Der Fitness-Tracker für unter 50 Euro zeigt nur wenige Schwächen – für wen lohnt sich das Xiaomi Band 10?

Mit dem Xiaomi Band 10 geht der Hersteller auf Nummer sicher. Warum das so ist, zeigt unser ausführlicher Test.

Das Xiaomi Band 10 sieht seinem Vorgänger zum Verwechseln ähnlich. (Bild: Patrick Schneider, GameStar Tech) Das Xiaomi Band 10 sieht seinem Vorgänger zum Verwechseln ähnlich. (Bild: Patrick Schneider, GameStar Tech)

Das Xiaomi Band 9 überzeugte bereits mit seinem hervorragenden Preis-Leistungs-Verhältnis. Der Nachfolger, das Xiaomi Band 10, knüpft nahtlos daran an – mit allen Stärken und Schwächen des Vorgängers.

Denn optisch und auch vom Innenleben her hat sich (leider) wenig getan und damit fehlt weiterhin ein NFC-Chip, zumindest in Deutschland. Für wen lohnt sich dennoch der Kauf?

Transparenzhinweis: Xiaomi hat uns das Band 10 für einen Test zur Verfügung gestellt. Wir waren zu keinem Testbericht verpflichtet und der Hersteller hatte keinen Einfluss auf den Inhalt.

Xiaomi Band 10
Xiaomi Band 10
Wer das Xiaomi Band 9 bereits um das Handgelenk geschnallt hat, kann die 10. Generation getrost ignorieren. Das Display wird heller und geringfügig größer. Laut Xiaomi wurde das Schlaftracking verbessert, im Test fallen jedoch vergleichsweise große Abweichungen auf. Beim Sport hingegen überzeugt das Wearable auf ganzer Linie.
  • Hervorragende Akkulaufzeit
  • Sehr gute Messwerte beim Sport (Laufen)
  • Starkes Preis-Leistungs-Verhältnis
  • Gute Schrittzählung
  • Scharfes, helles Display
  • Große Auswahl an Zifferblätter
  • Fragwürdige Datenschutzerklärung
  • Kontaktloses Bezahlen nicht möglich
  • Kein GPS
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Wissenswertes zum Test
Inhaltsverzeichnis
Spezifikationen

SpecsXiaomi Band 10
Abmessungen46,57 × 22,54 × 10,95 Millimeter (Basismodell)
47.74 × 23.94 × 10.95 Millimeter (Ceramic)
Gewicht (ohne Armband)15,95 Gramm (Basismodell)
23.05 Gramm (Ceramic)
FarbenMidnight Black, Glacier Silver, Mystic Rose
Display1,72" AMOLED Touch Display
Displayauflösung212 × 520 Pixel
HelligkeitHBM 1500 Nits, Auto-Helligkeit
SensorenBeschleunigungssensor, Gyroskop, elektronischer Kompass, optischer Herzfrequenz- und Pulsoximetersensor, Umgebungslichtsensor
Wasserdichtigkeit5 ATM (bis 50 Meter)
KonnektivitätBluetooth 5.4
HaptikLinearer Motor
Batteriekapazität233 mAh (Li-Po)
Ladedauerca. 1 Stunde (magnetisch)
Kompatible Handgelenksgröße135–210 Millimeter
Material GehäuseAluminiumlegierung
ArmbandmaterialTPU
Betriebssystem-KompatibilitätAndroid 8.0 und neuer / iOS 14.0 und neuer
AppMi Fitness App
LieferumfangKrone, Armband, Ladekabel, Anleitung

Preise und Verfügbarkeit

Das Xiaomi Band 10 ist bereits zu einer UVP von rund 50 Euro im Handel erhältlich.

Xiaomi Band 10: (Fast) alles beim Alten

Wie eingangs angeschnitten, gibt es optisch beim Xiaomi Band 10 wenig Neues zu berichten.

