Falthandys galten lange Zeit als technische Kompromisslösungen: Um das faltbare Design zu realisieren, mussten Nutzer und Nutzerinnen oft Einbußen bei der Akkulaufzeit und der Kameraqualität hinnehmen.
Das Vivo X Fold 6 will genau das ändern. Mit einem massiven 6.900-mAh-Akku, einem leistungsstarken Triple-Kamera-System von Zeiss und einem extrem dünnen Gehäuse verspricht der Hersteller ein kompromissloses Flaggschiff-Erlebnis.
Ob das Vivo X Fold 6 diesen hohen Erwartungen im Alltag standhält, wo die Schwächen des Falt-Handys liegen und ob das 2.200-Euro-Handy euer Geld wert ist, erfährt ihr in unserem Test.
Lieferumfang
Den Vivo X Fold 6 liegt zwar kein Netzteil bei, allerdings findet ihr in der Verpackung eine passende Kunststoffhülle, die zur Farbe des Handys passt.
- SIM-Eject-Tool
- Schnellstartanleitung
- USB-C-auf-USB-C-Kabel
- Schutzhülle
Die Hülle besitzt außerdem eine texturierte Rückseite, die das Handy etwas griffiger macht. Auf der Vorderseite ist eine Schutzfolie vorinstalliert, die gegen leichte Kratzer schützt. Für einen besseren Schutz empfehle ich euch, sie langfristig gegen ein Panzerglas auszutauschen (zieht jedoch nicht die Folie vom Innenbildschirm ab, da das zu Schaden führt).
Ein Netzteil ist nicht dabei. Wenn ihr also von der höchsten Ladeleistung von 80 Watt profitieren wollt, müsst ihr es euch separat zulegen.
So habe ich getestet
Ich habe das Vivo X Fold 6 zwei Wochen lang als mein Haupthandy verwendet. Das heißt, ich habe damit Musik gehört, gelesen, Videos geschaut, fotografiert, gefilmt, kontaktlos bezahlt und mehr.
Technische Spezifikationen
| Spezifikationen | Vivo X Fold 6 |
| Display | Innen: 8,02 Zoll faltbares LTPO AMOLED, 120 Hz, 2.312 x 2.504 Pixel Außen: 6,51 Zoll LTPO AMOLED, 120 Hz, 1.120 x 2.528 Pixel, 5.000 Nits (Peak) |
| Abmessungen / Gewicht | Entfaltet: 157,2 x 145,7 x 4,4 (bis 4,8) mm Gefaltet: 157,2 x 74,3 x 9,4 (bis 9,9) mm / 228 g oder 235 g |
| Prozessor | MediaTek Dimensity 9500 Super (3 nm) |
| RAM / Speicher | 12 GB / 256 GB, 12 GB / 512 GB, 16 GB / 512 GB, 16 GB / 1 TB (UFS 4.1) |
| Speichererweiterung | Nein |
| Akku | 6.900 mAh (80 W Kabel, 40 W Wireless, Reverse Wired & Wireless Charging) |
| Rückkamera | 200 MP Haupt (OIS), 50 MP Ultraweitwinkel, 50 MP Tele (3x optisch, OIS) – Zeiss-Optik |
| Frontkamera | 20 MP (Innen) + 20 MP (Außen/Cover) |
| Audio | Stereo-Lautsprecher (24-bit/192kHz Hi-Res Audio) |
| Schutz / Material | IP5X8/IPX9/IP5X Glas (außen), Aluminium (Rahmen), glasfaserverstärkter Kunststoff (hinten) |
| Konnektivität | Wi-Fi 7, Bluetooth 5.4, USB-C 3.2 Gen 2, NFC, Infrarot |
| SIM | Dual-SIM (Nano-SIM + Nano-SIM) |
| Betriebssystem | Android 17 (OriginOS 7 Fold) |
Preis und Verfügbarkeit
In Deutschland, Österreich und der Schweiz startet der Verkauf des vivo X Fold6 am 1.
Oktober über den offiziellen vivo Webshop.
