Der in Leipzig beheimatete Notebookhersteller XMG hat sich speziell mit seinen Gaming-Notebooks einen guten Ruf erarbeitet. Im Portfolio finden sich vielfältig konfigurierbare Modelle für jeden Geldbeutel.
Wir greifen heute mal ganz oben ins Regal und fühlen im Test dem Neo 16 mit RTX 4090m auf den Zahn.
Ausstattung
XMG hat uns ein Testmuster mit der folgenden Konfiguration zur Verfügung gestellt:
- CPU: Intel Core i9 14900HX mit 24 Kernen und maximal 5,8 GHz
- Grafikkarte: Nvidia RTX 4090m mit einer TGP von 175 Watt
- RAM: 32,0 GByte DDR5-5600
- Display: 16-Zoll-IPS mit einer Auflösung von 2.560 x 1.600 Pixeln und 240 Hertz
- SSD: 1x 1 TByte PCIe 4.0 NVMe
- Konnektivität: WiFi 6E, 2,5 GBit LAN,Bluetooth 5.3
- Audio: 2x Lautsprecher
- Akku: 99,8 Wh
- Abmessungen: 35,67 x 25,3 x 2,66 Zentimeter
- Gewicht: 2,52 kg (Notebook), 0,72 kg (Netzteil)
Design
Die Leistung, die im Inneren des Neo 16 schlummert, seht ihr dem Gerät von außen nicht an. Ich würde das Design als schlicht, aber nicht langweilig bezeichnen. Wie ein typisches Gaming-Notebook wirkt das Neo 16 nicht, selbst die Luftauslässe am Heck fallen nicht übermäßig groß aus.
Das Chassis besteht komplett aus Alu. Ein richtiges Unibody-Gehäuse, das aus einem Block gefräst wird, ist es allerdings nicht. Verarbeitung und Haptik fallen dennoch hervorragend aus und sind für ein Gerät der 3.000-Euro-Klasse angemessen.
XMG setzt auf ein Barebone von Uniwill (GM6IX9B). Der Hersteller hat mir gegenüber betont, dass man nicht einfach nur den eigenen Namen draufklebt, sondern einen eigenen Entwickler vor Ort hat. Entsprechend werden an den Barebones auch XMG-spezifische Anpassungen vorgenommen.
Auf den ersten Blick ist von einer RGB-Beleuchtung nichts zu erkennen. Erst nach dem Einschalten leuchtet eine LED-Leiste an der Vorderseite auf. Sie ist allerdings gut versteckt und illuminiert den Untergrund vor dem Notebook.
Die Stabilität ist gut, mit sehr viel Druck lässt sich die Handballenauflage minimal eindrücken.
Dagegen sitzt die Tastatur wirklich felsenfest, da gibt nichts nach.
Im Bereich der Lüftungsgitter reagiert die Bodenwanne dagegen relativ empfindlich auf Druck.
Eingabegeräte
Als ich das erste Mal die Tastatur des Neo 16 benutzt habe, war ich mir nicht sicher, ob es sich um ein Rubberdome-Modell handelt oder ob doch mechanische Switches eingebaut sind. Auf Nachfrage wurde mir mitgeteilt, dass es sich um eine Rubberdome-Tastatur handelt.
Kompliment, damit gehört das Keybord des Neo 16 mit zu den besten Rubberdome-Notebook-Tastaturen, die ich bisher benutzt habe. Der Hub ist mittellang und das Auslösen der Taste fühlt sich schon fast klicky
an.
Das Tippen darauf macht wirklich Spaß, ich kann die Tastatur für Vielschreiber absolut empfehlen. Beim Layout gibt es keine Stolperfallen, die Enter-Taste hat die normale Größe und auch die Pfeiltasten besitzen die volle Tastengröße.
Das 12,3 x 7,7 Zentimeter große Touchpad hätte vielleicht ein wenig größer ausfallen dürfen. Davon abgesehen gibt das Pad keinerlei Grund zur Klage. Die Oberfläche besteht aus Glas und bietet entsprechend gute Gleiteigenschaften. Auch das haptische Feedback beim Klicken hat mir gefallen.