  • Das Display wächst von 1,62 auf 1,72 Zoll.
  • Der Bildschirm erreicht nun eine Spitzenhelligkeit von bis zu 1.500 Nits (zuvor 1.200 Nits).
  • Optional (gegen Aufpreis) ist die 10. Generation mit einem Keramikrahmen statt eines Aluminiumrahmens erhältlich.

Das war's. Verbesserungen in dieser Hinsicht hat das Band aber ohnehin nicht nötig. Wie sein Vorgänger schmiegt sich das Xiaomi Band 10 wunderbar ans Handgelenk, ohne im Alltag groß aufzufallen.

Für wenig Freude sorgt hingegen weiterhin das Fehlen eines NFC-Chips, den sich einige Nutzer aus der Community erhofft hatten. Die Integration wäre zumindest ein Kaufargument gewesen.

Im Innenleben beziehungsweise softwareseitig gibt es immerhin nennenswerte Verbesserungen. So ist jetzt beispielsweise eine Echtzeit-Überwachung der Herzfrequenz unter Wasser möglich. Außerdem soll der Neun-Achsen-Sensor verbessert worden sein, um die Rundenanzahl beim Schwimmen zuverlässiger zu erfassen.

Das konnte ich im Test leider nicht überprüfen, dafür allerdings das laut Hersteller verbesserte Schlaftracking.

Xiaomi Band 10: Ein kleiner Rückschritt beim Schlaftracking

Während der Vorgänger zumindest in puncto Schlaflänge im direkten Vergleich mit anderen Geräten überzeugte, misst das Xiaomi Band 10 leider konsequent längere Schlafzeiten.

Das Armband habe ich rund zwei Wochen lang über Nacht zusammen mit dem Oura Ring 4 und dem RingConn Gen 2 getragen. Im Trend über mehrere Nächte hinweg zeigt das Band 10 jedoch die größten Abweichungen. Immerhin erkennt das Armband, dass sich die Schlafdauer grundsätzlich (über einen längeren Zeitraum hinweg) verändert.

Häufig gestellte Fragen
Messung #1

GesamtREMLeichtTiefWach
Xiaomi Band 1007:2701:5203:3402:01-
Oura Ring 406:5201:4303:5401:1600:44
RingConn Gen 206:4701:3004:0201:1500:23

Messung #2

GesamtREMLeichtTiefWach
Xiaomi Band 1007:4801:3903:5402:15-
Oura Ring 407:1301:5803:5501:2000:37
RingConn Gen 207:1702:0003:1202:0500:13

Messung #3

GesamtREMLeichtTiefWach
Xiaomi Band 1007:5102:1303:0202:36-
Oura Ring 407:2002:0304:0201:1500:40
RingConn Gen 207:2001:0505:0001:1500:05

Der Hersteller könnte mit Softwareupdates nachjustieren, um zumindest die Zuverlässigkeit des Vorgängermodells bei der Erfassung der Schlafdauer zu erreichen.

In der App finden sich zum Schlaftracking einige Informationen. In der App finden sich zum Schlaftracking einige Informationen.

Hinweis: Kein Wearable kann so präzise Daten liefern wie ein Schlaflabor. Die Daten sind daher immer mit einem gewissen Abstand zu genießen.

Ich vergleiche die Testprodukte überwiegend mit anderen Geräten, die für ihre Genauigkeit im Schlafbereich bekannt sind. Der Vergleich soll vor allem zeigen, dass die Werte des Testprodukts nicht aus der Luft gegriffen sind und sich über mehrere Nächte hinweg nicht zu stark vom Testfeld unterscheiden.

Dazu führe ich mindestens sieben Messungen durch, um einen Gesamteindruck zu gewinnen. Die Wahrheit liegt vermutlich irgendwo zwischen diesen Ergebnissen.

Beim Sport ein zuverlässiger Begleiter

Während wir beim Vorgängermodell das Schlaftracking lobten, aber bei der Aktivitätsmessung Verbesserungsbedarf sahen, ist es jetzt genau andersherum.