Der Einsteigspreis beträgt 2.200 Euro. Wer das Handy zwischen dem 1. und 31. Oktober kauft, erhält außerdem die vivo WATCH GT 2 als Gratis-Beigabe.
Design und Verarbeitung
Formfaktor: Vivo setzt beim X Fold 6 weiterhin auf den klassischen Formfaktor der vorherigen Falt-Handys und nicht auf das Passport-Design vom iPhone Duo oder Samsung Galaxy Fold 8. Das heißt, zusammengeklappt sieht es aus wie ein gewöhnliches Smartphone und aufgeklappt wie zwei nebeneinander.
Aufgeklappt ist das Handy mit einer Dicke von nur 4,8 Millimeter unglaublich dünn. Selbst zusammengeklappt ist es mit seinen 9,9 Millimetern nicht viel dicker als ein gewöhnliches Smartphone ohne Falt-Feature.
Verarbeitung: Der Rahmen besteht aus Aluminium und die Rückseite aus »glasfaserverstärktem Kunststoff«. Das klingt zwar nicht schlecht, aber Plastik bleibt Plastik. Wenn ihr langfristig Kratzer auf der Rückseite vermeiden wollt, empfiehlt sich die Nutzung einer Hülle.
Das Handy fühlt sich dennoch sehr hochwertig verarbeitet an und ist mit IP5X, IPX8 und IPX9 zuverlässig gegen Kleinpartikel und Feuchtigkeit geschützt. Beim Wasserschutz muss es sich aber dem iPhone Duo geschlagen geben, das sogar IP68 bietet. Trotzdem sollte das Vivo X Fold 6 auch einen kurzen, versehentlichen Tauchgang überleben.
Design: Das Aussehen ist bekanntlich Geschmackssache, aber in meinen Augen ist das Vivo X Fold 6 ein echter Hingucker – vor allem in dieser grün-türkisen Variante. Die Rückseite schimmert im Licht in unterschiedlichen Helligkeiten und die Kamerainsel fügt sich organisch in das Design. Aufgeklappt sieht das Handy aus wie ein Tablet mit nahezu quadratischem Display.
Übrigens ist der Fingerabdrucksensor im Power-Button integriert. Für einen optischen Sensor unter dem Display war das Handy wohl doch zu dünn (beziehungsweise zu voll mit anderen Komponenten). In der Praxis hat der Sensor sehr zuverlässig funktioniert.
Display
Außendisplay: Außen findet ihr einen exzellenten Bildschirm, wie man ihn auch von anderen Flaggschiff-Handys kennt. Konkret kommt hier ein LTPO-AMOLED-Bildschirm mit einer Bildschirmdiagonale von 6,51 Zoll und 1120 x 2528 zum Einsatz.
Dank einer maximalen Bildwiederholrate von 120 Hz sind Animationen zudem butterweich. Die maximale Helligkeit beträgt laut Vivo sagenhafte 5.000 Nits – mit Sternchen. Diese Zahl wird nur bei Dolby-Vision-Inhalten erreicht. Solche Werte werden oft ohnehin nur bei Labortests erzielt, um das Datenblatt aufzublähen. Trotzdem macht das Handy bei hellem Sonnenlicht eine sehr ordentliche Figur. Der Bildschirm bleibt immer leicht ablesbar.
Innendisplay: Aufgefaltet offenbart sich der eigentliche Star der Show. Das LTPO-AMOLED-Innendisplay hat eine Bilddiagonale von 8,02 Zoll, 120 Hertz und 2.312 × 2.504 Pixel – es ist also fast quadratisch. Die Bildqualität ist genau wie beim Außendisplay sehr hoch.
Das Seitenverhältnis eignet sich perfekt dafür links und rechts unterschiedliche Apps gleichzeitig offen zu haben oder um Artikel, E-Books und PDFs zu lesen. Auch das Betrachten von Fotos im 4:3- oder 1:1-Format macht richtig Spaß, weil nahezu der gesamte Bildschirm ausgenutzt wird.
