Als Extraction-Shooter wird Marathon aktuell häufig mit Arc Raiders verglichen. Das ist zwar einerseits naheliegend, weil Arc Raiders das zuvor eher nischige Genre überhaupt erst so richtig massentauglich gemacht hat.
Es ist andererseits aber auch irreführend, denn Marathon tendiert in eine viel kompromisslosere PvP-Richtung, als das zugängliche, zwanglose und zuweilen extrem Koop-lastige Arc Raiders.
Schaut man sich das Marketing zu Marathon genauer an, wird sehr schnell klar, wen Bungie mit dem neuen Shooter eigentlich ansprechen möchte: Marathon wird schwer und schwitzig und wir werden sterben. Oft. Richtig, richtig oft.
Gemütliche Open-World-Erkundung steht hier nicht auf der Tagesordnung.
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»Der Tod ist nicht fair und dieses Video auch nicht«, heißt es zu einem aktuellen Clip zu Marathon auf X (vormals Twitter). Ein User kommentiert: »Ich lieb's wie 'ihr werdet verdammt nochmal draufgehen' einfach 80 Prozent des Marketings für dieses Spiel ist.« Marathon repostet den Kommentar.
Und er liegt nicht daneben: In den offiziell kuratierten Teaser-Clips aus den Playtests scheuen die Entwickler nicht davor zurück, auch den potenziellen Frust von Marathon zu demonstrieren.
»Ich bin down. Nein, ach so eine verfluchte Kacke ey«, tönt es da durch den Voice Chat. In offiziellem Promo-Material zu einem Multiplayer-Shooter ist sowas eine absolute Seltenheit.
Bungie zeigt ungeschönt, wie der Hase läuft. Mühsam gesammeltes Loot geht in einem Sekundenbruchteil verloren.
Ein User äußert auf X seine Bedenken und schreibt: »Ich kann mir nichts schlimmeres vorstellen, als dass PvP meinen schönen Raid ruiniert.« Marathon kontert trocken: »Dann töte halt einfach alle feindlichen Runner zuerst.« Die Ansage ist klar: Git gud.
9:17
Marathon erklärt seine Klassen im Detail und schafft dabei Erstaunliches: Die negative Stimmung scheint komplett weggeblasen
Marathon wird kein Shooter zum Zurücklehnen und Entspannen. Und das gilt erst recht im Ranked-Modus: Einem aktuellen Leak zufolge müssen Spieler ein sogenanntes Holotag kaufen, um überhaupt Ranked spielen zu können, und darüber hinaus einen gewissen Mindestwert an Gear mitbringen. Danach gilt es, so viel wertvolle Beute wie möglich zu sammeln.
Das führt zu einem von drei Ergebnissen:
- Loot-Ziel erreicht und lebendig entkommen: Rangaufstieg
- Loot-Ziel verfehlt und lebendig entkommen: Rang unverändert
- Nicht lebendig aus der Runde entkommen: Rangabstieg
Holotags gibt’s in verschiedenen Seltenheitsgraden, können von Feinden gelootet werden und zählen zum Loot-Ziel dazu. Zusammengefasst: Nur zu überleben (und das ist im Extraction-Genre schon schwer genug) reicht hier nicht – wer aufsteigen will, muss viel investieren, kämpfen, siegen und die seltensten Items an sich reißen.
Eine Map im Spiel wird das namensgebende Marathon-Raumschiff sein. Und dort geht's dann nochmal extra kräftig zur Sache: »Es ist der härteste Ort zum Überleben im ganzen Spiel. Hier tummeln sich alle Gefahren an einem Ort und zugleich auch noch die krasstesten UESC-Einheiten. Ihr werdet das beste Gear brauchen, sonst macht ihr's dort nicht lange«, sagen die Entwickler fast drohend.
Und dann fügen sie sogar noch hinzu: »Aber selbst auf der Beginner-Map Perimeter werdet ihr sterben… viel sterben.« Es wird also immer offensichtlicher, dass Marathon auf die kompetitive Szene und knallharte PvP-Matches ausgerichtet sein wird – KI-Gegner hin oder her.
Damit hebt sich Marathon klar von Arc Raiders ab, könnte aber auch Casual-Spieler verschrecken. Ob die Rechnung aufgeht, sehen wir zum Release am 5. März.
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