Nach mehreren Trainingseinheiten zeigte das Xiaomi Band 10 durchweg zufriedenstellende Ergebnisse und lag im direkten Vergleich mit einem Brustgurt sogar einmal gleichauf. Für den Preis von rund 50 Euro sind das beeindruckende Ergebnisse.

Häufig gestellte Fragen
Messung #1

SchnittMax
Xiaomi Band 10162186
Polar H10160187
Xiaomi Band 10 Polar H10 Xiaomi Band 10 Polar H10

Messung #2

SchnittMax
Xiaomi Band 10163190
Polar H10163190
Xiaomi Band 10 Polar H10 Xiaomi Band 10 Polar H10

Warum ein Brustgurt als Referenz?

Ein Brustgurt zur Messung der Herzfrequenz gilt als Goldstandard und bietet gegenüber anderen Methoden wie der optischen Pulsmessung am Handgelenk entscheidende Vorteile.

Brustgurte messen die elektrischen Signale des Herzens direkt, was potenziell zu wesentlich genaueren Herzfrequenzmessungen führt. Externe Faktoren wie Hautfarbe, Haarbewuchs oder Passform des Geräts beeinflussen zudem die Messung mit einem Brustgurt weniger.

Wenn ihr die Strecke aufzeichnen möchtet, müsst ihr nach wie vor das Smartphone mitführen. Ein GPS-Modul ist nicht vorhanden.

Die Daten nach dem Sport können sich sehen lassen. Allerdings müsst ihr für sämtliche Daten (etwa die Strecke) das Smartphone mit aktiviertem GPS mit euch führen. Die Daten nach dem Sport können sich sehen lassen. Allerdings müsst ihr für sämtliche Daten (etwa die Strecke) das Smartphone mit aktiviertem GPS mit euch führen.

Beim Tracken der Schritte bleibt das Gadget weiterhin unverändert gut. Zwar erreichen Xiaomis Wearables keine Genauigkeit wie eine Apple Watch, für den Preis ist das Ergebnis jedoch sehr zufriedenstellend.

Omron Walking Style 4Apple Watch Ultra 2Xiaomi Band 10
gezählte Schritte99910061033

Um die Genauigkeit des Zählens der Schritte zu untersuchen, verwende ich neben einer Apple Watch Ultra 2 einen Schrittzähler (Pedometer), der auf meine Schrittlänge kalibriert wurde. Der Test findet unter optimalen Bedingungen statt, das heißt in einer geraden Laufumgebung, die gleichmäßiges Gehen erlaubt.

Die Akkulaufzeit ist unverändert großartig

Bei der Akkulaufzeit gibt es ebenso wenig Neues zu berichten. Während ich beim Vorgängermodell auf 17,5 Tage gekommen bin, sind es beim Xiaomi Band 10 16 Tage (ohne Always-on-Display).

Dafür habe ich mit der aktuellen Generation auch mehr Aktivitäten und rund zwei Wochen den Schlaf getrackt. Der Hersteller gibt eine Akkulaufzeit von bis zu 21 Tagen an, was zumindest ohne Schlaf- und Sporttracking realistisch erscheint.

Xiaomi Band 10: Die Software

Das Xiaomi Band 10 empfängt Nachrichten verschiedener Apps sowie gängiger Messenger wie WhatsApp, Telegram und Co. Das Antworten auf diese Nachrichten ist jedoch weiterhin nicht möglich.

Zudem solltet ihr keine große App-Auswahl wie bei anderen Betriebssystemen, etwa Wear OS oder watchOS, erwarten.

Mehr Auswahl gibt es hingegen bei den Zifferblättern. Hier stellt Xiaomi zahlreiche Optionen zur Verfügung, um das Armband optisch an die eigenen Bedürfnisse anzupassen.

Die App ist ziemlich unaufgeregt gestaltet, was keineswegs etwas Negatives ist. Die App ist ziemlich unaufgeregt gestaltet, was keineswegs etwas Negatives ist.

