Ein Wissenschaftler hat schon 1925 die Streaming-Idee und AR-Brillen vorausgeahnt, und das ist noch nicht alles

Ein spannender Blick darauf, wie sich ein britischer Wissenschaftler im Jahr 1925 unsere Gegenwart vorgestellt hat.

Die Vorhersagen des britischen Wissenschaftlers Archibald Montgomery Low für das Jahr 2025 erinnern stellenweise durchaus an die Streaming-Idee, die Netflix so groß gemacht hat. (Bild: Wikipedia, Netflix) Die Vorhersagen des britischen Wissenschaftlers Archibald Montgomery Low für das Jahr 2025 erinnern stellenweise durchaus an die Streaming-Idee, die Netflix so groß gemacht hat. (Bild: Wikipedia, Netflix)

Vor 100 Jahren sah die Welt noch ganz anders aus, aber eines gab es auch damals schon: Kinos.

Wie sie sich bis ins Jahr 2025 verändern, hat der britische Wissenschaftler Archibald Montgomery Low vorhergesagt, neben vieler anderer Prognosen.

Er trifft den Nagel damit zwar nicht auf den Kopf. Aber das, was er mit den folgenden Worten beschreibt, erinnert uns schwer an das Schauen von Netflix & Co. auf einer virtuellen Kinoleinwand mit einer VR- oder Mixed-Reality-Brille:

Im Kino wird gleichzeitig ein halbes Dutzend Filme auf der Leinwand gezeigt und durch Einstellen eines Beobachtungsgeräts wählt man den Film aus, den man sehen möchte und alle anderen werden ausgeschaltet.

Die Grundkomponenten der Streaming-Idee und einer AR-Brille sind jedenfalls da:

  • Wir entscheiden uns spontan, welchen Film wir sehen wollen, statt eine fixe Vorauswahl zu treffen (auch wenn man über eine Auswahl von sechs Filmen heutzutage nur müde lächeln kann).
  • Wir setzen unsere Wahl mit Hilfe eines zusätzlichen Geräts um (im englischen Original als observation apparatus bezeichnet), das Einfluss auf das hat, was wir mit unseren Augen sehen.

Doch Low hat noch einige weitere spannende Vorhersagen getroffen, wie die Webseite findmypast.co.uk berichtet, die wir uns im Folgenden ansehen. Teilweise lag er damit goldrichtig, manchmal aber auch klar daneben (Stichwort Alle Gehwege sind Rollbänder, um uns nerviges Laufen zu ersparen).

Wer war Archibald Montgomery Low? Der Ingenieur und Physiker gilt laut Wikipedia als der Entwickler der ersten motorisierten Drohne. Außerdem hat er unter anderem an der Technik von Flugzeugen und Lenkraketen gearbeitet sowie erste Erfolge im Bereich der Television verzeichnet. Er ist 1888 in London geboren und 1956 dort verstorben.


Deutlich leichter als 100 Jahre in die Zukunft zu blicken, gestaltet sich unsere aktuelle Vorschau auf 15 der spannendsten Open-World-Spiele, die 2025 erscheinen:

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1. Vorhersage: Wecker für alle

PrognoseTreffergenauigkeit
Wir werden pünktlich von einem Radiowecker
geweckt, der so eingestellt ist, dass er das
entsprechende Signal zu der Zeit empfängt, zu
der wir aufstehen möchten.
eingetroffen

Was aus heutiger Sicht völlig selbstverständlich klingt (wenn auch mittlerweile oft durch das Smartphone statt durch einen reinen Radiowecker gelöst), war damals etwas Besonderes.

Es gab in Großbritannien sogar bis in die 1950er Jahre hinein sogenannte knocker upper. Das waren Menschen mit der Aufgabe, morgens um die Häuser zu ziehen und die arbeitende Bevölkerung durch laute Klopfgeräusche pünktlich zu wecken.

2. Vorhersage: Bessere Telefone

PrognoseTreffergenauigkeit
In Büros wird es gute automatische Telefone
geben, die jedes Mal die richtige Nummer
wählen.
größtenteils eingetroffen

Eine Prognose, die man auch vor dem Hintergrund von den damaligen Telefonen mit Wählscheibe betrachten muss. Mit einem Smartphone kann dagegen heutzutage beim Wählen deutlich weniger schiefgehen, solange man den richtigen Kontakt auswählt.