Das Innendisplay ist gut geeignet für das Betrachten von Fotos oder Multitasking. (Bildquelle: Duy Linh Dinh/GameStar Tech)
Weniger gut eignet es sich für das Schauen von Videos, da sie meistens das 16:9- oder 9:16-Format besitzen – viel Bildschirmfläche bleibt ungenutzt. Aber: Das Handy lässt sich dank des Formfaktors ohne separaten Ständer aufstellen, um Videos auf dem Außendisplay zu betrachten.
Die Plastikschicht des Innenbildschirms ist jedoch sehr, sehr anfällig für Fingerabdrücke und die Falte in der Mitte ist bei schrägem Lichteinfall sehr gut sichtbar. Beim Wischen über den Bildschirm ist sie zudem deutlich spürbar.
Prozessor und Speicher
Das Vivo X Fold 6 wird vom MediaTek Dimensity 9500 Super (3 nm) angetrieben. Unterstützt wird er von 12 bis 16 GB RAM, je nach Speicherkonfiguration. Bei meinem Testgerät handelt es sich um das Modell mit 512 GB Speicher und 12 GB RAM.
Geekbench CPU Single Core
Poco F9 Ultra
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Im Geekbench-CPU-Benchmark schneidet das Vivo X Fold 6 im Vergleich zu anderen Flaggschiff-Handys nicht besonders gut ab. Es erreicht nur etwa das Niveau eines deutlich günstigeren Nothing Phone 3. Der Antutu-Benchmark gefällt dem Vivo X Fold 6 deutlich besser. Hier erreicht das Handy eine Punktezahl, etwa auf dem Niveau eines Samsung Galaxy S26.
Was heißt das in der Praxis? Auch wenn die Zahlen beim Geekbench-Benchmark etwas enttäuschend aussehen, schlägt sich das nicht wirklich in der Praxis nieder. Das Handy ist im Alltag absolut flüssig in der Bedienung und selbst anspruchsvolle Spiele wie Where Winds Meet laufen reibungslos.
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Wir testen die Leistungsfähigkeit von Smartphones einerseits mit Apps und Spielen im Alltag. Gleichzeitig messen wir die CPU- sowie Gesamtperformance mit den Benchmark-Apps »Geekbench 6« sowie »AnTuTu Benchmark«, um eine objektive Vergleichbarkeit zwischen Smartphones herzustellen. Geekbench prüft die Single- und Multi-Core-Performance des Gerätes, AnTuTu die Gesamtleistung. Beide Programme geben am Ende eine Punktzahl aus und bieten auf ihrer Webseite zudem ein Ranking mit vielen anderen Geräten an.
Akkulaufzeit
Trotz der sehr dünnen Bauweise des Falthandys, hat Vivo dem X Fold 6 einen sehr großen 6.900-mAh-Akku spendiert.
Ich habe die Akkulaufzeit auf drei verschiedene Arten getestet: Reale Nutzung, PCMark-Benchmark exklusiv mit dem Außendisplay und dann noch einmal nur mit dem Innendisplay.
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Wir verwenden die Android-Software »PCMark«, um einen Akkubenchmark durchzuführen und eine Vergleichbarkeit mit anderen Smartphones zu schaffen. Die App erledigt dabei Alltagsaufgaben wie Web-Browsing, Video-Wiedergabe, Textverarbeitung und Bildbearbeitung, bis der vollständig aufgeladene Akku unter 20 Prozent fällt. Am Ende gibt das Programm eine Zeitdauer als Gesamtergebnis aus.
Reale Nutzung: Das Vivo X Fold 6 kam auf eine beeindruckende Bildschirmzeit von 25 Stunden und 38 Minuten (100 bis 10 Prozent Akkustand). In dieser Zeit habe ich das Handy als meinen Daily-Driver verwendet. Dabei kamen Innen- und Außendisplay im Wechsel zum Einsatz. Außerdem habe ich in diesem Zeitraum viele Fotos geschossen.
Im PCMark-Benchmark sichert sich das Handy einen Platz in der jetzigen Top 5 in puncto Akkulaufzeit – solange man nur den Außenbildschirm verwendet. Bei exklusiver Nutzung des Außendisplays verringert sich die Akkulaufzeit drastisch.
