Ich habe das Yale Linus L2 Lite getestet: Ein Smart Lock für 140 Euro, das kaum Schwächen hat

Yale bietet mit dem Linus L2 Lite ein neues, erschwingliches Smart Lock fürs Smart Home an. Im Test zeigt sich: Es leistet sich kaum Fehler – und schlägt bei einem Feature sogar beinahe meinen bisherigen Favoriten.

Das neue Yale Linus L2 Lite im Test: Geniales Smart Locke für Einsteiger. Das neue Yale Linus L2 Lite im Test: Geniales Smart Locke für Einsteiger.

Smart Locks kosten meistens 160 Euro oder mehr. Für viele Menschen ist das einfach zu viel Geld für eine Technologie, bei der sie nicht sicher sind, ob sie überhaupt funktioniert. Was, wenn ich ausgesperrt werde? oder Kann man das nicht hacken? sind Fragen, die ich oft höre.

In den letzten Jahren habe ich für GameStar Tech etliche Smart Locks getestet – von Nuki über SwitchBot bis Aqara – und viele davon sind sehr gut bis herausragend, bieten aber viele Optionen, die Einsteiger abschrecken könnten. Oder sprengen das eigene Budget.

Yale könnte das mit seinem neuen Linus L2 Lite ändern. Zum einen steht die Marke seit 185 Jahren für Sicherheit (Linus Yale hat damals den Schließzylinder erfunden!). Zum anderen fokussiert sich das neue hauseigene Smart Lock auf Zugänglichkeit und Verlässlichkeit: Es kostet 140 Euro (UVP), verzichtet bewusst auf Schnickschnack und konzentriert sich aufs Wesentliche, ohne das Budget zu sprengen.

Ich habe das Yale Linus L2 Lite zwei Wochen lang getestet und wurde positiv überrascht. In einer Disziplin ist es sogar besser als 99 % aller Smart Locks, die ich bisher ausprobiert habe.

Transparenzhinweis: Yale hat mir das Linus L2 Lite für den Test kostenfrei zur Verfügung gestellt. Der Hersteller hatte keinen Einfluss auf den Artikelinhalt und erhielt keine Einsicht vor Erscheinen des Tests. Es bestand keine Verpflichtung zu einem Testbericht.

Yale Linus L2 Lite
Yale Linus L2 Lite
Das Yale Linus L2 Lite ist ein hervorragendes Smart Lock im Einsteiger-Segment. Für 139 Euro bekommt ihr tadelloses Auto Unlock, simple Installation und eine aufgeräumte App – ohne unnötigen Schnickschnack. Einziger Wermutstropfen: Die unnötigen CR123A-Batterien können mit der Zeit ins Geld gehen. Wer damit leben kann, macht hier nichts falsch.
  • Einfache Montage und Einrichtung (ohne Bohren)
  • Reibungsloses Ver-/Entriegeln
  • Zuverlässiges Auto Unlock
  • Matter-kompatibel (HomeKit, Alexa, Google)
  • Intuitive App inkl. Gastzugriff
  • Angenehme Lautstärke
  • Spezialbatterien statt Akku
  • Kein WLAN ohne Bridge

Design, Verarbeitung & Lieferumfang

Dass Yale bei dem smarten Türschloss Herstellungskosten reduzieren wollte, fällt beim Design kaum auf. Ja, das Schloss ist aus Kunststoff gefertigt, aber es fühlt sich dennoch hochwertig an. Nichts knarzt oder wackelt; die Haptik ist angenehm.

Das Schloss gibt es in zwei minimalistischen Farben: Schwarz und Silber. Ich hatte erst Angst, der Kunststoff würde Fingerabdrücke anziehen, aber dem ist nicht so.

Im Lieferumfang enthalten:

  • Das Smart Lock
  • Eine Montageplatte
  • 3x CR123A-Batterien
  • 2,5mm-Sechskantschlüssel
  • Eine kurze Anleitung

Was direkt auffällt: Das Schloss ist deutlich kompakter als viele Konkurrenten. Dadurch wirkt es sehr modern und erinnert fast ans Nuki Pro. Kein Vergleich zu großen Plastikbombern wie etwa dem (ebenfalls sehr guten) SwitchBot Lock Ultra.

Installation: Fast perfekt

Der physische Einbau selbst ist kinderleicht und bei mir in unter 10 Minuten erledigt gewesen. Zunächst befestigt ihr einfach die Montageplatte auf eurem Türschloss (Innenseite!), steckt euren Schlüssel ein und stülpt das Smart Lock darüber. Mit einer Schraube wird es fixiert.

