Gebühren, strenge Prüfung, harte Richtlinien: Diesen Weg müssen Apps gehen, damit sie für euch sicher sind

Bei Apple, Google und anderen Appstores gibt es Millionen von Anwendungen mit unterschiedlichen Ansätzen und Zwecken – doch wie eine App in den Store kommt, ist oft unbekannt.

Wie kommt eine App eigentlich in den Store? Diese Frage habe ich mir für euch gestellt und verrate euch, warum der erste Schritt fast immer zur Kasse führt. (Bildquelle: GameStar Tech, Google Gemini, Prompt: Aaron Hofmann) Wie kommt eine App eigentlich in den Store? Diese Frage habe ich mir für euch gestellt und verrate euch, warum der erste Schritt fast immer zur Kasse führt. (Bildquelle: GameStar Tech, Google Gemini, Prompt: Aaron Hofmann)

Allein im Google Play Store befinden sich rund 2,3 Millionen Apps zum Downloaden, wobei laut Statista über 95 Prozent der verfügbaren Apps kostenlos sind – eine ganze Menge also.

Während manche Anwendungen wie WhatsApp, Discord oder Netflix von großen Tech-Konzernen stammen und dadurch in ihrer Gestaltungsqualität glänzen, gibt es auch kleinere Projekte wie Bluesky, Record Club oder die digitale Bibliothek der Onleihe mit ähnlicher Qualität.

Durch die schieren Massen bleibt ein großer Teil der Apps im Play Store jedoch versteckt und wird von der einen oder anderen wahrscheinlich weniger sinnvollen Anwendung begleitet – zumindest gibt es über 100 Apps, die allesamt nichts machen, außer die Taschenlampe anzuschalten.

Da stellt sich die Frage, wie eine App eigentlich in den Store kommt. Schließlich hat Google, ähnlich wie Apple, Samsung oder auch der quelloffene Appstore F-Droid, feste Vorgaben, welche Kriterien eine App zu erfüllen hat.

Wie kommt eine App eigentlich in den Google Play Store?

Nehmen wir mal an, ihr habt eine App entwickelt – sagen wir einen simplen Timer für den Sport – und ihr wollt diese nun im Play Store von Google veröffentlichen.

Der Code steht, die App ist bereit, doch der erste Schritt für die Veröffentlichung führt euch nicht zu einem Upload-Feld, sondern erstmal zur Kasse.

Wer bei Google Apps veröffentlichen will, braucht ein Entwicklerkonto, das einmalig 25 Dollar kostet und quasi die Eintrittskarte in die Play Console ist. Über dieses Kontrollzentrum könnt ihr nach einer einmaligen Registrierung euren Timer auf den Weg in den Store schicken.

Dafür kommt in der Console erstmal etwas Bürokratie auf euch zu und ihr müsst zunächst ein Formular ausfüllen. Google möchte nämlich wissen, wie die App heißt, wofür sie genutzt wird, wer sie entwickelt hat und was im Code steckt.

Dazu gehören Screenshots, ein Icon, eine Beschreibung und ein Fragebogen, der den Inhalt bewertet. Für eure Timer-App müsst ihr beispielsweise beantworten, ob die App für Kinder geeignet ist, ob es Werbung gibt, welche Daten ihr sammelt und weitere Standardfragen.

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Das dient Google nicht nur dazu, dass sie mehr über euch und eure Beweggründe erfahren, sondern auch, damit die eigentliche Seite im Play Store dann schneller erstellt und gefunden werden kann.

Habt ihr alles ausgefüllt, könnt ihr euren Sporttimer hochladen – Google erfordert dafür das sogenannte AAB-Format für eure App. Und jetzt passiert etwas, das viele unterschätzen: Die App verschwindet erstmal für einen automatisierten Test, ob ihr irgendwelche Schadsoftware eingefügt habt oder gegen die Google-Richtlinien verstoßt.

Das kann bei kleineren Apps mehrere Stunden dauern, manchmal aber auch mehrere Tage, bis ihr eine Rückmeldung bekommt. Sollte alles geklappt haben, erscheint eure Timer-App nun im Store. Falls ein Problem aufgetreten sein sollte, bekommt ihr eine Meldung mit der Bitte, die Fehler zu beheben.

Habt ihr die App entsprechend angepasst, geht der Prozess von vorne los – mitsamt Formularen, Einträgen und Prüfung. Jede App im Google Play Store sollte also zumindest einmal von Google überprüft worden sein – auch wenn es nur ein kleiner Timer oder eine Taschenlampen-App ist.

Diese Richtlinien hat Googles Play Store
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  • Sicherheit & Jugendschutz: Absolutes Verbot von Schadsoftware (Malware), Hassrede, Gewaltverherrlichung, illegalen Inhalten und sexuellen Inhalten. Apps für Kinder unterliegen besonders strengen Schutzregeln.
  • Datenschutz & Transparenz: Jede App benötigt eine gültige Datenschutzerklärung, wobei Entwickler genau angeben müssen, welche Nutzerdaten sie sammeln und wie diese verwendet werden.
  • Keine Täuschung (Fakes): Apps dürfen sich nicht als andere Marken oder Apps ausgeben, um Nutzer in die Irre zu führen.
  • Technische Mindeststandards: Apps müssen moderne Android-Schnittstellen nutzen und dürfen das Gerät oder das Netzwerk nicht manipulieren oder übermäßig belasten.
  • Werbung & Monetarisierung: Werbung darf den Nutzer nicht blockieren oder irreführen. In-App-Käufe müssen sichtbar abgerechnet werden und dürfen nicht versteckt sein.

Weitere Informationen findet ihr auf der Richtlinien-Seite von Google.

Aber: Wie kommt eine App eigentlich in Apples App Store?

