Das nächste große Update für Wi-Fi bringt etwas viel wichtigeres als mehr Geschwindigkeit

Wi-Fi 8 (IEEE 802.11bn) soll Verbindungen stabiler machen. Die IEEE nennt hierfür drei Ziele mit je 25 Prozent.

Wi-Fi 8 (IEEE 802.11bn) soll Verbindungen vor allem stabiler machen. (Bildquelle: IEEE) Wi-Fi 8 (IEEE 802.11bn) soll Verbindungen vor allem stabiler machen. (Bildquelle: IEEE)

Wi-Fi 8 (technisch der Standard IEEE 802.11bn) soll nicht dem Spitzentempo hinterherjagen, sondern Verbindungen verlässlicher machen. So beschreibt es Broadcom zur Vorstellung seiner ersten Wi-Fi-8-Chips vor etwas mehr als einem Jahr.

Der Standard wende sich vom Streben nach reiner Höchstgeschwindigkeit ab und liefere stattdessen konstante, planbare Leistung auch unter schwierigen Bedingungen. Die Initiative dahinter heißt »Ultra High Reliability« (UHR).

Auch Intel stellt Wi-Fi 8 so dar. In einem Blogbeitrag zum eigenen White Paper schreibt Intel-Fellow Carlos Cordeiro, der Schwerpunkt liege auf Zuverlässigkeit statt auf Spitzengeschwindigkeiten. Gerade in überlasteten Umgebungen wie Wohnungen, Büros oder Flughäfen schaue man primär auf planbare Leistung.

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Drei Ziele, jeweils 25 Prozent

Konkreter wird die IEEE im zugehörigen Projektantrag. Verglichen wird mit Wi-Fi 7; es reicht schon aus, wenn mindestens eine (bisher nicht weiter definierte) Betriebsart folgende Ziele erreicht:

  • Der Durchsatz am Access Point soll bei mindestens einem Signalpegel (»SINR«, also dem Verhältnis von Nutzsignal zu Störungen) um 25 Prozent steigen.
  • Die Latenz im 95. Perzentil soll ebenso wie die Zahl verlorener Pakete um 25 Prozent sinken. In letztgenanntem Fall nimmt die IEEE vor allem den Wechsel zwischen Funkzellen ins Visier.

Wie Wi-Fi 8 das erreichen will

Für das Roaming, also den Wechsel zwischen Access Points, sehen die Textvorschläge der Arbeitsgruppe zum Entwurf (Stand Juli 2026) eine »Seamless Mobility Domain« vor – grob gesagt ein Verbund mehrerer Access Points, die zusammenarbeiten.

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Das Gerät wechselt dann in drei Phasen: Zuerst bekommt der neue Access Point vorab die wichtigsten Verbindungsdaten, etwa Absprachen zur Paketbestätigung und Zähler für die Verschlüsselung.

Die Verbindungen zu ihm stehen dabei schon im Energiesparmodus bereit. Danach genügt eine einzige Anfrage zum Umschalten, das Gerät muss sich nicht neu anmelden. Der alte Access Point liefert anschließend noch Daten aus, die bei ihm warten, dann werden die alten Verbindungen beendet.

Beim Roaming in Wi-Fi 8 wechselt das Gerät in zwei Schritten zum neuen Access Point – die Verbindungsdaten werden vorab übertragen. (Bildquelle: Samsung Research) Beim Roaming in Wi-Fi 8 wechselt das Gerät in zwei Schritten zum neuen Access Point – die Verbindungsdaten werden vorab übertragen. (Bildquelle: Samsung Research)

Für die übrigen Bausteine nennt Broadcom die ausführlichste Liste:

  • Koordination zwischen Access Points: Über »Coordinated Spatial Reuse« und »Coordinated Beamforming« passen Access Points ihre Sendeleistung an und richten ihre Signale gemeinsam auf einzelne Geräte, um Latenz zu senken und den Durchsatz zu erhöhen.
  • Ausweichen vor Überlastung: Funktionen wie »Dynamic Sub-Channel Operation« und »Non-Primary Channel Access« sollen Überlastung umgehen und Bandbreite in Echtzeit zuteilen.
  • Reichweite: »Extended Long Range« und »Distributed Resource Units« sollen Verbindungen in großen Häusern, mehrstöckigen Gebäuden und im Außenbereich stabil halten.

Erste Router sind unterwegs, der Standard noch nicht

Erste Router mit Wi-Fi 8 wurden bereits auf der IFA 2026 vorgestellt und sollen noch dieses Jahr kommen. Wirklich nutzen könnt ihr den neuen Standard aber nicht, denn der ist noch gar nicht offiziell verabschiedet.

Der Zeitplan der IEEE-Arbeitsgruppe sieht den März 2028 als finalen Freigabezeitpunkt vor – bis wir also sehen, wie viel von den 25 Prozent in unserem immer vernetzteren Alltag ankommt, braucht es noch einiges an Geduld.


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