Montageplatte aufs Schloss setzen, mit Inbus-Schlüssel fixieren und Schlüssel rein - das ist die Grundlage für das Smart Lock. Montageplatte aufs Schloss setzen, mit Inbus-Schlüssel fixieren und Schlüssel rein - das ist die Grundlage für das Smart Lock.

Anschließend müsst ihr die drei Batterien einlegen, das Schloss mit der kostenlosen Yale-App koppeln und manuell kalibrieren. Das war's auch schon. Hier gibt es kaum einen Unterschied zu anderen modernen Smart Locks, mit einer Ausnahme.

Ein Mini-Stolperstein: Wer noch nie ein Smart Lock installiert hat, könnte verwirrt sein, denn der für die Einrichtung erforderliche QR-Code befindet sich im Schloss, wo ihr die Batterien einsetzt.

Das wird zwar sowohl in der (ziemlich kleingedruckten) Kurzanleitung als auch in der App beschrieben, wirkt aber komisch, weil ihr zum Öffnen des Schlosses erst später im Setup aufgefordert werdet.

So sieht das fertig montierte Schloss aus. So sieht das fertig montierte Schloss aus.

Keine große Sache, die ich aber erwähnen wollte, weil sich das Schloss ausdrücklich an Einsteiger richtet.

Wichtig: Checkt vorher unbedingt auf der Yale-Website, ob euer Türzylinder kompatibel ist. Das Schloss funktioniert mit den meisten Europrofil-Zylindern sowie Schweizer 22mm-Rundzylindern. Euer Zylinder muss mindestens 3 mm überstehen – falls nicht, bietet Yale einen Adapter als Zubehör an.

Die Funktionsweise des Linus L2 Lite

Ihr habt mehrere Möglichkeiten, die Tür zu (ent-)sperren: manuell über das drehbare Gehäuse sowie über den KeySense-Knopf in der Mitte. Oder automatisch über die Handy-App oder sogar über die Smartwatch.

Wer sich zusätzlich das Keypad kauft, kann das Schloss mittels PIN-Codes oder Fingerabdruck steuern. Auch ein Steuerknopf (Yale Dot) ist separat erhältlich. Für die Steuerung aus der Ferne ist zudem eine Bridge nötig, die 80 Euro kostet. Das ist vor allem für Vermieter und all jene interessant, die über Benachrichtigungen stets über jeden Besucher informiert werden wollen.

Ihr könnt das Yale Linus L2 Lite auch manuell bedienen, um den Schlüssel zu drehen. Ihr könnt das Yale Linus L2 Lite auch manuell bedienen, um den Schlüssel zu drehen.

Das Yale Linus L2 Lite im Alltag

Einmal installiert leistet sich das L2 Lite keine Blöße – es funktioniert jederzeit zuverlässig. Punkt. Klingt banal und beinahe etwas langweilig, ist aber gerade bei einem smarten Schloss unerlässlich.

Auch wenn das Schloss kostenbedingt leider kein integriertes WLAN-Modul besitzt und allein auf Bluetooth setzt, reichte das in meinem Alltag weitestgehend aus. Auch, weil die Motorsteuerung ohne jegliche Verzögerung oder Aussetzer funktioniert.

Egal, ob ich das L2 Lite mit dem Handy oder noch bequemer via Apple Watch geöffnet habe: Die Tür sprang jedes Mal beinahe verzögerungsfrei auf. Kein Laden der App, keine Wartezeit wegen Verbindungsproblemen, sondern einfach nur voller Komfort. So muss es sein!

Auto Unlock hat mich verblüfft

Apropos Komfort: Die Auto-Unlock-Funktion gehört zu den besten auf dem Markt. Bei diesem Feature öffnet sich die Tür automatisch, wenn ihr euch in unmittelbarer Bluetooth-Reichweite befindet. Dazu müsst ihr in der App zudem euren Standort freigeben. Ideal, wenn ich mal wieder mit Einkaufstüten oder Rucksack und Helm meines Sohnes unterm Arm nach Hause komme. Dann schwingt die Tür einfach magisch auf.

Inzwischen bieten viele Schlösser dieses Feature, doch keines reichte an die Präzision und Zuverlässigkeit von Nuki heran – bis jetzt.

Auto Unlock funktioniert tadellos. Ich werde über eine Push-Mitteilung darüber benachrichtigt, dass die Tür geöffnet wurde. Auto Unlock funktioniert tadellos. Ich werde über eine Push-Mitteilung darüber benachrichtigt, dass die Tür geöffnet wurde.

