Besser als sein Ruf

Mittlerweile hab ich es auch durch, das quasi Addon zu Crysis.Viel geschrieben wurde ja darüber, über Grafik, Gechichte und technische Anforderungen. Im...

von - Gast - am: 05.10.2008

Mittlerweile hab ich es auch durch, das quasi Addon zu Crysis.
Viel geschrieben wurde ja darüber, über Grafik, Gechichte und technische Anforderungen. Im Ergebnis scheiden sich die Geister. Aber wie sieht es nun aus, was gibt es aus meiner Sicht zu sagen über Crysis Warhead?

Die Geschichte sollte den meißten ja schon bekannt sein. Es ist sowieso davon aus zu gehen, daß eben jene, die Crysis gespielt und gemocht haben, schauen was hier so passiert.

Crysis: Warhead ist keine Fortsetzung, den die Geschihte um Nomad, Psycho und Prophet, den Protagonisten aus dem Originalspiel, wird ja hier nicht weiter erzählt, die Fortsetzung sollen ja noch kommen. Nein, in Crysis: Warhead geht es einzig um Psycho, der in der Originalgeschichte nur Nebendarsteller war. Andere bekannte Chraktere tauchen, außer General Lee, dem bösewicht der koreanischen Armee, nicht auf oder werden nur am Rand erwähnt. Leider sind das die einzigen Schnittpunkte zur Storyline des ersten Spiels.
Im Gegensatz zu vielen anderen empfand ich die Story aber nicht so schlecht gelungen. Die Tatsache, daß man das Ende schon kennt, ist kein negatives Qualitätsmerkmal, den ansonsten wären wir alle nicht in Star Wars Epsiode 3 gegangen. Durch viele Scriptsequenzen wird die Geschichte vertieft. Auch Psycho bekommt ein deutlicheres Profil, was seine Handlungen nur noch greifbarer macht. Das die Story in den gängingen Shootern gleichsam nicht grade üppig ausfällt ist hinlänglich bekannt. In dem Gefüge verhält sich Warhead aber ganz tapfer.

Spielerisch hat sich zu Crysis einiges geändert. Die Waffen verhalten sich auf Distanz etwas angenehmer. Das Sniperrifle hab ich nie gebraucht und konnte mit der SCAR auch auf Entfernungen gut treffen. Übrigens konnen Fans der SCAR diese dank regelmäßigen Munitionsdepots beinahe das ganze Spiel über behalten.
Auch die Hitpoints der Gegner wurde angemessen herunter geschraubt, was das ganze realistischer macht. Fahrzeuge gab es zu genüge, ob man sie nimmt oder nicht, ist einem selbst überlassen. Meiner Meinung nach sind die Fahrzeuge durch Geschwindigkeit und Bewaffnung etwas überstark, was dazu verleitet ganze Abschnitte spaßlos mit einem Fahrzeug zu rushen. Fliegen mußte man Gott sei Dank nicht.
Das Leveldesign schien mir nicht mehr so offen zu sein, wie im Original. Das bekannte Gefühl von Freiheit kam mir nicht auf. Zudem fehlte es an Nebenaufgaben. Das ist schade. Interessant hingegen war die Aufgabe einen Zug zu infiltrien und anschließend zu bewachen.
Die KI der Gegner hat mich nicht sonderlich beeindruckt. Durch ständige Bewegung und Spielen mit der Tarneinrichtung und der niedrigen Hitpoints selten eine Gefahr. Die Aliens sind mit dem Gausgewehr gut unter Kontrolle zu halten. Das mag aber auch für Veteranen des alten Crysis an der Erfahrung liegen. Wie es sich in Crysis schon abzeichnete liegt der Gegnerschwerpunkt wieder beim Kampf gegen die Koreaner. Aliens tötet man nur an wenigen Stellen.
Großartige Bosskämpfe gab es nicht und auch der Endkampf ist etwas enttäuschend, weil zu einfach.
Highliegt ist natürlich wieder das Alleinstellungsmerkmal von Crysis, der Kampfanzug. Seine Funktionen sind in Crysis: Warhead an einigen Stellen sinvoll und intuitiv gut ein zu setzen oder gar notwendig, deutlich öfters als im Original.

Grafisch ist Crysis: Warhead wieder ein Augenschmauß. Die Detailtiefe ist beeindruckend und noch intensiver als im Original. Sei es die Vegetation oder aber herumlaufende Vogelschwärme oder Fische im Wasser. Das sieht gut aus, frisst aber auch deutlich mehr Hardwareressourcen. Die häufigen Skriptelemente komplettieren den guten Eindruck.

Der Multiplayer Crysis: War liegt als extra DVD dabei und muß auch gesondert installiert werden. Ich habe ihn nicht gespielt und kann deshalb keinen Eindruck dazu abgeben.

Mit einer Spieledauer von wiedermal deutlich unter 10h (Erfahrene werden es sicher im Bereich von 5h schaffen), wieder einmal ein enttäuschend kurzes Vergnügen, aber scheinbar scheint die kurze Spieledauer in der Brange zum Standart zu werden. Dafür ist es mit knapp 30 Euro im Vergleich zu Spielen mit ähnlicher Dauer noch recht günstig.

Großartige Bugs habe ich nicht entdeckt. In einer Mission gab es Probleme mit der Speicherung bzw. dem Laden des Autosave.
Gegen Ende wurde ich ab und an ohne Grund ins Gamemenü gebracht, was aber keinen Schaden anrichtete. Abgestürzt ist es aber nie.

Unterm Strich ein guter Shooter, der die Qualitäten aus dem Original mitbringt und an einigen Stellen sogar verbessert. Die Story geht klar, auch wenn sie nicht der Brüller ist. Schön wären mehr Schnittmegen zum Originalspiel gewesen. Wem Crysis schon nicht gefallen hat, wird hier natürlich auch nicht glücklich.

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Wertung
Zusätzliche Angaben

Schwierigkeitsgrad:

eher leicht

Bugs:

Nur sehr wenige

Spielzeit:

Mehr als 5, weniger als 10 Stunden



Kommentare(1)

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