Bei Apple läuft es ähnlich ab, nur dass ihr auf mehr Vorgaben achten müsst und strengere Regulierungen habt. Auch hier geht es beispielsweise zuerst zur Kasse, um dem sogenannten »Apple Developer Program« beizutreten.

Hier liegt aber auch schon der erste große Unterschied: Im Gegensatz zu Google zahlt ihr hier 99 Dollar und das auch pro Jahr und nicht einmalig. Der Grund dahinter ist keine Geldgier, sondern Apples Ansatz, um zu verhindern, dass ein Programm mit schlechter Qualität veröffentlicht wird.

Nachdem ihr die Gebühr für eure Timer-App bezahlt habt, müsst ihr nun eure App mit einem speziellen Apple-Zertifikat signieren und darauf achten, dass eure Anwendung über das Programm Xcode gebaut worden ist – also Apples eigenes Werkzeug.

Sollte eure App mit einem anderen Programm erstellt worden sein, kann sie nach den Store-Regeln gar nicht erst eingereicht werden. Hier hat Apple quasi ein eigenes Hausrecht entwickelt, und wenn ihr euch nicht an die Vorgaben haltet, fliegt ihr raus.

Apple MacBook Pro M5 14"
Apple MacBook Pro M5 14"
M5-Chip, ab 16 GB RAM, ab 512 GB SSD

Ist euer Sporttimer angepasst, könnt ihr über App Store Connect (das Gegenstück zur Play Console) hochladen und müsst euch nun mit einem App-Review auseinandersetzen. Hier gebt ihr ähnlich wie bei Google alle Informationen zu eurer Anwendung an und erklärt, was hinter eurem Programm steckt.

Diese werden bei Apple nicht automatisiert, sondern von echten Menschen überprüft, um Fehler zu vermeiden. Die Prüfung umfasst dabei echte App-Tests, bei denen sich die Prüfer durch eure App klicken, sie auf ihre Funktionen testen und mit den Angaben abgleichen.

Auch Apples Richtlinien werden dabei überprüft, die teilweise so streng sind, dass eure App schon bei einem Button, der zu nah am Bildschirmrand platziert ist, durchfallen kann.

Der Prozess ist für viele Entwickler deshalb frustrierend und teuer, weshalb ihr meistens mehr Apps in Googles Play Store findet. Durch die Vorgaben von Apple solltet ihr jedoch einen deutlich geringeren Anteil an qualitativ fragwürdigen Anwendungen finden.

Diese Richtlinien hat Apples Appstore
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  • Schutz vor Schaden: Apps dürfen keine gefährlichen, anstößigen oder illegalen Inhalte enthalten. Nutzererstellte Inhalte müssen gemeldet und blockiert werden können.
  • Keine Fehler: Die App darf beim Testen unter keinen Umständen abstürzen, laggen oder die Batterie extrem leeren. Nicht entfernte Platzhalter führen oft zur sofortigen Ablehnung – etwa Lore Ipsum-Texte.
  • Gestaltung: Apple legt extremen Wert auf die Einhaltung der Human Interface Guidelines. Das Design muss intuitiv, sauber und barrierefrei sein (guter Kontrast, lesbare Schriftarten, Dark Mode).
  • Preistransparenz: Abos und In-App-Käufe müssen unmissverständlich erklären, was sie kosten, wie oft abgebucht wird und wie man kündigt.
  • Kein Spamming: Entwickler dürfen nicht unzählige, fast identische Apps in den Store spülen (z. B. 20 verschiedene Taschenlampen-Apps von demselben Entwickler).
  • Datenschutz-Pranger: Apps müssen über das App Tracking Transparency-Framework um ausdrückliche Erlaubnis fragen, bevor sie Nutzer über andere Apps und Websites hinweg tracken.
  • Urheberrecht: Solltet ihr nicht alle Lizenzen in eurer App besitzen und fremdes Eigentum ohne Erlaubnis nutzen – etwa geschützte Musik oder Markennamen –, fliegt eure App sofort aus dem Store.

Weitere Informationen findet ihr in Apples Richtlinien für die App-Review.

Diese Regelungen gibt es bei anderen Stores:

Samsung: Samsung betreibt mit dem Galaxy Store einen eigenen Marketplace, der vor allem auf Geräten der Marke vorinstalliert ist. Wer dort veröffentlichen will, benötigt ein »Samsung-Seller-Konto«. Der Prozess ähnelt dem von Google: Metadaten ausfüllen, App hochladen, auf Freigabe warten.

Der größte Unterschied ist jedoch, dass Samsung verlangt, dass die Apps für alle Samsung-Geräte optimiert sind und dort besonders gut laufen. Sollten die Anwendungen auf den Smartphones anderer Anbieter besser laufen, kann die Veröffentlichung schwer werden.



F-Droid: Gilt als ein freier Store und geht einen ganz anderen Weg. Der Store ist quelloffen und setzt auf seine Community, weshalb es keine Anmeldegebühren oder Entwicklerkonten im klassischen Sinne gibt. Dafür müssen alle Apps in dem Store quelloffen und idealerweise unter einer freien Lizenz wie GPL oder MIT laufen.

Oft reicht es zudem, ein Git-Repository einzubauen – also den Quellcode öffentlich zugänglich zu machen –, um eine App in dem Store zu listen. F-Droid baut die App dann selbst aus dem Code. Die Kontrolle erfolgt durch ein Team von Ehrenamtlichen, die den offenen Code untersuchen.

In anderen Appstores gelten oftmals ähnliche Regeln wie bei Samsung oder F-Droid. Gut zu wissen ist jedoch, dass ihr in den meisten Stores keine Apps finden werdet, die zuvor nicht mindestens von einem Menschen oder einer Maschine überprüft wurden.


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