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Kaufberatung UHD-Fernseher - Wie viel muss ich wirklich investieren?

UHD-Fernseher gibt es in extrem unterschiedlichen Preis- und Leistungsklassen. Wie viel ihr nun tatsächlich investieren müsst, klären wir in dieser Kaufberatung.

von Dennis Ziesecke,
28.12.2021 18:04 Uhr

Die Entscheidung für einen neuen Fernseher ist von vielen Details abhängig - wir helfen euch bei der Kaufentscheidung. Die Entscheidung für einen neuen Fernseher ist von vielen Details abhängig - wir helfen euch bei der Kaufentscheidung.

Fernseher mit UHD-Auflösung gibt es bereits ab 250 Euro, allerdings sind die Grenzen nach oben beinahe offen. Da ist Wahl ohne ausreichend Informationen zu den einzelnen TV-Technologien oft eine Qual. Grund genug, euch an dieser Stelle die Beantwortung der Frage, welcher Fernseher nun wirklich der richtige für euch ist, zu helfen.

Da jeder Nutzer zwar gewisse Grundansprüche hat, es dann aber bei der Kaufentscheidung auch noch auf Preis und Zusatzfeatures abseits von einem guten Bild ankommt, solltet ihr euch vor dem Kauf ein paar Fragen stellen. Setzt euch einen Preisrahmen, seid aber unter Umständen bereit, ihn ein wenig auszudehnen, wenn es für nur wenig zusätzliche Investition ein deutlich besseres Gerät gibt.

Die Grenze von einem durchschnittlichen LED-Fernseher zu einem Einstiegs-OLED ist, vor allem bei den regelmäßigen Preisaktionen großer On- und Offlineshops, oft fließend. Mitunter sind ein paar zusätzliche Euro dann sehr gut im nächst höherwertigeren Modell investiert. Vielleicht ist euch aber ein 120-Hz-Panel wichtiger als der perfekte Schwarzwert. Sortiert eure Prioritäten, worauf ihr dann achten müsst, erklärt dieser Artikel.

Inhaltsverzeichnis

Auf der ersten Seite findet ihr einen Überblick über die verschiedenen Typen der Hintergrundbeleuchtung bei aktuellen Fernsehern - hier gibt es die größten Unterschiede auch in der Bildqualität, selbst wenn die meisten davon nur als LED-TV beworben werden. Seite 2 geht auf Details bei Anschlüssen, Input Lag und Refreshrates ein. Auf der dritten Seite findet ihr dann einige Kaufempfehlungen für UHD-Fernseher aus verschiedenen Preisklassen.

Einige auf dieser Seite eingebaute Links sind sogenannte Affiliate-Links. Beim Kauf über diese Links erhält GameStar je nach Anbieter eine kleine Provision – ohne Auswirkung auf den Preis. Mehr Infos.

LED, QLED, OLED, Mini-LED - was ist das?

Ein Fernseher, egal ob FullHD, UHD oder 8K, benötigt eine Lichtquelle, damit die vielen Bildpunkte beleuchtet werden können. Viele vornehmlich günstige Fernseher nutzen zur Ausleuchtung des Panels LEDs an den Bildrändern (Edge LED). Das ist günstig zu produzieren und kann für eine sehr hohe Maximalhelligkeit sorgen, führt aber oft zu einer ungleichen Ausleuchtung und Lichthöfen an den Bildschirmrändern. HDR-Effekte, die einen hohen punktuellen Kontrast benötigen, sind damit nur schwer sinnvoll möglich.

In der preislichen Einstiegsklasse bekommt ihr aber mitunter bereits Modelle mit Direct-LED-Beleuchtung. Auch wenn der Hisense 50A7100F kein Local Dimming unterstützt, ist die Ausleuchtung doch besser als bei Edge-LED.

Full Areal Local Dimming - FALD

Immer mehr Hersteller nutzen daher eine über das gesamte Panel verteilte Hintergrundbeleuchtung. Auch dabei kommen die bewährten weißen LEDs zum Einsatz. Die Ausleuchtung fällt dabei meist optimaler aus, zudem dimmen viele selbst preiswertere Geräte die Beleuchtung in verschiedenen Zonen, um dort punktuell ein dunkleres Bild zu erzeugen. Ist im Bild also nur eine einsame Fackel in einer dunklen Höhle zu sehen, wird nur der Bereich um die Fackel beleuchtet.

Je mehr lokale Dimming-Zonen der Fernseher unterstützt, desto besser lässt sich dieser Effekt abgrenzen, bei einer zu geringen Anzahl scheint allerdings der Bereich um das Fackellicht heller als der Rest des Bildes - das kann durchaus stören.

Damit von der Höhle noch Details in der Dunkelheit zu sehen sind, kann die restliche Hintergrundbeleuchtung aber sowieso nicht ganz abgeschaltet werden, so richtig tiefschwarz ist das Bild daher nie - worunter auch wieder die Detailschärfe in den dunklen Bereichen leidet.

