Nach fünf Jahren: Microsoft bringt exakt die Funktionen zurück, die es selbst gestrichen hat

Windows 11 erhält neue Anpassungsmöglichkeiten, die allerdings für viele Windows-Nutzer zum großen Teil gar nicht neu sind.

Mit dem Update lässt sich die Taskleiste wieder überall hin verschieben und von der Größe anpassen. (Bildquelle: Microsoft) Mit dem Update lässt sich die Taskleiste wieder überall hin verschieben und von der Größe anpassen. (Bildquelle: Microsoft)

Manchmal erfindet sich die Tech-Branche neu, und manchmal verkauft sie uns einfach nur die Vergangenheit als brandheißes Feature.

Als Microsoft vor wenigen Tagen den neuen Windows 11 Preview Build 26300 ankündigte, versprach der Konzern seinen Testern ein neues Maß an Freiheit und Personalisierung für den heimischen Desktop.

Selbst Windows-Chef Pavan Davulri pries die neuen Features mit den Worten »Personalisierung und Anpassung liegen Windows im Blut« auf der Plattform X an.

Doch ein Blick hinter die Kulisse gleicht eher einer Zeitreise als einem Sprung nach vorn. Das Haupt-Feature, die Möglichkeit, die Taskleiste wieder frei an den Rändern des Bildschirms zu platzieren und die Größe anzupassen, ist etwas, was viele Windows-Fans noch heute unter Windows 10 nutzen.

Microsoft feiert die Rückkehr des Features als bahnbrechende Neuerung, vergisst dabei aber zu erwähnen, dass es genau diese vor einem halben Jahrzehnt gegen große Kritik aus dem Betriebssystem entfernt hat.

Video starten 5:54 Windows 11 verlangt zwei Extras, aber hast du sie schon aktiviert? Wie du es herausfindest und sie einschaltest

Die Neuerungen im Detail

Im Detail führt die neue Testversion von Windows 11 Anpassungsmöglichkeiten für die Taskleiste und das Startmenü ein.

Die bisher fest am unteren Bildschirmrand verankerte Taskleiste lässt sich nach Installation des Updates wahlweise auch an der linken, rechten oder oberen Kante des Monitors platzieren.

Zudem gibt es die Möglichkeit, die Größe anzupassen: Sie kann verkleinert werden, um die Arbeitsfläche auf dem Bildschirm zu maximieren, oder für eine bessere Erkennbarkeit und Bedienbarkeit auf Touch-Geräten vergrößert werden.

Darüber hinaus gibt es auch für das Startmenü eine wichtige Änderung. Der Bereich »Empfohlen« lässt sich in den Einstellungen jetzt vollständig abschalten, sodass mehr Platz für die eigenen Programme verfügbar ist.

Pavan Davuluri, Microsofts Chef für Windows und Surface, beeilte sich nach der Veröffentlichung der Preview Build, die Innovationskraft seines Teams zu betonen.

Personalisierung und individuelle Anpassung liegen Windows im Blut. Das war schon immer so. Als wir in den letzten Monaten euer Feedback gelesen und uns mit Windows Insidern ausgetauscht haben, wurde uns wieder bewusst, wie wichtig es euch ist. Ihr wolltet mehr Kontrolle und mehr Anpassungsmöglichkeiten für die Taskleiste und den Startbildschirm. Wir haben euch gehört und setzen eure Wünsche heute um.

Doch in den Antworten und in Foren mischt sich spürbare Erleichterung mit teils harter Kritik. Dass Microsoft nach fünf Jahren Features zurückbringt, die es selbst entfernt hat, und dies als Beweis der Kundennähe anpreist, wirkt für einige wie ein schlechter Scherz.

So schreibt Chris123NT auf X als Antwort, die stellvertretend für viele steht:

Klopft euch nicht selbst auf die Schulter, nur weil ihr eine Funktion wieder eingeführt habt, die wir schon vor 30 Jahren hatten – gebt uns echte Anpassungsmöglichkeiten und preist das dann an.

Festzuhalten ist, dass die neue Testversion Windows 11 zweifellos zu einem anpassbaren besseren Betriebssystem macht. Der dringend notwendige Schritt zeigt, dass selbst Schwergewichte wie Microsoft aus Fehlern lernen, auch wenn der Lernprozess manchmal Jahre oder sogar Jahrzehnte dauern kann.

Mehr zum Thema: Windows 11 geht auf eure Wünsche ein: Das Startmenü wird kernsaniert

Jetzt ist eure Meinung gefragt. Habt ihr seit der Veröffentlichung von Windows 11 auf die Rückkehr dieser Features gewartet oder hat euch die fixe Position der Taskleiste nie gestört? Gibt es etwas anderes, das Microsoft auch noch angehen sollte? Schreibt uns dazu gerne unten einen Kommentar.

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