäß an. Für das sogenannte Metaverse, in dem wir, zumindest wenn es nach großen Techunternehmen wie Meta (ehemals Facebook) geht, einmal arbeiten, spielen und leben sollen, ist eine derartige Technik wohl ebenfalls unerlässlich. Mehr zum Metaverse hört im GameStar-Podcast:

Link zum Podcast-Inhalt

In der ein oder anderen Form werden uns NFTs wohl erhalten bleiben, ganz egal, wie wir das finden. Es gilt allerdings auch, Auswüchse wie das in diesem Zusammenhang immer wieder genannte Pyramidensystem zu verhindern. Hier sind letztlich Regierungen und Unternehmen zum Handeln aufgefordert.

Was haltet ihr von NFTs? Oder genauer gefragt: Was haltet ihr von dem Hype um NFTs? Schreibt es uns gerne in die Kommentare!

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