Im November 2025 feierte die Bezahlmethode Wero den Start als Bezahlmethode im Online-Handel. Die PayPal-Alternative soll zudem im laufenden Jahr auch an den Kassen im stationären Laden funktionieren.
Wie das Handelsblatt nach einer eigens durchgeführten Umfrage unter den zehn größten deutschen Onlinehändlern berichtet, fehlt allerdings die Akzeptanz bei den Händlern. Lediglich einer aus den Top 10 stellt eine Wero-Integretation in Aussicht und nennt dabei nicht einmal ein Startdatum.
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Was ist Wero eigentlich?
Das im Sommer 2024 gestartete Wero wurde in Medien schon mehrfach als »Europas Antwort auf PayPal, Mastercard und Visa« bezeichnet.
- Hinter dem Dienst steht die »European Payments Initiative« (EPI), ein Zusammenschluss von Banken und Zahlungsdienstleistern aus fünf europäischen Ländern – darunter Sparkassen, Volksbanken und die Deutsche Bank.
- Von den 53 Millionen registrierten Nutzern kommt der Großteil aus Frankreich; in Deutschland sind es laut EPI-Angaben acht Millionen. Transaktionszahlen nennt EPI bislang nicht.
Nur einer der Top-10-Händler macht mit
Die erwähnte Handelsblatt-Umfrage bei den zehn stärksten in Online-Händlern zeichnet entgegen der Nutzerzahlen ein ernüchterndes Bild: Lediglich Media-Markt-Saturn will eine Wero-Integration anbieten, nennt dabei aber nicht, wann es losgehen soll.
- Die übrigen Reaktionen sind ebenfalls kaum von Optimismus geprägt. So stehe der Online-Versandhandel mit Wero in »konstruktiven Gesprächen«, hat aber noch keine Entscheidung getroffen.
- Weitere Shops wie Amazon, Apple oder Shein reagierten gar nicht erst auf die Anfrage, während Zalando, About.You, Ikea und Shop Apotheke die Einführung prüfen. Immerhin: Die Modehändler bieten Wero bereits in den Niederlanden an.
- Die Supermarktkette Rewe schließt Wero von vornherein aus: Der Bezahldienst sei nicht bekannt genug.
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Drei Gründe für das zögerliche Tempo
Das Handelsblatt zitiert mehrere Branchenexperten, die einen Einblick in die Ursachen für die schleppende Integration geben sollen:
- Technischer Aufwand: Die Integration von Wero in einen Onlineshop sei kein einfacher Schalter. Zahlungsdienstleister, Shopsysteme wie Shopware und Shopify sowie Retourenprozesse müssen alle angepasst werden.
- Starke Konkurrenz: PayPal hält laut dem Handelsforschungsinstitut EHI rund 30 Prozent Marktanteil (gemessen am Umsatz in Deutschland) und kommt auf etwa 36 Millionen Privatkunden. Wero will hier mit günstigeren Händlergebühren gegenhalten, die sich auf 0,77 Prozent belaufen – verglichen mit durchschnittlich 1,6 Prozent bei PayPal.
- Der digitale Euro wartet: Im Juni 2026 stimmt das EU-Parlament voraussichtlich über den Gesetzentwurf zum digitalen Euro ab, der 2029 eingeführt werden soll.
Schlechtes Timing vor der Euro-Abstimmung
Manche Händler warten also bewusst ab, denn wenn der digitale Euro für den Handel verpflichtend akzeptiert werden muss und die Gebühren dabei noch günstiger als bei Wero liegen, könnten sich beide Investitionen überschneiden.
Und damit befindet sich Wero gewissermaßen in einem Catch-22: Denn während die Händler abwarten, was mit dem digitalen Euro passiert, kann der Bezahldienst zum Zeitpunkt der Abstimmung kaum besseres als den aktuellen Stand vorweisen.
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