Display
Bei unserem Testmuster hat XMG ein mattes 16-Zoll-IPS-Display mit einer nativen Auflösung von 2560 x 1600 Pixeln und einer maximalen Bildwiederholfrequenz von 240 Hertz eingebaut.
Das Panel stammt vom Hersteller BOE (NE160QDM-NZA) und deckt nach dessen Angaben 100 Prozent des sRGB-Farbraumes ab.
Das verbaute IPS-Panel spiegelt nicht und überzeugt mit einer ausreichend hohen Helligkeit.
Die maximale Helligkeit geben sowohl XMG als auch BOE mit 500 cd/m² an. Diese Angaben wurden während meines Tests sogar leicht übertroffen, ich konnte bis zu 508 cd/m² messen. Damit eignet sich der Bildschirm auch für helle Umgebungen.
Rein subjektiv gefällt mir das Panel gut, die Farben sind lebendig, die Helligkeit wirkt gleichmäßig verteilt und auch der Kontrast kann überzeugen. Insgesamt ein gutes Display für ein Gaming-Notebook.
Innenraum
Die Bodenplatte des Neo 16 lässt sich leicht lösen, einfach die Kreuzschlitzschrauben lösen und schon kann die Platte abgehoben werden. Zum Vorschein kommt dann ein massives Kühlsystem, das über sechs Heatpipes verfügt.
Unter einem Wärmeleitblech verstecken sich zwei M.2 Slots, von denen bei unserem Testmuster einer belegt ist.
Ebenfalls unter einem solchen Blech befindet sich das gesteckte WLAN-Modul.
Auch der RAM ist gesteckt und lässt sich entsprechend einfach austauschen. Zur Verfügung stehen zwei Slots.
Eine Besonderheit des Neo 16 sind die rückseitigen Anschlüsse für die optionale Oasis-Wasserkühlung.
Während bei früheren Modellen einfach eine Rohrschleife über die Heatpipes geführt wurde, damit die Abwärme vom Kühlmedium aufgenommen werden konnte, hat XMG die Lösung bei unserem Muster weiterentwickelt.
In den neuen Modellen mit RTX 4090m oder 4080m verläuft nun ein Kühlkanal um CPU und GPU. Die Kontaktfläche zum Kühlkörper, der die Abwärme der Chips aufnimmt, konnte so signifikant vergrößert werden.
Am effektivsten wäre es, wenn das Kühlmedium direkt über den Prozessor und Grafikchip geleitet würde. Allerdings soll das Notebook ja auch ohne Wasserkühlung effektiv gekühlt werden.
Wir werden uns die Oasis genannte Kühllösung in einem separaten Test noch einmal genauer ansehen.
Performance
Gewöhnlich gehe ich in Tests nicht auf das BIOS ein, in der Regel gibt es außer der Möglichkeit, das Boot-Gerät und die Uhrzeit beziehungsweise das Datum einzustellen keine nennenswerten Möglichkeiten.
Beim XMG Neo 16 ist das etwas anderes, hier gibt es diverse Optionen bis hin zu einem Extra-Menüpunkt, der euch das Undervolting der CPU ermöglicht.
Die Option, die Spannung zu senken, ist immer noch die große Ausnahme, da dürfen sich viele andere Hersteller gerne ein Beispiel nehmen. Mein Dank für diesen Hinweis geht an unseren Forum-User rocknrollakochi1991
.
Auch interessant: Den Test zum Asus Strix G18, mit dem ich das Neo 16 in diesem Test vergleiche, könnt ihr hier finden: Asus Strix G18 im Test: Starke Leistung, doch unerwartete Schwächen erschweren den Kauf
Aber nun zu den Benchmarks: Der CPU-Score des Geekbench fördert interessante Werte zu Tage.
Im Vergleich mit dem Asus Strix G18 liegt das Neo sowohl im Single- als auch im Multi-Core-Benchmark vorn. Und das, obwohl bei beiden Geräten ein Intel Core i9 14900HX unter der Haube werkelt.
Ein erstes Indiz für eine gute Kühlung, die es der CPU im XMG-Notebook erlaubt, über einen längeren Zeitraum mit einem höheren Takt zu arbeiten.