PCMark Akku-Benchmark
Poco F9 Ultra
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Gleichwohl gehört das Vivo X Fold 6 zu den besten Handys mit langer Akkulaufzeit. Die maximale Ladeleistung von 80 Watt sorgt zudem dafür, dass es zügig wieder voll aufgeladen ist.
Kamera
Beim Design eines Falthandys müssen Kompromisse gemacht werden. Immerhin müssen diese Handys möglichst dünn sein, was natürlich bedeutet, dass es weniger Platz für interne Komponenten gibt.
Das Vivo X Fold 6 hat einen sehr großen Akku verbaut, also musste doch bestimmt das Kamerasystem dem Rotstift zum Opfer fallen? Das dachte ich zumindest.
Das Handy ist mit einem beeindruckenden Triple-Kamerasystem ausgestattet und verfügt sogar über eine Periskop-Tele-Linse (Brennweiten-Angaben im Vollformat-Äquivalent):
- Hauptkamera: 23 mm, 1/1.4-Zoll-Sensor mit 200 Megapixel, F/1.68-Blende
- Ultraweitwinkel: 16 mm, 1/2.76-Zoll-Sensor mit 50 Megapixel, F/2.1-Blende
- Periskop-Tele: 70 mm, 1/1.95-Zoll-Sensor mit 50 Megapixel, F/2.6-Blende
- Frontkameras: 21 mm, 1/3.6-Zoll-Sensor mit 20 Megapixel, F2.4-Blende
Die Hauptkamera liefert naturgemäß die beste Bildqualität. Doch sowohl der Ultraweitwinkel als auch das Periskop-Tele müssen sich nicht verstecken. Die Fotos verfügen über eine sehr hohe Schärfe, einen breiten Dynamikumfang und einen Zeiss-typisch hohen Kontrast.
Das 70-mm-Teleobjektiv ist außerdem apochromatisch: Es fokussiert die Farb-Wellenlängen äußerst präzise und sorgt so für schärfere Fotos und deutlich weniger chromatische Aberrationen.
Beispielbilder mit dem Vivo X Fold 6. Die Metadaten könnt ihr vom Wasserzeichen der Fotos ablesen. (Bildquelle: Duy Linh Dinh/GameStar Tech)
Einzig problematisch wird die Bildqualität bei der Darstellung von Text und Gesichtern ab einer Vergrößerungsstufe von 10x. Die KI-Hochskalierung versucht fehlende Details generativ zu ersetzen und dabei kommt es immer wieder mal zu Artefakten und Fehlern. Wie gut die Ergebnisse sind, hängt jedoch stark vom Motiv ab. Bei Landschaften funktioniert der Digitalzoom besser als bei Menschen und Text.
Optionaler Telekonverter
Das Objektiv kann in wenigen Sekunden montiert und abmontiert werden. (Bildquelle: Duy Linh Dinh/GameStar Tech)
Das Handy ist mit der 200mm-Telekonverter-Linse von Vivo und Zeiss kompatibel. Dafür muss eine optional erhältliche Hülle verwendet werden. Dann lässt sich, in einem Handumdrehen, das Objektiv in ein Bajonett um die Kamerainsel herum einrasten.
In der Kamera-App muss der Telekonverter eingeschaltet werden und schon kann man mit hoher Qualität und Bildstabilisierung Fotos mit einer 200-mm-Brennweite fotografieren. Bei Bedarf lässt sich die Vergrößerung digital auf 400, 800 oder sogar 1.600 mm vergrößern. Die letzte Stufe würde ich jedoch vermeiden, da hier der Qualitätsverlust gewaltig ist. Bis 800 mm sind die Ergebnisse noch ansehnlich.
Ohne Telekonverter
Mit Telekonverter
Das Handy ist mit dem angesteckten Objektiv außerdem sehr frontlastig, da die Linse nur aus Metall und Glas besteht.