Nicht nur Fernseher, auch mehr und mehr Gaming-Monitore setzen auf QLED. Hier Samsungs Ultra-Ultrawide-Flaggschiff Odyssey G9. Nicht nur Fernseher, auch mehr und mehr Gaming-Monitore setzen auf QLED. Hier Samsungs Ultra-Ultrawide-Flaggschiff Odyssey G9.

Quantum-Dots bei QLED

Ebenfalls klassische LED-Fernseher, oft aber mit FALD und mitunter auch Mini-LEDs, sind die mittlerweile stark verbreiteten QLED-Fernseher. Wobei QLED die Bezeichnung von Samsung für die hauseigenen Quantum-Dot-Displays ist, LG beispielsweise nennt die hauseigene Lösung NanoCell, bei Hisense ist es ULED. QLED ist jedoch auch in der Werbung der geläufigere Begriff - wie Tempo für Taschentücher.

Bei QLED-Fernsehern kommt neben der LCD-Schicht, der Hintergrundbeleuchtung (und diversen weiteren für Polarisation, Entspiegelung, etc.) noch eine Beschichtung aus Quantum Dots zum Einsatz. Diese optimiert die Lichtbrechung und sorgt für ein satteres Schwarz und knackigere Farbdarstellungen. Kombiniert mit einem guten Dimming der Hintergrundbeleuchtung lässt sich so fast (aber eben nur fast) die Bildqualität eines OLED-Fernsehers erreichen. Denn auch wenn gut punktuell gedimmt wird, es wird weiterhin eine Hintergrundbeleuchtung benötigt, die eben meist das ganze Bild irgendwie ausleuchten muss.

Samsung hat sich sehr auf QLED-Fernseher konzentriert, beim Q60A ist der Vorteil der Technologie beispielsweise gut sichtbar.

OLED - aus ist aus

Einen komplett anderen Ansatz verfolgen OLED-Fernseher. Hier kommt keine Hintergrundbeleuchtung zum Einsatz, daher gibt es auch keinen Bedarf für Mini-/Micro-LEDs oder Dimmingzonen. Bei OLED leuchtet jeder einzelne Bildpunkt für sich. Ein schwarz darzustellender Pixel schaltet sich dabei komplett ab, ist aber auch sehr schnell wieder hell, beispielsweise wenn die Fackel aus unserem Beispielbild weiterwandert. Dunkler als aus geht es nicht, weshalb OLED extrem hohe Kontraste erreicht und damit perfekt für High Dynamic Range-Inhalte (HDR) geeignet ist. Die schwarzen Cinemascope-Balken vieler Filme sind daher auch nicht mehr matschig-dunkelgrau sondern tatsächlich schwarz.

Philips verbindet als einziger Hersteller OLED-Fernseher mit Ambilight. Dabei wird der subjektive Bildeindruck durch LED-Leisten an den Seiten erweitert - funktioniert wirklich und ist tatsächlich ein Kaufargument. Philips verbindet als einziger Hersteller OLED-Fernseher mit Ambilight. Dabei wird der subjektive Bildeindruck durch LED-Leisten an den Seiten erweitert - funktioniert wirklich und ist tatsächlich ein Kaufargument.

Doch OLED hat auch Nachteile. Neben dem höheren Preis dieser Fernseher ist es auch eine oft geringere maximale Helligkeit. LGs OLED-Einstieg in Form der A19-Fernseher bietet nur etwas mehr als 500 cd/m², gute QLED-Fernseher kommen auf über 1.000 cd/². Das macht sich zwar im abgedunkelten Heimkino nicht bemerkbar, scheint im Sommer aber die Sonne durch das Wohnzimmer, ist auf einem OLED nur wenig zu erkennen.

Hier lohnt es sich, mehr zu investieren: Neue OLED-Modelle bieten mehr Helligkeit und damit Alltagstauglichkeit. Ein weiterer Nachteil bleibt aber bestehen: OLED-Pixel altern unterschiedlich schnell. Ein Bildpunkt besteht dabei aus mehreren Subpixeln in rot, grün und gelb, aus denen alle anderen Farben gemischt werden können. Grün emittierende OLED-Bestandteile haben allerdings eine höhere Lebensdauer als beispielsweise gelb. Mit der Zeit nimmt dabei die erreichbare Helligkeit ab, was sich mit der Zeit in Fehlfarben äußern kann. Regelmäßig angezeigte Inhalte wie eine Windows-Taskleiste können sich theoretisch sogar "einbrennen" - sie sind dann dauerhaft sichtbar, egal welcher Inhalt abgespielt wird. Solche Probleme sind bei aktuellen Geräten aber nicht mehr zu erwarten, die Firmware hat viel dazugelernt.

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