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Papst Leo XIV. hat Tolkien zitiert, und die von ihm gewählte Passage aus Der Herr der Ringe geht tiefer, als es zunächst scheint

Papst Leo überraschte kürzlich mit einem Herr-der-Ringe-Zitat zum Thema künstliche Intelligenz. Das klingt zunächst tröstend, ist aber viel mehr als Aufforderung zu verstehen.

Papst Leo XIV. hat mit einem Gandalf-Zitat überrascht. Wir klären, was dahintersteckt. Papst Leo XIV. hat mit einem Gandalf-Zitat überrascht. Wir klären, was dahintersteckt.

Die Katholische Kirche verbindet man normalerweise eher weniger mit Der Herr der Ringe. Papst Leo XIV. schafft nun aber eine Brücke, indem er ausgerechnet Gandalf in seiner Enzyklika über Künstliche Intelligenz zitiert (via 3DJuegos).

Die Botschaft aus den Filmen basierend auf Tolkiens Fantasy-Epos scheint zunächst rein positiv. Allerdings versteckt sich hier ein tieferer, extrem treffender Sinn, wenn man sich die Szene aus Die Gefährten im Detail anschaut.

Das steckt wirklich hinter dem Herr-der-Ringe-Zitat

Das Zitat stammt aus der ersten Enzyklika Magnifica Humanitas des neuen Papstes, bei der Leo XIV. auf die Gefahren und ethischen Fragen rund um künstliche Intelligenz eingeht. Ein immer noch brisantes Thema, um das man online kaum herumkommt.

Video starten 1:17 Der Herr der Ringe - Gänsehaut-Trailer zur legendären Film-Trilogie

Er referenziert dabei eine Stelle aus Der Herr der Ringe: Die Gefährten von 2001, dem ersten Teil der Film-Saga. Konkret geht es um eine berühmte Aussage, die Gandalf (Ian McKellen) gegenüber Frodo (Elijah Wood) trifft. Hier in voller Länge:

Frodo: Ich wünschte, all das wäre nie passiert.

Gandalf: Das tun alle, die solche Zeiten erleben. Doch es liegt nicht in ihrer Macht, das zu entscheiden. Wir müssen nur entscheiden, was wir mit der Zeit anfangen wollen, die uns gegeben ist. In dieser Welt sind auch andere Kräfte am Werk, Frodo, nicht nur die Mächte des Bösen. Bilbo war dazu ausersehen, den Ring zu finden. In diesem Fall warst auch du dazu ausersehen, ihn zu haben. Und das ist ein ermutigender Gedanke.

Im Prinzip also Es gibt nichts Gutes, außer man tut es - für viele ein motivierender Spruch. Allerdings offenbart sich noch ein möglicher tieferer Sinn, wen man den Kontext der bekannten Szene berücksichtigt. Gandalf macht Frodo nicht nur Hoffnung, sondern auch klar, dass ihm vom Schicksal große Verantwortung auferlegt wurde.

Gandalf hilft Frodo, aber mahnt ihn auch dazu, sich der Herausforderung zum Wohl aller zu stellen. Bildquelle: Der Herr der RingeWarner Bros. Gandalf hilft Frodo, aber mahnt ihn auch dazu, sich der Herausforderung zum Wohl aller zu stellen. Bildquelle: Der Herr der Ringe/Warner Bros.

Ein Thema, das uns alle angeht

Es liegt nahe, dass der Papst dieses Zitat nicht zufällig gewählt hat - auch wenn wir hier natürlich nur mutmaßen können. Es passt jedoch sehr gut, dass er die Menschen auffordert, in dieser Situation nicht die Augen zu verschließen. KI wird nicht mehr verschwinden, aber wir können entscheiden, wie wir mit ihr umgehen. Genauso, wie Frodo auch im Film sein Schicksal annimmt und Mut beweist.

Papst Leo weiß als Mathematiker übrigens durchaus, wovon er hier spricht und ist neuer Technik gegenüber nicht generell unwissend oder ablehnend gegenübergestellt.

Was meint ihr dazu? Hat der Papst das Zitat bewusst und clever ausgewählt oder handelt es sich eher um eine zufällige und dennoch sehr zutreffende Popkultur-Parallele?

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