Es ist jedoch echt praktisch, wie schnell man das Objektiv anbringen und entfernen kann. Ich habe es auf Foto-Spaziergängen immer in meiner Umhängetasche und hole es heraus, wenn ich ein Motiv näher heranholen möchte. Die Installation dauert nur wenige Sekunden.
Zwischenfazit zur Kamera
Das Vivo X Fold 6 beweist mir eindrucksvoll, dass man bei einem dünnen Falthandy mit langer Akkulaufzeit nicht auf ein umfangreiches Kamerasystem verzichten muss. Es mussten zwar dennoch ein paar Kompromisse gemacht werden – die Bildsensoren für das Tele und der Ultraweitwinkel sind nicht besonders groß –, aber alles in allem liefern Vivo und Zeiss ein sehr rundes Gesamtpaket ab, das mit einem Telekonverter sogar erweitert werden kann.
Wenn euch Fotografie-Features wichtig sind und ihr auf der Suche nach einem Falthandy seid, dann sollte dieses Gerät weit oben auf eurer Liste stehen – solange euch der hohe Preis nicht abschreckt (die Kosten für den Telekonverter kommen ja noch hinzu).
Lautsprecher
Die Qualität und Lautstärke der verbauten Lautstärker ist sehr ähnlich, wie bei meinem Xiaomi 15 Ultra. Der Sound ist schön klar, aber etwas dünn, was bei einem Handy allerdings nicht verwundert. Für das Ansehen von Videos, Hören von Podcasts, Telefonate oder auch für gelegentliches Musikhören reicht die Qualität aus. Wer mehr erwartet, sollte Kopfhörer oder Bluetooth-Lautsprecher verbinden.
Beachtet jedoch, dass sich beide Lautsprecher nur auf der linken Hälfte des Handys befinden, wenn ihr das Gerät aufklappt. Wünscht ihr echten Stereo-Sound, müsst ihr das Handy aufgeklappt um 90 Grad rotieren, sodass sich die beiden Lautsprecher wieder links und rechts befinden.
Konnektivität
Das Vivo X Fold 6 verfügt über alle wichtigen Konnektivitäts-Standards.
- 5G
- Wi-Fi 7
- Bluetooth 6.0
- NFC
- USB-C 3.2 mit DisplayPort-Ausgang
- Dual-SIM
Betriebssystem und Updates
Software: Das Vivo X Fold 7 läuft mit Origin OS7 Fold, das auf Android 17 basiert. Wer schon einmal ein Android-Handy bedient hat, wird sich sofort zurechtfinden.
Genau wie viele andere chinesische Hersteller hat sich Vivo von Apple die Live-Aktivitäten der Dynamic Island abgeschaut und in ihr Betriebssystem integriert. Die größte Besonderheit von Origin OS7 Fold wird erst beim Aufklappen des Handys sichtbar.
Der Formfaktor eignet sich auch sehr gut für Videoschnitt und Fotobearbeitung. (Bildquelle: Duy Linh Dinh/GameStar Tech)
Das Handy hat eine konfigurierbare Taskleiste, mit der ihr schnell zwischen Apps springen könnt oder ihr haltet ein Symbol und zieht es in den Bildschirm hinein, um es in einem Fenster zu öffnen. Alternativ zieht ihr es an den Bildschirmrand, um eine Splitscreen-Ansicht zu starten. Wenn ihr wollt, könnt ihr die Taskleiste auch ausblenden, indem ihr mit dem Finger auf eine leere Stelle drückt und kurz hält.
Es gibt außerdem eine Action-Taste, die mit verschiedenen Funktionen belegt werden kann. Ihr könnt festlegen, was passieren soll, wenn ihr sie länger gedrückt hält oder zweimal schnell tippt. Ich nutze sie vor allem, um das Handy stummzuschalten, um die Kamera zu öffnen und als physischen Auslöser.
Updates: Aus den Pressematerialien geht bisher nicht hervor, wie lange das Vivo X Fold 6 mit Updates versorgt werden soll. Ausgehend von vorherigen Flaggschiffen des Herstellers, rechnen wir mit 5 Jahren Sicherheitsupdates und 3 bis 4 OS-Upgrades. Eine konkrete Angabe existiert noch nicht. Wenn wir mehr Informationen haben, aktualisiere ich den Test an dieser Stelle.
