Sport ist Mord. Kennt man ja die Übertreibung. Ich bin selbst nicht der sportlichste Typ, abgesehen vom täglichen Mittagsspaziergang und unregelmäßigem Badmintonspielen. Um mehr Bewegung zu bekommen, habe ich mir ein Walking-Pad fürs Büro besorgt, genauer gesagt das SportPlus SP-TM-1100-iE. Preispunkt: 330 Euro.
Vier Wochen später ziehe ich ein erstes Fazit. Konnte ich meinen inneren Schweinehund überwinden oder verstaubt das Teil in der Ecke? Und in welche Ecke stellt man so einen Oschi überhaupt? Die wichtigsten Fragen dazu werde ich beantworten.
Transparenzhinweis und Sparcode: Sportplus hat mir das Walking-Pad für den Selbsttest kostenfrei zur Verfügung gestellt. Der Hersteller hatte keinen Einfluss auf den Artikelinhalt und bekam zuvor keine Einsicht. Es bestand keine Verpflichtung zu einem Bericht.
Wenn ihr ein Walking-Pad kaufen möchtet, könnt ihr mit dem Code GAMESTAR15 bis zum 31. Januar 2025 15 Prozent sparen – und zwar auf jedes Modell im Sport Plus-Shop.
Walking-Pad von SportPlus: Was gefällt mir und was nicht?
Das Walking-Pad mit der Bezeichnung SP-TM-1100-iE ist genau das, was man sich darunter vorstellt: ein flaches Laufband ohne Stangen zum Festhalten, das man vor den Schreibtisch legen kann.
Angetrieben wird das Band von einem 350 Watt starken DC-Hochleistungsmotor. Anschließen lässt sich das Walking-Pad ganz normal an jeder Steckdose. Drei Bildschirme verraten mir Laufgeschwindigkeit, Laufzeit und Strecke; über drei Knöpfe kann ich die Geschwindigkeit erhöhen/verringern und das Gerät ein- und ausschalten. Wahlweise liegt auch eine Fernbedienung bei.
Nicht zu unterschätzen sind Maße und Gewicht. Das Walking-Pad bringt 25 kg auf die Waage. Die Maße liegen bei 134 x 54 x 12 Zentimetern, wobei die reine Lauffläche 132 x 36,5 Zentimeter beträgt. Ich dachte erst, das Band sei relativ schmal, im Praxistest hat das aber ausgereicht.
Apropos Gewicht: Das Laufband von SportPlus ist bis 120 Kilo belastbar.
Nachstehend eine kleine Galerie mit Bildern vom Auspacken, dem Lieferumfang und meinem Set-up.
Maße, Gewicht und Stromanschluss führen schon zum ersten Schweinehund, den ich immer wieder überwinden muss.
Das Walking-Pad muss man immer wieder verräumen. Das klingt vollkommen logisch und trivial, das bedeutet aber auch, dass man es immer wieder hervorholen und anschließen muss, was eine zusätzliche Hürde darstellt, vor allem dann, wenn man um Ausreden nicht verlegen ist.
Was mir gut gefällt
Ein Disclaimer vorweg: Ich habe mir das Walking-Pad von SportPlus besorgt, weil ich mich mehr bewegen will. Im Zuge dessen habe ich auch nicht minutiös meinen Fortschritt überwacht, weil ich erstens nicht die Absicht verfolge, irgendwann einen Halbmarathon zu laufen, und zweitens die meisten sich so ein Schreibtisch-Laufband kaufen, um nebenher ein paar Kilometer zu marschieren. Es soll also so simpel wie möglich sein: Aufbauen und Laufen und bestenfalls auch noch Spaß machen.
Das Walking-Pad ist wirklich kinderleicht zu bedienen. Anschließen, Einschalten, Wunschgeschwindigkeit einstellen und es kann losmarschiert werden.
Die Geschwindigkeit lässt sich granular einstellen; zwischen 0,8 km/h und 6 km/h ist in 0,1er-Schritten alles drin. In Meetings, in denen ich keinen Redeanteil habe, laufe ich schneller (vorwiegend so 4,5 bis 5 km/h), beim Arbeiten und in Meetings, in denen ich viel spreche, bin ich mit zwischen 2 und 3 km/h unterwegs, damit ich meinen Kolleginnen und Kollegen nicht ins Ohr keuche. Generell sind 5 bis 6 km/h nicht zu unterschätzen. Ja, das ist schnelle Schrittgeschwindigkeit, aber auf Dauer kommt man da trotzdem ins Schwitzen.
Das Walking-Pad läuft langsam an und ab. Sprich: Das Laufband kommt nicht abrupt zum Halt, wenn man auf Stopp drückt, andernfalls würde es einen nach hinten wegscheppern.
Man braucht keine Tracking-App. Klar, man kann sich eine kostenlose Lauf-App herunterladen und nutzen, wenn man mag, aber nötig ist es nicht. Seinen Fortschritt sieht man auf den Displays, sollte man ihn verfolgen wollen.
Transportrollen erleichtern das Verräumen. Einen 25-Kilo-Protz mal eben durchs Zimmer wuchten, kann nicht jeder.