Im GPU-Teil des Benchmarks zeigt die RTX 4090m dann, was in ihr steckt. Die im Asus Strix G18 installierte RTX 4080m verfügt wie die Grafikkarte im XMG Neo 16 über eine TGP von 175 Watt, rein auf die Verlustleistung bezogen passt der Vergleich also.
Die RTX 4090m liegt im Test deutlich vor der RTX 4080m und rechnet nahezu doppelt so schnell wie die RTX 4070m (125-W-TGP) im Acer Helio Neo 14.
Wenig überraschend gewinnt das Neo 16 auch jede Einzelwertung im 3DMark Time Spy. Bei der CPU-Wertung ist der Abstand zum Asus Notebook gering, beim GPU-Teil liegt die RTX 4090m vorn.
Das gleiche Bild zeigt sich im PC Mark 10, das Neo 16 liegt in allen Bereichen vorn. Speziell im Gaming-Benchmark kann das XMG Notebook mit seiner potenten Grafik punkten.
Cinebench habe ich neu in den Benchmark-Parcour aufgenommen. Zum aktuellen Zeitpunkt gibt es nur Vergleichswerte mit dem Apple M4 Pro Chip.
Es ist schon erstaunlich, wie sehr sich Intels aktuelle Top-Notebook-CPU mühen muss, um mit dem Apple Prozessor mithalten zu können. Im Bereich GPU ist der M4 Pro aber vollkommen chancenlos, auch wenn die Leistung für eine IGP mehr als beachtlich ist.
Spiele-Benchmarks
PC-Spiele sind das Haupteinsatzgebiet des Neo 16. In Cyberpunk 2077 gewinnt die RTX 4090m auch recht deutlich gegenüber der RTX 4080m. Die einzige Ausnahme ist Full-HD-Auflösung, hier läuft die 4090m ins CPU-Limit und ist nicht schneller unterwegs als der kleine Bruder.
Bei höheren Auflösungen wird der Abstand zur 4080m dann erheblich größer. Cyberpunk 2077 mit Ultra Details ist in 4K mit durchschnittlich 41 FPS noch ganz gut spielbar.
Bei AC Valhalla erzielt das Neo 16 deutlich über 100 FPS, erst bei einer Auflösung von 4K werden nur
noch knapp über 80 FPS erreicht. Letztlich zeigt der Benchmark genau das, was man von einer RTX 4090m erwarten darf.
Temperatur & Lautstärke
Bei unserem Testmuster hat XMG mit der RTX 4090m und dem 14900HX extrem starke Komponenten verbaut. Entsprechend anspruchsvoll ist es, die emittierte Abwärme abzuführen. Ich war sehr gespannt auf die Temperaturen.
Die Oberflächen werden bei der vollen Auslastung von CPU und GPU zum Teil sehr warm. Die Handballenauflage bleibt mit rund 32 °C noch relativ kühl. Bei der Tastatur habe ich in der Mitte Spitzenwerte von bis zu 47 °C gemessen. Das ist mir persönlich zu warm.
Dass man einen solchen Gaming-Boliden besser nicht auf den Oberschenkeln balancieren sollte, dürfte klar sein. Die Temperaturen betragen beim Neo 16 am Boden bis zu 47,5 °C. Im Winter könnte das aber vielleicht ganz angenehm an den Beinen sein.
Auch im Inneren wird es recht warm: Die CPU-Temperatur erreicht bereits nach wenigen Sekunden 99 °C, die GPU bleibt mit 84 °C verhältnismäßig kühl. Dabei ist zu beachten, dass die RTX 4090m während des Tests tatsächlich permanent mit den vollen 175 Watt betrieben wurde.
Zählt man dazu noch den Strom, den die CPU verbrät, kommen wir locker auf eine Verlustleistung von über 200 Watt. Das erklärt dann auch die hohen Oberflächentemperaturen.
So viel Leistung in einem relativ flachen Gehäuse lässt sich nicht leise kühlen, das muss man einfach klar so sagen. Im Idle ist das Neo 16 etwa so laut wie das Asus G18, während es unter Last fast 4 Dezibel lauter wird.