Für wen lohnt sich das Vivo X Fold 6?
Das Vivo X Fold 6 lohnt sich für euch, wenn …
- … ihr ein Falthandy mit besonders langer Akkulaufzeit sucht.
- … ihr bei einem Falthandy nicht auf Kameraqualität verzichten wollt.
- … ihr für euch einen Vorteil in einem kompakten Gerät seht, das Smartphone, Tablet und Kamera zugleich sein kann.
- ... euch der sehr hohe Preis nicht abschreckt.
Alternativen
Samsung Galaxy Z Fold 8: Das Samsung Galaxy Z Fold 8 eignet sich aufgrund seines Formfaktors besser für das Anschauen von Videos im aufgeklappten Zustand. Das Handy ist im geschlossenen Zustand zudem nur so groß wie ein Passport. Leider verzichtet ihr mit dem Fold 8 auf eine Tele-Zoom-Kamera.
iPhone Duo: Wer nicht im Android-Lager bleiben möchte, hat jetzt die Möglichkeit zum iPhone Duo zu greifen. Das Handy besitzt einen sehr ähnlichen Formfaktor wie das Samsung Galaxy Z Fold 8 und ist somit relativ kompakt im geschlossenen Zustand. Auch hier verzichtet ihr jedoch auf eine dritte Kamera.
Honor Magic V6: Wie das Vivo X Fold 6 besitzt das Honor Magic V6 ein Triple-Kamera-System. Bei diesem Gerät profitiert ihr von sieben Jahren Updates, müsst aber eine deutlich schwächere Akkulaufzeit hinnehmen. Das Design beider Handys ist jedoch sehr ähnlich.
Fazit
Das Vivo X Fold 6 beweist eindrucksvoll, dass die Zeit der großen Kompromisse bei Falthandys vorbei ist. Der Hersteller hat es geschafft, ein unglaublich dünnes Gerät zu entwerfen, das sich im geschlossenen Zustand wie ein normales Flaggschiff anfühlt und aufgeklappt seine Tablet-Größe entfaltet.
Besonders hervorzuheben ist die herausragende Akkulaufzeit. Der 6.900-mAh-Akku sorgt dafür, dass das X Fold 6 selbst bei intensiver Nutzung sicher durch den Tag und oft auch noch durch den nächsten kommt.
Auch das Kamera-Setup ist für ein Falthandy bemerkenswert: Das Zeiss-Triple-Kamerasystem liefert exzellente Bilder und die Möglichkeit, einen optionalen Telekonverter für echte 200 mm Brennweite anzuschließen, ist ein praktisches Alleinstellungsmerkmal, das Fotografen-Herzen höherschlagen lässt. Die Leistung im Alltag ist durchweg auf hohem Niveau und lässt kaum Wünsche offen.
Perfekt ist das X Fold 6 jedoch nicht. Die Kunststoff-Rückseite wirkt bei einem Gerät dieser Preisklasse etwas deplatziert und die Falte im Innendisplay ist nicht nur sichtbar, sondern auch deutlich spürbar.
Zudem zieht die Kunststoffoberfläche des Innenbildschirms Fingerabdrücke magisch an. Ein weiterer Kritikpunkt ist der manchmal zu aggressive KI-Zoom, der bei feinen Details zu unnatürlichen Artefakten führen kann. Zuletzt bleibt abzuwarten, wie lange Vivo das Gerät tatsächlich mit Software-Updates versorgen wird.
Zusammenfassend kann gesagt werden: Wer auf der Suche nach einem Falthandy ist und keine Abstriche bei der Kameraqualität oder der Akkulaufzeit machen möchte, findet im Vivo X Fold 6 aktuell eine der besten, wenn nicht sogar die beste Option auf dem Markt. Es ist ein echtes Premium-Gerät für anspruchsvolle Nutzer – vorausgesetzt, das nötige Kleingeld ist vorhanden.


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