Allgemein gibt es nichts Negatives über das Betriebssystem zu berichten. Auf dem Armband lässt sich alles geschmeidig steuern und die wichtigsten Optionen sowie Einstellungen sind schnell zu finden. Ähnlich sieht es bei der Smartphone-App aus.

Softwareupdates

Die genaue Dauer der Software-Updates für das Xiaomi Band 9 hängt von verschiedenen Faktoren ab und wird von Xiaomi nicht für einen festen Zeitraum garantiert.

Basierend auf den bisherigen Erfahrungen mit Xiaomi-Wearables halte ich es für realistisch, mit mindestens zwei Jahren Software-Updates zu rechnen. Darüber hinaus wird das Armband vermutlich weitere Jahre mit Sicherheitsupdates versorgt.

Konto und Datenschutz

Die Einrichtung des Xiaomi Band 10 war schnell, unkompliziert und ohne Probleme. In Verbindung mit der Mi-Fitness-App wurde das Armband im Handumdrehen erkannt und die Einrichtung erfolgte nahezu automatisch.

Wie bei einigen anderen Trackern benötigt ihr allerdings nach wie vor ein Konto. Bei der Kontoerstellung werden grundlegende Kontoinformationen wie Telefonnummer, E-Mail-Adresse und Passwort gespeichert.

Zusätzlich werden weitere Kontoinformationen wie Profilbild, Spitzname, Geschlecht, Standort, Modell, IMEI und IP-Adresse abgerufen.

Zum Datenschutz: In Abschnitt 4 der Datenschutzerklärung (per App zu finden) wird eine lange Liste von Dritten aufgeführt, an die Daten möglicherweise weitergegeben werden (Xiaomi-Konzernunternehmen, Mapbox, Amazon, EasyCard, Aidong, Strava, Google Fit).

Xiaomi gibt außerdem an, dass Daten in Rechenzentren in Indien, den Niederlanden, Russland und Singapur verarbeitet werden und auch in »andere Länder oder Regionen« übertragen werden können. Seid euch also darüber im Klaren, dass eure Daten mitunter den Kontinent verlassen.

Solltet ihr das Xiaomi Band 9 kaufen?

Das Xiaomi Band 9 lohnt sich für euch, wenn ihr …

  • ... einen günstigen Fitness-Tracker sucht und nicht den Vorgänger besitzt.
  • ... Schritte und Lauftrainings tracken möchtet.
  • … auf NFC, GPS sowie eine breite App-Auswahl verzichten könnt.
  • … eine lange Akkulaufzeit ganz oben auf die Liste setzt.

Mögliche Alternativen zum Xiaomi Band 9

Wenn ihr den Test bis zum Ende gelesen habt, werdet ihr eines sicher feststellen: Es gibt kaum Verbesserungen gegenüber dem Vorgängermodell. Wenn ihr also ein paar Euro sparen möchtet, ist das Xiaomi Band 9 noch immer eine hervorragende Wahl und die wohl beste Alternative.

Video starten 4:36 Das Xiaomi Band 9 in unter fünf Minuten

Wenn euch GPS und Bezahlmöglichkeiten über Google Pay wichtig sind, bietet Google mit dem Fitbit Charge 6 eine Alternative. Hier liegt der Preis allerdings bei knapp 100 Euro.

Das Amazfit Bip 6 könnte zu einem Preis von rund 74 Euro ebenfalls einen Blick wert sein. Neben einem integrierten GPS bietet das Wearable eine solide Akkulaufzeit von bis zu 14 Tagen. Zudem unterstützt das Amazfit Bip 6 Textnachrichten sowie Bluetooth-Anrufe.

Unser Preis-Leistungs-Tipp ist nach wie vor das Xiaomi Band 9. Zwar könnt ihr mit dem Xiaomi Band 10 wenig falsch machen, allerdings bleibt der Vorgänger eine herausragende Wahl, wenn ihr viel Leistung für wenig Geld sucht. Die Neuerungen und Verbesserungen stechen nicht genug hervor, zumal es beim Schlaftracking aktuell einen Rückschritt gibt.

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