Was mir nicht gefällt
Die Verarbeitung könnte besser sein. Chassis und Fernbedienung bestehen aus Kunststoff, wirklich hochwertig fühlen die sich aber nicht an. In meinem Fall funktioniert eines der Displays nicht zuverlässig und eine zweite Fernbedienung musste ich auch nachordern. Die beiden Punkte sind für mich kein Beinbruch, bestätigen aber den Eindruck.
Man wird relativ allein gelassen. Was meine ich damit? Dadurch, dass es keine dedizierte Begleit-App gibt und die Anzeigen recht spartanisch sind, gibt einem SportPlus nichts an die Hand. Kein Laufziel, keine Modi abseits der Geschwindigkeit, nichts. Das ist schön clean, wer aber eine zusätzliche Motivation sucht, wie etwa durch Ziele oder Fortschritte, muss die selbst stecken und überwachen.
Was ich gerne vorher gewusst hätte
So ein Walking-Pad nimmt Platz weg. Logisch, aber wie viel Platz man eigentlich braucht, unterschätzt man schnell. Ich habe zum Beispiel nicht den Stauraum, das Laufband einfach unter den Schreibtisch zu schieben. Bei mir steht es an den Schrank gelehnt hinter mir (hochkant geht übrigens auch). Nicht schlimm, aber man sollte sich der Größe bewusst sein.
Bewegungen tracken ist schwer. »Mach’ ich mit der Apple Watch« – dachte ich zumindest, aber die fragt mich immer wieder »trainierst du noch?«, weil ich nicht schnell genug laufe. Wenn ihr euer Walking-Pad nicht per Bluetooth mit einer passenden App verbindet, erschwert ihr euch das Überwachen der eigenen Daten.
Sportbekleidung ist ein Muss. Nach 30 Minuten im Schnellschritt kommt man ins Schwitzen, mehr noch, wenn man keine kurze Hose und/oder T-Shirt trägt. Die Anleitung rät dazu, Laufschuhe zu verwenden, was ich getan habe. Die haben mehr Grip und die Verletzungsgefahr ist dadurch deutlich niedriger.
Draußen laufen ist abwechslungsreicher. Was er nicht sagt. Ich meine damit aber nicht Flora und Fauna, an der man sich dabei erfreuen kann. Auf dem Laufband mache ich immer die gleichen Bewegungen und das eine ganze Zeit lang im selben Tempo. Das ist nicht nur öder, sondern belastet den Körper auf eine andere Art und Weise.
Alternativen zu SportPlus
Nur eine Suche auf Google zeigt, dass es ein ganz schön breites Angebot an Laufbändern gibt – und damit meine ich nicht die gute alte Tretmühle, die dann doch bei Oma im Keller versauert.
WalkingPad P1: Dieses Modell behebt einen meiner größten Schmerzpunkte: Es lässt sich zusammenklappen. Laut Hersteller passt es sogar unters Bett oder Sofa. Mit dem Alurahmen ist es allerdings noch schwerer und ruft mit 469 Euro einen höheren Preis auf.
Citysports Laufband: Die Budget-Variante schlägt mit 180 Euro zu Buche und bietet augenscheinlich einen ähnlichen Funktionsumfang wie mein Walking-Pad. Käufer auf Amazon monieren allerdings die Lautstärke und mit 20 Kilo wirkt es leichter und kleiner als das SP-TM-1100-iE.
LifeSpan TR5000: Das ist die Premium-Variante, die einen höhenverstellbaren Schreibtisch auf Wunsch mitliefert. Das Laufband ist größer, breiter und es lassen sich Laufmodi auf einem separaten Display einstellen. Das kostet allerdings auch: 1.900 Euro berappt die Kombo in der günstigsten Ausführung.
Walking-Pad im Büro: Wichtige Fragen beantwortet
Wer mit so einem Laufband für den Schreibtisch liebäugelt, dem stellen sich sicherlich allerhand Fragen. Ich habe mich unter den Kollegen umgehört und werde die wichtigsten beantworten.
Habt ihr noch weitere Fragen, schreibt sie gerne in die Kommentare! Ich beantworte sie dort oder ergänze sie nachträglich im Artikel.
Kann man gleichzeitig Laufen und Arbeiten?
Die Frage lässt sich nicht pauschal beantworten, aber für mich funktioniert das – auch, wenn ich auf der Tastatur tippe oder die Maus bediene. Was mir dabei aufgefallen ist:
- Ich bin beim Arbeiten langsamer. Ja, wenn man irgendwann im Trott ist, funktioniert das Laufen nebenher, aber ich war trotzdem nicht so flott, als wenn ich nur stehe oder sitze.
- Laufen und Gucken geht wunderbar. Ich habe festgestellt: Wenn ich Artikel Korrektur lese oder mir ein Video anschaue, dann geht das mit dem Laufen leicht.
- Zum Trinken absteigen! Arme und Finger bewegen ist kein Problem, aber wenn die Kehle brennt und man Glas, Tasse oder Flasche ansetzt, geht oft etwas daneben (und im Meeting ist das echt peinlich). Ich bin lieber kurz abgestiegen, anstatt auf die Tastatur zu tropfen oder mich auf die Nase zu legen.