Auch ohne Bridge funktionierte das Auto Unlock beim Yale Linus L2 Lite erstaunlich gut. Die Tür öffnete sich exakt dann, wenn ich wenige Meter davor oder direkt vor der Tür stand. Wo ich beim SwitchBot Lock Ultra etwa auch mal ein paar Sekunden vor der Tür verharren musste, reagierte das L2 Lite jederzeit verzögerungsfrei.

Das Auto Unlock funktioniert genauso zuverlässig wie bei meinem 270-Euro-Nuki Smart Lock Pro. Ein 140-Euro-Smart-Lock schafft es also, bei der wichtigsten Funktion mit einem Premium-Modell gleichzuziehen. Das habe ich nicht erwartet.

KeySense für mehr Kontrolle

Ebenfalls komfortabel ist die Steuerung über den Knopf am Smart Lock. Per Druck versperrt oder entriegelt ihr die Tür, was mit einem Soundeffekt und LED-Leuchten (beides abschaltbar) begleitet wird.

Ebenfalls cool: Wollt ihr das Haus verlassen und die Tür hinter euch verriegeln, haltet ihr den Knopf einfach gedrückt und verlasst die Wohnung. Das Schloss verriegelt dann nach einigen Sekunden Verzögerung automatisch – die Zeitdauer bestimmt ihr in der App.

Auch wenn Yale nicht der erste Hersteller ist, der diese Funktion anbietet, ist sie super praktisch. Denn so könnt ihr euch ohne Keypad an der Außenseite das Schloss zusperren.

Netter Nebeneffekt: Auch mein 5-jähriger Sohn kann somit problemlos die Tür aufsperren – und er liebt es, auf den Knopf zu drücken.

Knopf und Gehäuse sind aus Plastik., fühlen sch aber dennoch angenehm hochwertig an. Knopf und Gehäuse sind aus Plastik., fühlen sch aber dennoch angenehm hochwertig an.

Auto Lock für die Nachtruhe

Neben Auto Unlock und KeySense-Knopf gibt es noch die Auto-Lock-Funktion, die euer Schloss automatisch zu einer bestimmten Uhrzeit verriegelt. Bei mir ist das auf 21 Uhr eingestellt – kurz bevor wir ins Bett gehen.

Morgens entriegele ich das Schloss dann manuell, bevor ich zur Kita aufbreche. Meine Frau hat manchmal Frühdienst und verlässt das Haus noch früher. Sie dreht das Schloss dann von Hand, weil das Schließgeräusch uns sonst wecken könnte.

Das führt mich direkt zum nächsten Punkt:

Lautstärke & Schließgeschwindigkeit

Das Yale Linus L2 Lite ist mit ca. 64 Dezibel (gemessen mit Apple Watch 7) aus einem Meter Entfernung zwar hörbar beim Ver- und Entriegeln, aber nicht viel lauter als andere Schlösser – zumal das Motorgeräusch sehr angenehm ist.

Im Vergleich zum Nuki Smart Lock Pro 5.0, das wie eine Bohrmaschine klingt, ist das Yale deutlich angenehmer, aber auch etwas langsamer.

Die Schließgeschwindigkeit lässt sich nicht in der App einstellen, ist mit unter zwei Sekunden für eine Umdrehung aber völlig im Rahmen, sodass es im Alltag nicht störend auffällt.

App & Funktionen: Weniger ist manchmal mehr

Die Yale Home App ist übersichtlich und macht ihren Job. Sie ist deutlich spartanischer als die Konkurrenz – und das ist gut so.

Was funktioniert:

  • Gastzugang erstellen (temporär oder dauerhaft)
  • Auto Unlock und Auto Lock einstellen
  • Matter-Unterstützung für Apple HomeKit, Google Home, Amazon Alexa
  • Push-Benachrichtigungen in Echtzeit
  • Zwei-Faktor-Authentifizierung für zusätzliche Sicherheit

Die Einstellungsmöglichkeiten der App im Überblick. Die Einstellungsmöglichkeiten der App im Überblick.

Das sind genau die Funktionen, auf die es ankommt. Keine 20 Untermenüs oder versteckte Features. Für Einsteiger ist das ein klarer Vorteil.

Die Sicherheit stimmt ebenfalls: 128-Bit-AES-Verschlüsselung (wie im Bankwesen) und Zwei-Faktor-Authentifizierung sorgen dafür, dass Unbefugte keinen Zugriff bekommen.

Akkulaufzeit & CR123A-Batterien

Zur Akkulaufzeit kann ich leider nicht viel sagen. Nach einer Woche Testzeit zeigt mir die App immer noch »Unbekannt« beim Akkustand an.

