Am Sonntag, den 23. Februar 2025, findet die nächste Bundestagswahl statt. Alle Wählerinnen und Wähler vergeben zwei Kreuze auf dem Stimmzettel: die Erststimme und die Zweitstimme.
- Mit der Erststimme wählt ihr eine Person aus eurem Wahlkreis, die in den Bundestag einziehen soll.
- Mit der Zweitstimme habt ihr Einfluss auf die Sitzverteilung im Bundestag. Hier wählt ihr die Partei, die dann, im Falle eines Sieges, auch den Bundeskanzler oder die Bundeskanzlerin stellen wird.
Der größere Teil von euch dürfte wissen, bei welcher Partei er oder sie das Kreuz der Zweitstimme setzen wird. Mit der Erststimme ist das nicht ganz einfach. Zumindest dann nicht, wenn man mit den lokalen Politikern nicht vertraut ist.
Hier kommt die Webseite zweitstimme.org ins Spiel.
Mehr Gewicht für die Erststimme
Auf der Unterseite zur Erststimme zeigt euch die Website Vorhersagen für den Erststimmenanteil aller Wahlkreise auf einer Deutschlandkarte an. Wie die Seite selbst schreibt, basieren »Die Vorhersagen auf einer Modellrechnung, die vor allem Informationen aus Umfragen auf Bundesebene nutzen«.
So nutzt ihr die Übersicht für eure Erststimme:
- Sucht euren Wahlkreis auf der Karte oder gebt im Suchfeld darunter eure Postleitzahl, den Wahlkreis oder einen Kandidaten ein.
- Überprüft, wie viele Stimmanteile Politiker in eurem Wahlkreis haben.
Nun könnt ihr entscheiden, wen ihr mit eurer Erststimme unterstützen wollt. Wir haben euch drei mögliche Szenarien für euch.
- Szenario 1: Ein Kandidat der CDU liegt in eurem Wahlkreis vorn; eine Kandidatin der Grünen nur knapp dahinter. Ihr favorisiert die Grünen, also wählt ihr die Grünen-Politikerin, sodass der Vorsprung kleiner und die Wahrscheinlichkeit höher wird, dass sie in den Bundestag einzieht.
- Szenario 2: Ein Kandidat der CDU liegt in eurem Wahlkreis vorn; eine Kandidatin der Grünen nur knapp dahinter. Ihr sympathisiert mit der CDU, also gebt ihr dem CDU-Politiker eure Erststimme, sodass er seinen Vorsprung ausbaut.
- Szenario 3: Ein Kandidat der CDU liegt in eurem Wahlkreis vorn; ein Kandidat der SPD nur knapp dahinter. Das restliche Feld ist weit abgeschlagen. Weil euer favorisierter Kandidat der Grünen keine Chance auf ein Direktmandat hat, wählt ihr stattdessen den Kandidaten der SPD, weil ihr mit der CDU nicht sympathisiert.
Besonders in Landkreisen mit einem knappen Kandidatenrennen kann eine Handvoll Stimmen den Unterschied machen. Mithilfe von zweitstimme.org stellt ihr sicher, dass eure Erststimme nicht verloren geht.
Beachtet allerdings, dass der direkte Einzug in den Bundestag auch an die Zweitstimme gekoppelt ist. Das schreibt die Bundesregierung auf ihrer Website dazu:
Die Sitzverteilung richtet sich ausschließlich nach den Zweitstimmen. Direktmandate zählen nur, wenn sie durch die Zweitstimmen gedeckt sind. Eine Ausnahme hiervon gilt für parteiunabhängige Wahlkreisbewerber: Diese erringen einen Sitz unmittelbar aufgrund einer relativen Mehrheit der Erststimmen im Wahlkreis. […] Die Kandidatin oder der Kandidat mit den meisten Erststimmen im Wahlkreis gewinnt das Direktmandat und zieht direkt in den Bundestag ein – jedoch nur, wenn die Partei insgesamt genügend Sitze durch die Zweitstimmen erhält. Das ist neu: Wenn eine Partei mehr Direktmandate gewinnt, als ihr durch die Zweitstimmen zusteht, entfallen die Direktmandate mit den niedrigsten Stimmenanteilen. Dies nennt man Zweitstimmendeckung. Eine Ausnahme hiervon gilt für parteiunabhängige Wahlkreisbewerber: Diese erringen einen Sitz unmittelbar aufgrund einer relativen Mehrheit der Erststimmen im Wahlkreis.
zweitstimme.org zeigt euch ebenfalls die Umfragewerte der Parteien an, die ihr mit eurer Zweitstimme wählen könnt. Hinzu kommen errechnete Wahrscheinlichkeiten für Einzüge in den Bundestag sowie Möglichkeiten, welche Koalitionen sich daraus ergeben können.
Wen auch immer ihr wählt, wichtig ist, dass ihr Gebrauch von eurer Stimme macht.
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