Die Lüfter im XMG Notebook haben alle Hände voll zu tun, um die Abwärme irgendwie zu bändigen. Immerhin ist das Lüftergeräusch tieffrequent und klingt mehr nach einem kräftigen Rauschen. Bei längeren Gaming-Sessions würde ich euch trotzdem einen guten Kopfhörer empfehlen.
Akkulaufzeit
Dank seinem großen, rund 100 Wh großen Akku sind die Laufzeiten deutlich besser, als man es bei einem so leistungsstarken vielleicht vermuten würde.
Während beim PC Mark Gaming-Benchmark
nach knapp einer Stunde der Spaß vorbei ist, hält das Neo 16 beim Test Modernes Office
knapp über 3 Stunden durch.
Der Battery Eater Reader-Test fordert die Hardware dagegen nur wenig, entsprechend fällt die maximal mögliche Laufzeit länger als bei den anderen Akku-Tests aus. Dennoch erzielt das Neo 16 lediglich 7,5 Stunden was eine eher überschaubare Leistung ist.
Solltet ihr euch das XMG Neo 16 kaufen?
Das XMG Neo 16 ist das richtige Notebook für euch, wenn …
- … ihr die Leistung eines Desktop-PCs im Notebook-Format haben wollt.
- … ihr bereit seid, für viel Leistung auch viel Geld zu bezahlen.
- … euch die hohe Lautstärke nicht stört, da ihr eh immer mit Headset spielt.
Mögliche Alternativen
Alienware x16 R2: Dieses Notebook bietet ebenfalls Leistung im Überfluss. Im Vergleich zum Neo 16 baut Alienware allerdings einen Intel Core Ultra 9 185H ein. Als nachteilig dürfte sich der fest verbaute RAM erweisen. Der Preis ist sogar noch ein Stück höher als beim getesteten XMG Notebook.
Lenovo Legion Pro 7: CPU und GPU sind identisch mit dem Neo 16. Mit einer 100 Prozent Abdeckung des DCI-P3-Farbraumes eignet sich das Legion Pro 7 allerdings etwas besser für professionelle Anwender. Preislich liegt das Modell auf einem ähnlichen Niveau wie das XMG Neo 16.
Razer Blade 16: Auch Razer setzt auf die14900HX CPU und die RTX 4090m. Allerdings kann das Blade 16 mit einem OLED-Panel und einem noch etwas besseren Alu-Chassis punkten. Der Spaß beginnt dafür erst bei deutlich über 4.000 Euro.
Fazit zum XMG Neo 16
Sven Scharpe: XMG zeigt mit dem Neo 16, was leistungsmäßig mit einem Notebook möglich ist. Die Performance fällt beeindruckend gut aus. Auch das Chassis hat mir gefallen, es wirkt optisch unaufdringlich und ist sauber verarbeitet.
Die Eingabegeräte hinterlassen ebenfalls einen positiven Eindruck. Das Keyboard ist mit seinem knackigen Druckpunkt uneingeschränkt für Vielschreiber geeignet. Auch das Touchpad ist gelungen, könnte aber gerne etwas größer ausfallen.
Weniger gefallen haben mir die zum Teil hohen Oberflächentemperaturen und die unter Last hohe Lautstärke. Das muss man allerdings auch ein wenig in Relation zur Leistung und der damit verbundenen Abwärme setzen. Mehr als 200 Watt müssen erst mal aus einem Notebook-Gehäuse abgeführt werden.
Da der Platz im Gehäuse naturgemäß beengt ist und auch XMG nicht die Physik überlisten kann, müssen die Lüfter eben aufdrehen und die Oberflächen werden warm. Das solltet ihr vor dem Kauf beachten, und zwar nicht nur beim Neo 16, sondern bei allen Notebooks, die ähnlich starke Hardware in einem kompakten Gehäuse unterbringen.
Unterm Strich ist das XMG Neo 16 ein High-End-Notebook für alle, die nicht genug Leistung haben können. Allerdings muss man sich das Ganze auch leisten können oder wollen. Für einen Preis von rund 3.500 Euro könnt ihr euch auch einen sehr guten Desktop-PC zusammenstellen.


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