Xiaomi 17 Ultra vs. 15 Ultra: Zwei der besten Foto-Handys und trotzdem ist meine Empfehlung ganz klar

Das neue Xiaomi 17 Ultra ist innovativ, aber nicht ohne Preis – und ich spreche nicht einmal davon, dass es teurer ist.

Diese beiden Handys gehören zu den besten, was der Smartphone-Markt im Bereich der Fotografie bietet. Sie sind sich sehr ähnlich, aber meine Empfehlung ist dennoch klar. (Bildquelle: Duy Linh DinhGameStar Tech, Xiaomi) Diese beiden Handys gehören zu den besten, was der Smartphone-Markt im Bereich der Fotografie bietet. Sie sind sich sehr ähnlich, aber meine Empfehlung ist dennoch klar. (Bildquelle: Duy Linh Dinh/GameStar Tech, Xiaomi)

Xiaomi hat auf dem MWC sein neuestes Fotografie-Flaggschiff vorgestellt. Genau wie bei den Vorgängern ist das Xiaomi 17 Ultra schon eher eine Kompaktkamera mit eingebautem Smartphone als andersherum.

Für mich persönlich ist das Kamerasystem vom Smartphone das wichtigste Feature von allen, und wenn es euch so wie mir geht, dann sollte Xiaomis neuestes Handy unbedingt auf eurem Radar sein. 

Allerdings solltet ihr auch ein Auge auf den Vorgänger werfen, das Xiaomi 15 Ultra. Das Handy ist inzwischen günstiger erhältlich und aus reiner Fotografie-Perspektive empfehle ich euch sogar, zum günstigeren Gerät zu greifen – es ist in einigen Dingen sogar besser.

Zur Info: In diesem Artikel fokussiere ich mich ausschließlich auf die Features der Kameras. Sollte euch ein allgemeiner Vergleich, mit den restlichen technischen Daten, interessieren, dann schreibt es uns gern in die Kommentare!

Xiaomi 17 Ultra vs. 15 Ultra: Nur wenige, aber ein großer Unterschied

Das Xiaomi 17 Ultra gibt es in einer neuen grünen Variante. (Bildquelle: Duy Linh DinhGameStar Tech) Das Xiaomi 17 Ultra gibt es in einer neuen grünen Variante. (Bildquelle: Duy Linh Dinh/GameStar Tech)

Beide Handys wurden in Zusammenarbeit mit dem deutschen Traditionshersteller Leica entwickelt. Für alle, die nicht in der Fotografie-Welt unterwegs sind: Leica war der erste Hersteller einer 35-mm-Filmkamera. Erst durch dieses Unternehmen wurde Fotografie mobil und erforderte keine riesigen Großformat-Kameras. 

Eine Zusammenarbeit mit einem Smartphone-Hersteller wird daher geradezu symbolisch. In beiden Smartphones findet ihr Leica-Farbprofile, den Schnappschussmodus, der an die Sucher von Leica-Kameras erinnert, und umfangreiche Bildbearbeitungs-Werkzeuge.

In diesem Modus wählt ihr zwischen klassischen Fotografie-Brennweiten und seht Sucherlinien, wie durch eine Leica-M-Kamera. (Bildquelle: Duy Linh DinhGameStar Tech) In diesem Modus wählt ihr zwischen klassischen Fotografie-Brennweiten und seht Sucherlinien, wie durch eine Leica-M-Kamera. (Bildquelle: Duy Linh Dinh/GameStar Tech)

Bei der eigentlichen Kamera-Hardware gibt es kleine, aber wichtige Unterschiede.

Hauptkamera: Beide exzellent, aber beim 17 Ultra mit winzigem Downgrade

Eines der Hauptmerkmale der Ultra-Serie von Xiaomi ist die Verwendung eines großen 1-Zoll-Typ-Sensors für die Hauptkamera. Somit ist der Bildsensor etwa so groß wie der von Premium-Kompaktkameras, wie der Canon G7X Mark III; die Bildqualität ist auf ähnlichem Niveau.

Bei der Hauptkamera gibt es zwar einen Unterschied, aber dieser ist winzig. Beide gehören zu den besten, was es auf dem Smartphone-Markt gibt. (Bildquelle: Duy Linh DinhGameStar Tech) Bei der Hauptkamera gibt es zwar einen Unterschied, aber dieser ist winzig. Beide gehören zu den besten, was es auf dem Smartphone-Markt gibt. (Bildquelle: Duy Linh Dinh/GameStar Tech)

Egal, für welches der beiden Handys ihr euch entscheidet: die Hauptkamera wird euch nicht enttäuschen. 

Jetzt kommt das (winzige) ABER:

Bei der Blende gibt es ein winziges Downgrade beim Xiaomi 17 Ultra. Diese ist mit F/1.67 etwas kleiner als beim Xiaomi 15 Ultra, das ein Objektiv mit F/1.63 hatte (je kleiner die Zahl, desto größer die Blendenöffnung). 

Das heißt, das neue Handy lässt etwa fünf Prozent weniger Licht auf den Sensor und muss daher länger belichten oder eine höhere ISO-Empfindlichkeit wählen, um dieselbe Helligkeit auf eurem Foto zu erreichen – zumindest in der Theorie. 