3. Vorhersage: Fernseher mit Lautsprechern

PrognoseTreffergenauigkeit
Ein Lautsprecher wird die Nachrichten
übermitteln und ein Fernsehgerät wird die
Zeitung mit Bildern ersetzen.
größtenteils eingetroffen

Bedenkt man, dass Low selbst an TV-Technik gearbeitet hat, ist das keine allzu überraschende Prognose. Gleichzeitig gibt es trotz weiter Verbreitung von Fernsehern auch heute noch gedruckte Zeitungen.

Die Kombination von TV und Lautsprechern ist aus heutigen Wohnzimmern aber praktisch nicht mehr wegzudenken, und das abendliche Ansehen der Tagesschau (oder einer anderen Nachrichtensendung) in vielen Haushalten immer noch üblich.

Video starten 1:17 GameStar Tech-Tipp: Wie groß sollte ein TV sein und welcher Abstand zum Fernseher ist optimal?

4. Vorhersage: Wind und Wasser (mehr) für uns nutzen

PrognoseTreffergenauigkeit
Wind und Gezeiten sollen in den Dienst des
Menschen gestellt werden.
größtenteils eingetroffen

Die Grundidee, den Wind und die Gezeiten für menschliche Zwecke zu nutzen, ist bereits zu Zeiten von Lows Vorhersagen und in ersten Anfängen sogar schon deutlich früher umgesetzt worden.

In der Form, wie es moderne Windkraftanlagen und Gezeitenkraftwerke heutzutage tun, war das damals aber längst noch nicht der Fall.

5. Vorhersage: Mehr Maschinen

PrognoseTreffergenauigkeit
Das Leben soll durch den Einsatz von
Maschinen, die alle schweren und
unangenehmen Arbeiten übernehmen,
erheblich erleichtert werden.
teilweise eingetroffen

Es gibt bis heute viele schwere und unangenehme Arbeiten, die weiterhin von Menschen und nicht von Maschinen übernommen werden (müssen).

Aber im Vergleich zum Jahr 1925 hat sich die Zahl technischer Hilfsmittel, die uns anstrengende und/oder lästige Arbeit abnehmen, deutlich erhöht, von riesigen Baumaschinen bis hin zu Saugrobotern.

6. Vorhersage: Nie mehr laufen müssen

PrognoseTreffergenauigkeit
Wenn wir zu Fuß irgendwohin müssen, werden
bewegliche Gehwege uns die Anstrengung
ersparen.
kaum eingetroffen

Der Idee eines beweglichen Gehwegs kommen moderne Rolltreppen oder Rollbänder, wie man sie etwa von Flughäfen mit langen Laufwegen her kennt, wohl am nächsten.

Was Low hier beschreibt, klingt aber eher danach, dass nahezu jeder Gehweg ein Laufband ist, was bis heute nicht der Fall ist. Wie wünschenswert das wäre, steht gleichzeitig auf einem anderen Blatt.

7. Vorhersage: Morgendliche Behandlung

PrognoseTreffergenauigkeit
Morgens werden wir uns ein paar Minuten lang
einer Radiolichtbehandlung oder einer
Massage unterziehen, um fit und wach für die
Geschäfte des Tages zu bleiben.
kaum eingetroffen

Es mag Menschen geben, die sich jeden Morgen massieren lassen. Bei den meisten dürfte das allerdings nicht der Fall sein.

Einer morgendlichen Lichtbehandlung entsprechen ein Stück weit Tageslichtlampen. Aber auch sie dürften trotz wachsenden Interesses, wie der Online-Händler Galaxus jüngst mitgeteilt hat, eher eine Ausnahme statt die Regel sein.

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8. Vorhersage: Spezielle Kleidung

PrognoseTreffergenauigkeit
Jeder trägt einteilige Anzüge und Hüte aus
synthetischem Filz
nicht eingetroffen

Weder Einteiler noch Hüte oder Filz haben sich auf breiter Basis bei unseren Kleidungsstücken durchgesetzt und erst recht nicht miteinander kombiniert.

Noch ein Kuriosum zum Schluss

Bei der Vorhersage zum Wecker nennt Low auch die Zeit, zu der man in Zukunft (beziehungsweise heute) voraussichtlich geweckt werden möchte: um halb zehn.

Eine Angabe, bei der Low vielleicht davon ausgeht, dass wir durch den Fortschritt weniger arbeiten müssen. Mal von schwankenden Weckzeiten je nach Beruf abgesehen.

Doch trotz inzwischen drastisch veränderter Arbeitswelt dürfte die durchschnittliche Zeit für das Aufstehen in Deutschland in der Woche deutlich früher liegen als um halb zehn.

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