Yale gibt eine Laufzeit von bis zu 6 Monaten an, was aber natürlich stark von der Nutzungshäufigkeit abhängt. Ein solider, aber nicht berauschender Wert, zumal Yale auf einen aufladbaren Akku verzichtet und unverständlicherweise auf spezielle CR123A-Batterien setzt. Drei Stück, um genau zu sein.

Das Schloss wird mit drei speziellen Batterien betrieben, die ihr nachkaufen müsst. Das Schloss wird mit drei speziellen Batterien betrieben, die ihr nachkaufen müsst.

Das bedeutet potenzielle Mehrkosten über die Jahre und Vorausplanung, da es diese Batterien nicht unbedingt bei jedem Discounter um die Ecke gibt. Hier hätte Yale einfach einen via USB-C aufladbaren Akku verbauen sollen.

Immerhin: Die App soll euch rechtzeitig warnen, wenn der Batteriestand niedrig wird.

Kein integriertes WLAN wie beim Linus L2

Auch wenn es mich im Alltag kaum gestört hat: Ein integriertes WLAN-Modul wie beim Linus L2 wäre wünschenswert gewesen. Aufgrund der begrenzten Bluetooth-Reichweite kann ich bereits am Arbeitsplatz im Obergeschoss das Schloss im Untergeschoss nicht mehr steuern.

Die dafür nötige Bridge kostet 80 Euro und hievt den Preis somit auf 220 Euro – was nur knapp unter der UVP von 230 Euro des Linus L2 liegt, das noch mal mehr Features wie einen integrierten Akku, WLAN und einen Yale Dot bietet.

Solltet ihr euch das Yale Linus L2 Lite kaufen?

Das Yale Linus L2 Lite ist ideal für euch, wenn:

  • Ihr zum ersten Mal ein zuverlässiges Smart Lock ausprobieren wollt und nicht mehr als 140 Euro ausgeben wollt.
  • Ihr in einer Mietwohnung wohnt und keine baulichen Veränderungen vornehmen dürft.
  • Ihr Wert auf tadelloses Auto Unlock legt (für mich DAS Killer-Feature, das Yale perfekt beherrscht).
  • Ihr später upgraden wollt: Yale bietet Zubehör wie Keypad, Bridge und Dot zum Nachrüsten.
Nuki Smart Lock Pro <br>(5. Generation)
Nuki Smart Lock Pro
(5. Generation)
Nuki Keypad 2<br><strong>mit Fingerabdruck</strong>
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Switchbot Smart Lock Ultra<br>mit Keypad & Fingerabdruck
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mit Keypad & Fingerabdruck
Switchbot Keypad Vision<br>mit 3D-Gesichtserkennung
Switchbot Keypad Vision
mit 3D-Gesichtserkennung

Mögliche Alternativen zum Yale Linus L2 Lite

  • Nuki Smart Lock Pro 5.0: Schneller, mehr App-Funktionen, mit integriertem WLAN – aber auch 270 Euro teuer.
  • SwitchBot Lock Pro/Ultra: Starker Funktionsumfang und attraktiver Preis, aber das Auto Unlock konnte mich nicht ganz überzeugen.
  • Aqara U200: Interessante Option mit Apple HomeKey-Support, aber teurer als das Yale.

Fazit: Geniales Einsteiger-Smart-Lock

Das Yale Linus L2 Lite ist ein sehr gutes Einsteiger-Smart-Lock, das sich aufs Wesentliche konzentriert. Hier gibt's kein WLAN, kein NFC, kein Apple HomeKey. Dafür die Dinge, auf die es ankommt: Es ist einfach zu bedienen, zuverlässig und schnell und bietet Matter-Support, ohne das Budget überzustrapazieren.

Klar, das volle Potenzial entfaltet es erst mit der Bridge und dem Keypad, die noch einmal extra kosten, aber so könnt ihr nach euren Bedürfnissen auch nach und nach upgraden.

Das L2 Lite hat kein wirkliches Problem, der größte Kritikpunkt sind die Batterien. Es bietet nicht viele Optionen, sondern nur die, die man wirklich braucht. Das muss euch bewusst sein.

Das größte Problem ist dagegen das Marktumfeld: Starke Konkurrenten wie das SwitchBot Lock Ultra sind bereits deutlich im Preis gefallen und bedrohen die UVP des L2 Lite. Andererseits steht Yale auch seit vielen Jahren für Sicherheit und Vertrauen. Und am Ende ist das vielleicht der für euch ausschlaggebende Faktor.

Nutzt ihr bereits ein Smart Lock? Oder seid ihr noch skeptisch und würdet es nur mit einer vertrauenswürdigen Marke wie Yale wagen? Schreibt es mir gern in die Kommentare – ich beantworte auch gerne eure Fragen!

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