Whatsapp-CEO verlässt Facebook - Streit um geplante schwächere Verschlüsselung

Der Whatsapp-Mitgründer und CEO Jan Koum verlässt das Unternehmen und das angeblich, weil Facebook die integrierte Verschlüsselung des Messengers schwächen will.

von Georg Wieselsberger,
01.05.2018 10:26 Uhr

Der CEO von Whatsapp geht von Bord.Der CEO von Whatsapp geht von Bord.

Jan Koum und Brian Acton hatten den beliebten Messenger Whatsapp im Jahr 2014 an Facebook für rund 19 Milliarden US-Dollar verkauft. Acton hat Facebook schon im September 2017 verlassen, nun folgt Jan Koum.

Koum hat seinen Abschied bei Facebook bestätigt und schreibt, dass es Zeit für Neues sei. Whatsapp werde inzwischen vielseitiger verwendet, als er es sich jemals hätte vorstellen können. Das Team sei stärker als je zuvor und werde weiter großartige Dinge tun. Er selbst werde sich etwas Zeit abseits von Technik nehmen, beispielsweise an seinen Autos arbeiten und Ultimate Frisbee spielen - aber Whatsapp weiter von außen anfeuern.

Keine Angabe von Gründen

Das hört sich alles recht freundlich an und auch Mark Zuckerberg bedankt sich in einer Antwort bei Koum, unter anderem dafür, dass er ihm gezeigt habe, wie wichtig Verschlüsselung sei, welche die Macht von zentralisierten Systemen zurück in die Hände der Nutzer gebe. Doch laut einem Bericht der Washington Post soll gerade die Verschlüsselung von Whatsapp der Grund sein, warum Koum das Unternehmen nun verlässt.

Facebook sucht demnach nach Möglichkeiten, die persönlichen Daten von Whatsapp zu nutzen und die Verschlüsselung des Messengers zu schwächen. Sowohl Koum als auch Acton sind jedoch ausgesprochene Verteidiger der Privatsphäre und Acton hatte zuletzt sogar dazu aufgerufen, Facebook zu verlassen.

Abschied von Koum sehr ungewöhnlich

Zusammen mit dem Missbrauch von Facebook-Daten, der im März bekannt geworden war, könnte der Versuch, die Verschlüsselung von Whatsapp zu schwächen, der Anlass für den Abschied von Koum gewesen sein. Der Abgang ist laut Washington Post zumindest sehr ungewöhnlich. Facebook habe gegenüber der Zeitung zu den Gründen keine Stellungnahme abgeben wollen, habe aber auch die Angaben des Berichts nicht bestritten.

Laut den Quellen werden im November 2018 noch mehrere andere Whatsapp-Mitarbeiter das Unternehmen verlassen, weil dann die Wartezeit im Zusammenhang mit Aktienoptionen nach der Übernahme abläuft.


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