Wie hoch ist die Geschwindigkeit?
Wie am Anfang des Artikels bereits erwähnt, kann ich beim Laufband von SportPlus zwischen 0,8 und 6 km/h jede Geschwindigkeit in 0,1er-Schritten einstellen.
Eine Recherche hat ergeben: Das ist so etwas wie der allgemeingültige Standard. Fast alle Mitbewerber haben dieselbe Einstellung. Das bedeutet aber auch: zum Joggen ist so ein Walking-Pad nicht geeignet.
Wie laut ist das Walking-Pad?
Eine Dezibel-Angabe kann ich nicht machen, aber so viel: Weder meine Meeting-Partnerinnen und -Partner haben vom Band etwas gehört, noch haben sich die Nachbarn beschwert (ich habe aber auch eine Bodenmatte unter dem Schreibtisch). Ich selbst kann auch noch bequem Musik nebenher hören und das Geräusch stört mich nicht.
0:42
Walking Pad - Bei der Arbeit am Schreibtisch Sport machen - Ja, das geht, aber wie laut? So hört es sich bei Kollegin Rae an.
Wo ist der Unterschied zu einem Laufband?
Auf den ersten Blick ähneln sich die beiden Geräte sehr, aber auf den zweiten werden die Unterschiede relativ schnell klar.
- Geschwindigkeit & Einsatzgebiet: Walking-Pads sind zum Gehen gedacht und für den Einsatz am Schreibtisch. Laufbänder dienen dem Sport und werden entsprechend deutlicher schneller.
- Größe & Belastbarkeit: Walking-Pads sind bewusst kleiner gehalten, damit man sie besser verstauen kann. Dementsprechend sind sie auch weniger stabil als Laufbänder, da sie weniger belastet werden (können).
- Preis: Ja, es gibt teure Walking-Pads, aber Laufbänder sind in ihrer Funktionalität deutlich fortgeschrittener und demnach im Schnitt auch teurer.
Braucht man einen höhenverstellbaren Schreibtisch?
Klare Antwort: Kommt darauf an. Wollt ihr eure Meeting-Partner anschauen? Dann ja. Habt ihr die Kamera aus? Dann kann der Rechner stehen, wo er will. Wollt ihr laufen und gleichzeitig arbeiten? Dann führt kein Weg dran vorbei.
Ein höhenverstellbarer Schreibtisch ist nicht zwingend notwendig, aber er empfiehlt sich stark.
Ersetzt ein Walking-Pad das Spazierengehen?
Für mich persönlich nicht. Wie ich bereits schrieb, mache ich auf dem Laufband immer die gleichen Bewegungen, draußen nicht. Ich nutze das Spazierengehen auch, um frische Luft zu schnappen und generell zur Erholung.
Seid ihr keine regelmäßigen Spaziergänger so wie ich, dann kann das Walking-Pad diese Art von Bewegung durchaus ersetzen, denn ein bisschen Bewegung ist besser als gar keine Bewegung.
Fazit
Maxe Schwind
Arbeiten und Laufen funktioniert überraschend gut zusammen und ich habe meinem Schweinehund ein Schnippchen geschlagen: Meetings, bei denen ich ohnehin am Rechner bin, nutze ich so quasi noch einmal zusätzlich aus.
Das sind Feststellungen, die ich in den letzten vier Wochen gemacht habe:
- Ich habe mich mehr bewegt.
- Ich habe mehr getrunken.
- Ich hatte mehr Energie.
- Ich bin weniger verspannt.
- Ich bin einen Ticken ausgeglichener.
- Ich bin während Meetings oder beim Arbeiten konzentrierter.
Unterm Strich bin ich zufrieden mit dem SportPlus SP-TM-1100-iE. Ich bewege mich mehr und fühle mich ein bisschen fitter. Einen Halbmarathon werde ich deswegen nicht laufen, aber jedes bisschen Bewegung zählt.
Als Ersatz für Bewegung oder gar Sport betrachte ich das Walking-Pad nicht. Es ist mehr ein Bonus. Falls jemand wenig Bewegung bekommt, ist so ein Gadget trotzdem empfehlenswert. Ein paar Kilometer am Schreibtisch gelaufen ist besser, als gar nicht gelaufen zu sein.
Meine Kollegin Rae hat letztes Jahr ein ähnliches Experiment gestartet. Ein Walking-Pad war für sie eine der besten Entscheidungen, die sie in drei Jahren Homeoffice getroffen hat. Sie ist das allerdings weniger laissez faire rangegangen als ich und hat in derselben Zeit dreimal so viele Kilometer gesammelt.
Ich werde in sechs Monaten noch einmal neu evaluieren. Kommt mein Schweinehund zurück? Verstaubt das Walking-Pad oder werde ich tatsächlich gesünder sein? Das wird mir der Sommer 2025 zeigen.
Habt ihr weitere Fragen zum Walking-Pad im (Home-)Office? Dann stellt sie gerne in den Kommentaren. Ich werde sie so gut es geht beantworten.



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