Die Chancen stehen gut, dass ihr den Code FCKGW-RHQQ2-YXRKT-8TG6W-2B7Q8 kennt.
- Einerseits, weil er vor vielen Jahren berühmt-berüchtigt war.
- Andererseits, weil sich kürzlich der ehemalige Windows-Entwickler Dave Plummer dazu geäußert hat, was von vielen Medien inklusive uns selbst aufgegriffen wurde.
Plummer beschreibt das Ganze mit den Worten: Es war überhaupt kein „Hack“ – es war ein katastrophaler Leak.
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Auf den ersten Blick ist das naheliegend. Schließlich ermöglichte es der weitverbreitete Code, das 2001 erschienene Windows XP zu aktivieren, ohne dafür zu bezahlen.
Doch auf den zweiten Blick kann ich mir kaum vorstellen, dass das wirklich ein Problem für Microsoft war.
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»Es war ein Fehler«: Wäre es nach Bill Gates gegangen, gäbe es eine berühmte Tastenkombination nicht
Kurz zur Erklärung: Bei dem schon vor der Veröffentlichung von Windows XP durch eine Hackergruppe in Umlauf gebrachten Code handelt es sich um einen speziellen Key, der für die Aktivierung von PCs aus Volumen-Lizenzen gedacht war.
Es ging also darum, Großabnehmern von Windows XP den Aktivierungsprozess zu erleichtern, indem sie nur diesen Code eingeben mussten, statt Windows zusätzlich manuell damit zu aktivieren (etwa über die passende Hotline von Microsoft).
Ob ihr den Code selbst schon damals gekannt habt, könnt ihr uns gerne in der folgenden Umfrage verraten:
Die Elefanten im Fenster
Zwei Dinge lassen mich stark daran zweifeln, dass Microsoft die Verbreitung des berühmten-berüchtigten FCGKW-Codes schlaflose Nächte bereitet hat:
- Wenn eine breite Masse wusste, dass dieser Code an die Öffentlichkeit gelangt ist, dann wusste es auch Microsoft.
- Der Code kam erst etwa drei Jahre nach dem Leak durch das zweite Service Pack von Windows XP auf eine Blacklist, genauer gesagt im August 2004.
Oder anders gesagt: Wenn dieser Code Microsoft wirklich ein Dorn im Auge gewesen wäre, dann hätten sie seiner unautorisierten Nutzung viel früher einen Riegel vorgeschoben.
Geld durch den Verkauf von Windows-Lizenzen ist nicht alles
Natürlich möchte Microsoft Geld damit verdienen, Windows zu verkaufen, damals wie heute. Aber gleichzeitig ist eine möglichst große Verbreitung des eigenen Betriebssystems ebenfalls im Interesse der Firma.
Nicht umsonst konnte man kostenlos von Windows 7 zu Windows 10 wechseln (und das viel länger als zunächst kommuniziert). Der Wechsel von Windows 10 zu Windows 11 wurde außerdem gleich ganz ohne (vermeintliche) Frist kostenlos ermöglicht.
Und nicht umsonst hat Microsoft die Einschränkungen bei der Nutzung einer nicht aktivierten Windows-Version inzwischen so stark reduziert, dass sie kaum noch ins Gewicht fallen. Die Zeiten einer 30-tägigen Aktivierungsfrist wie noch damals bei Windows XP sind also längst vorbei.
Ein bemerkenswerter Teil der Windows-Geschichte ist der FCGKW-Code dennoch. Auch wenn die Folgen für Microsoft meiner Einschätzung nach nicht so schwerwiegend waren, wie es den Anschein haben könnte.
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