In der Praxis wird das natürlich keinen Unterschied machen – dafür ist er zu klein. Ob euer Handy mit 1/50 Sekunden oder 1/56 Sekunden belichten muss, ist im Alltag absolut irrelevant.

Der springende Punkt ist eher, dass das neue Smartphone eben keine Verbesserung bietet.

Ultraweitwinkel: Beide toll – beide gleich

Beim Ultraweitwinkel gibt es keine Änderung. Der Bildsensor und das Objektiv sind bei beiden Handys identisch. Das heißt:

  • 50-MP-Sensor mit  1/2.76-Zoll und Dual-Pixel-Autofokus
  • F/2.2-Blende
  • 14-mm-Brennweite (Vollformat-Äquivalent)
  • 115 Grad Blickfeld

Es ist etwas schade, dass kein größerer Bildsensor verbaut wurde, aber das ist verständlich, weil der Fokus mehr auf die Tele-Kameras gelegt wurde. 

Ihr erhaltet mit dem Xiaomi 17 Ultra keine bessere Kamera für Ultraweitwinkel-Aufnahmen; sie ist aber keineswegs schlecht. Ich benutze bis heute diese Linse sehr gern auf dem Xiaomi 15 Ultra und war bisher immer zufrieden.

Zoom und Makro: Das Xiaomi 17 Ultra ist innovativ – aber das kommt mit einem Preis

Die Tele-Kameras bilden den Unterschied, auf den es ankommt.

Zuerst muss ich Xiaomi für das 17 Ultra loben. Beim neuen Handy ist ein apochromatisches Zoomobjektiv von Leica verbaut. Falls ihr da nur Bahnhof versteht:

  • Apochromatische Objektive fokussieren die Farbwellenlängen präzise, was chromatische Aberrationen minimiert, die Schärfe erhöht und Farbgenauigkeit verbessert. Kurz gesagt: Sie zählen zu den besten Fotoobjektiven und kosten in der Fotografie-Welt nicht selten vierstellige Beträge – vor allem von Leica.
  • In Handys werden für gewöhnlich keine echten Zoomobjektive verbaut. Stattdessen setzen die Hersteller auf mehrere Einzelkameras mit verschiedenen festen Brennweiten. In den Zwischenstufen wird digital vergrößert.

Beim Xiaomi 17 Ultra wurden die zwei getrennten Tele-Kameras zu einer einzigen vereint, die optisch zoomen kann:

Xiaomi 15 UltraXiaomi 17 Ultra
70mm Telemakro (3x)
- 50 MP
- F/1.8
- 1/2.51-Zoll-Sensor
- 10 cm Mindestfokusabstand
75-100mm Zoomobjektiv (Leica APO)
- 200 MP
- F/2.4 bis F/3.0
- 1/1.4-Zoll-Sensor
- Physischer Zoomring
- 30 cm Mindestfokusabstand
100mm Periskip-Tele (4,3x)
- 200 MP
- F/2.6
- 1/1.4-Zoll-Sensor

Das Zoomobjektiv vom Xiaomi 17 Ultra ist gigantisch für Smartphone-Verhältnisse. (Bildquelle: Xiaomi) Das Zoomobjektiv vom Xiaomi 17 Ultra ist gigantisch für Smartphone-Verhältnisse. (Bildquelle: Xiaomi)

Es gibt allerdings einen bedeutungsvollen Unterschied, der nur beim genauen Hinsehen auffällt: der Mindestfokusabstand.

Dieser ist beim neuen Xiaomi 17 Ultra deutlich länger, was ein großer Nachteil für Makroaufnahmen ist. Mit dem Vorgänger kann ich bis auf 10 cm nah an meine Motive heran und die 3x-Linse stellt dennoch scharf.

Greift ihr zum Xiaomi 17 Ultra, zoomt ihr im Bereich zwischen 75 und 100 mm zwar optisch und somit ohne jeglichen Qualitätsverlust, aber dafür verliert ihr die ausgezeichnete Makrofähigkeit des Vorgängers. 

Offen gesagt: die digitale Vergrößerung zwischen 70 und 100 mm (3x zu 4,3x) ist selten wirklich nötig, der Qualitätsverlust ist so gering und macht im Alltag wirklich keinen nennenswerten Unterschied – der Verlust des 10-cm-Mindestfokusabstand schon.

Obwohl im neuen Flaggschiff also ein innovatives Leica-Zoomobjektiv verbaut wurde, das sinnvoll die zwei Kameras des Vorgängers ersetzt, sehe ich hier das Xiaomi 15 Ultra mit seinen besseren Makro-Fähigkeiten im Vorteil.

Meine Empfehlung

Steht ihr vor der Wahl zwischen diesen zwei Handys und euch ist die Kamera am wichtigsten, empfehle ich euch, zum Vorgänger zu greifen.

Das Kamerasystem vom Xiaomi 17 Ultra ist keine nennenswerte Verbesserung zum Xiaomi 15 Ultra und in einer wichtigen Sache sogar schlechter.

Der physische Zoomring ist eine sinnvolle Ergänzung und macht im Alltag bestimmt Spaß, ist aber eher ein netter Bonus.

Mit dem Griff zum Xiaomi 15 Ultra spart ihr also etwa 400 bis 500 Euro und erhaltet ein Handy mit gleichwertiger Kamera, die im Makrobereich sogar nützlicher ist. 

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