Das Ankh, der moderne Flaschenöffner?

Nachdem das klassische Point and Click Adventure-Genre Ende der 1990er Jahre nach einer glanzvollen Ära mit Titeln von Lucas Arts u.v.a zunächst...

von - Gast - am: 21.08.2013

Nachdem das klassische Point and Click Adventure-Genre Ende der 1990er Jahre nach einer glanzvollen Ära mit Titeln von Lucas Arts u.v.a zunächst für Tod erklärt wurde erlebte es im PC-Sektor in den letzten Jahren eine wahre Renaissance. Mit Ankh schickt sich ein ganz hervorragender Vertreter des oben angesprochenen Genres an, die Gunst der Spieler für sich zu gewinnen. Der Titel stammt sogar aus deutschen Landen und wurde 2005 von hiesigen Printmedien mit Höchstwertungen und Auszeichnungen geradezu überhäuft.

Verflucht noch mal!

Der Hauptprotagonist und gleichzeitig euer Alter Ego, Assil, feiert mit Freunden verbotenerweise eine kleine Party in einer Pyramide inmitten von Sarkophagen, altem Gerümpel und Schätzen.

Soweit ist alles ganz locker und spaßig bis das Unheil seinen Lauf nimmt: Assil befreit versehentlich eine Mumie aus ihrem modrigen Sarg, welche ihm mehr oder weniger absichtlich das titelgebende Ankh weiterreicht und ihn dabei gleichzeitig mit einem Todesfluch belegt. Eben diesen gilt es primär los zu werden, das Ankh ist zunächst einmal uninteressant und wird von Assil für einen Flaschenöffner gehalten.

Das Gameplay

Ankh steuert sich, wie üblich im Point and Click-Genre, ausschließlich per Maus. Mit einem Klick in die Location bewegt sich Assil an die gewünschte Stelle, ein Doppelklick lässt ihn rennen. Am oberen Bildschirmrand werden eure gesammelten Gegenstände platziert und sind somit immer griffbereit. Euer Cursor verhält sich kontext-sensitiv, d.h. je nachdem was ihr gerade markiert habt offeriert euch das Spiel eine andere Möglichkeit, wie z.B. Nimm, Rede, Benutze u.s.w. Diese Aktionen führt ihr per Rechtsklick aus. Ein Linksklick hingegen lässt Assil lediglich das markierte Objekt betrachten und einen Kommentar dazu abgeben.

Gegenstände eures Inventars hebt ihr ebenfalls mit einem Rechtsklick auf, mit einem weiteren Rechtsklick auf einen weiteren Gegenstand könnt ihr versuchen diese zu kombinieren. Mithilfe der Tabulatortaste könnt ihr zudem, ähnlich wie in einem Rollenspiel, eine Aufgabenliste mit aktuell zu erledigenden Punkten aufrufen.

Auf diese Weise rätselt ihr euch durch die schön gestalteten Locations, sprecht mit allen möglichen Charakteren, untersucht eure Umgebung und sammelt Gegenstände.

Die Präsentation

Statt der bei Spielen dieser Art üblichen 2D-Grafik (welche durchaus ihren Charme hat) setzt Ankh auf eine vollwertige 3D-Engine. Diese weiß absolut zu überzeugen mit schönen Licht- und Schatteneffekten, detaillierten Umgebungen, Pixelshader-Effekten, sich im Wind wiegender Flora, physikalisch korrekt wehenden Vorhängen und weiteren unzähligen, kleinen Details. Die Entwickler sind wirklich mit sehr viel Liebe im Detail zu Werke gegangen. Das merkt man auch bei den schön modellierten und butterweich animierten Charakteren, welche zudem über eine absolut glaubwürdige und der Situation entsprechenden Mimik und Gestik verfügen. Der Blickwinkel auf eine Location bleibt zudem selten starr, in der Regel folgt euch die Kamera in die Weiten der teils großen Bereiche und schafft so eine erfrischende Dynamik.

Zuletzt sei der grandiose, atmosphärische Soundtrack zu erwähnen sowie die wirklich geniale Sprachausgabe, welche größtenteils mit bekannten Hollywoodstimmen besetzt wurde und dadurch besonders professionell wirkt.

Bei den zahlreichen, witzigen Dialogen ist auch dem hartgesottensten Griesgram ein Schmunzeln zu entlocken.

Osiris böser Einfluss?

Am Spiel selbst gibt es wenig auszusetzen, hier wurde nahezu alles richtig gemacht. Manche Puzzles sind nicht unbedingt logisch, mit ein wenig herumprobieren jedoch auch zu lösen. Die Spielzeit ist mit ca. 15 bis 20 Stunden gutes Mittelmaß, die Präsentation weiß auf ganzer Linie zu überzeugen und die Spielbarkeit ist hervorragend. Deshalb hat das Spiel wohl größtenteils Wertungen im oberen 80er-Bereich bzw. teilweise sogar 90% erhalten.

Fazit

Nach längerer Durststrecke ist mit Ankh ein inhaltlich und technisch absolut hochkarätiger Titel erschienen, welcher für jeden ambitionierten Adventure-Fan ein absolutes Muss darstellt!

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Wertung
Pro und Kontra
  • hochkarätige Sprachausgabe
  • liebevolle Präsentation
  • lange Spielzeit
  • Manche Puzzles nicht ganz logisch

Zusätzliche Angaben

Schwierigkeitsgrad:

genau richtig

Bugs:

Nein

Spielzeit:

Mehr als 10, weniger als 20 Stunden



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