Ein cleverer Trick oder einfach nur unfairer Betrug? Wenn der Computer beim Öffnen eines Programms heimlich all seine Kraft zusammennimmt, um besonders schnell zu wirken, fühlen sich manche Nutzer getäuscht.
Genau diesem Ärger muss sich Microsoft aktuell stellen, berichtet Computer Base. Der Vorwurf mancher Nutzer: Ein Tweak in Windows 11 zwingt den Prozessor beim Starten von Apps für ein bis drei Sekunden, die maximale Leistung zur Beschleunigung des Prozesses zu liefern. Laut den Kritikern reines Schummeln, um das System auf dem Papier künstlich schneller aussehen zu lassen.
Entwickler bei Microsoft wehren sich nun jedoch gegen die erhobenen Vorwürfe. Ihre Verteidigung: Der kurze Schub zur Beschleunigung sei vollkommen normal bei modernen Betriebssystemen. So würde Apple den Trick unter macOS schon seit Längerem anwenden.
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Ein Tweak soll Windows schneller machen
Anfang des Jahres kündigte Microsoft an, das Vertrauen der Community zurückgewinnen zu wollen. Pavan Davuluri, Präsident von Windows and Devices, fasste das Vorhaben damals in einem Satz zusammen: »Wir müssen Windows auf eine Art verbessern, die für Menschen bedeutsam ist.«
Mit dem Mai-Update für Windows 11 hat Microsoft erste Verbesserungen ausgeliefert, die unter anderem den Dateiexplorer beschleunigten.
Letzte Woche verriet Windows Central, dass Microsoft an einem weiteren Feature zur Verbesserung der Leistung arbeiten würde. Mit »Low Latency Profile« soll der Start von Anwendungen vor allem auf älteren Systemen mit kurzen Prozessor-Boosts beschleunigt werden.
Laut ersten Tests könnten bestimmte Apps mit dem Tweak bis zu 40 Prozent schneller starten, bei Windows-Elementen wie dem Startmenü sollen sogar bis zu 70 Prozent erreicht werden.
Kritik ließ nicht lange auf sich warten
Während Firmen wie Apple oder Google ähnliche Tweaks seit Längerem einsetzen, stieß Microsofts Vorhaben auf Kritik aus der Community.
Der Kern der Kritik ist der Vorwurf, oberflächliche Veränderungen vorzunehmen, anstatt die Leistung von Windows 11 generell zu verbessern.
Genau auf diesen Vorwurf hat der Microsoft-Entwickler Scott Hanselman jetzt auf der Plattform X geantwortet:
»Alle heutigen Betriebssysteme machen das, einschließlich macOS und Linux. Es ist kein »Schummeln«; so sorgen moderne Systeme dafür, dass Apps sich schnell anfühlen: Sie erhöhen temporär die CPU-Geschwindigkeit und priorisieren interaktive Aufgaben, um die Latenz zu verringern.«
Keine Entweder-oder-Situation
Das Microsoft die Leistung von Windows verbessern möchte, ist Teil des Plans, der intern unter der Bezeichung Windows K2 geführt wird. Neben der Leistung möchte Microsoft hier unter anderem auch die Stabilität des Betriebssystems weiter verbessern.
Hanselman bestätigte unterdessen auf X, dass Microsoft auch an grundlegenden Optimierungen arbeiten würde und nicht nur an schnellen Tweaks interessiert sei.
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