Das Land der unbegrenzten Möglichkeiten

Das Gameplay ist repetitiv, die Story Nebensache und die vielen Lags zehren an den Nerven.Ja, Ja und nochmals Ja. Dies alles kann man bei Just Cause 3 nun...

von D3nn15_M_10 am: 29.04.2017

Das Gameplay ist repetitiv, die Story Nebensache und die vielen Lags zehren an den Nerven.

Ja, Ja und nochmals Ja. Dies alles kann man bei Just Cause 3 nun wirklich nicht abstreiten.
Nur vergisst man eines oft dabei: Es macht trotzdem unglaublich viel Spaß.
Die riesige, offene Welt "Medici", die man am besten mit Wingsuit und Greifhaken erkundet, zehrt von einem schönen ländlichen italienischen Ambiente. Da fallen auch mal Klischee-Italiener ins Auge, wie die Nervensäge Mario, was dem Spiel aber zu verzeihen ist.
Der weltmännische Hauptprotagonist Rico verkörpert dagegen den Prototypen des amerikanischen Vorbilds. In Medici, dem Land der begrenzten Möglichkeiten, tut er alles um das Volk Medicis von seinem Tyrannen "Di Ravello" zu befreien. 

Dies funktioniert am Besten, indem man diverse Posten zerstört und Dörfer befreit. Die Hauptmission ist der Rede wert. Daneben macht die Zerstörung und Eroberung von Militäranlagen und Dörfer einen Großteil des Spiels aus und unheimlichen Spaß obendrein. 

Just Cause 3 
Ein Screenshot von Just Cause 3
Von: D3nn15_M_10
 

Story/Hauptmission
Mehr brauchts nicht

Rico kämpft an der Seite der Rebellen gegen Die Ravellos Tyrannei und macht dabei als Rambo immer eine gute Figur. In Kooperation mit interessanten Charakteren ergeben sich lustige Dialoge. Die Missionsgestaltung ist variantenreich und es ergeben sich immer wieder Höhepunkte, die die Hauptmission zu etwas Besonderem macht. Sei es der Ritt auf einer Rakete oder eine epische Strandschlacht: Hauptsache der Wingsuit ist am Start, den ich im Folgenden nicht selten lobend erwähnen werde.
Doch im Vergleich zu der großen Masse an Missionen abseits der Storyline ist die Hauptmission nichts.
Dennoch lohnt es sich, die Hauptstory nicht unangetastet zu lassen. Dafür steckt da immer noch viel zu viel Arbeit drinne um es ignorieren zu können.

Einziger Kritikpunkt ist die deutsche Synchronisation. Zum einen haben die Stimmen Studiogeruch, zum anderen laufen sie oft asynchron zum Bild. 

Gameplay
Das is immer wieder schön

In Just Cause wird sehr großen Wert auf Action gelegt; an der Bewertung führt nun mal kein Weg vorbei. Allerdings würde ich da gerne differenzieren und dem Spieler die Garantie ausstellen, jederzeit die Kontrolle über das Chaos zu haben. Kontrolliertes Chaos ist das Stichwort. Bei der Zerstörung von Basen, die durch diverse Explosionen wichtiger Verwaltungsorgane hervorgerufen wird, zieht Rico stets eine One-Man-Show ab, die seinesgleichen sucht. Dabei profitiert er aber auch von seinen unmenschlichen Fähigkeiten und Robustheit, die das ein oder andere physikalische Gesetz außer Kraft setzt.

Und so kommt es, dass die Gegner-KI nahezu keine Chance im Kampf hat, es sei denn, die ganze Kavallerie, Infanterie und Artillerie rückt auf einmal an. In manchen Militärbasen kommt es vor, als ob genau das passieren würde. Das sind mitunter die spannendsten Gefechte.
Auf Waffen kann man trotz des Greifhakens nicht verzichten, der zwar stark ist, aber vergleichsweise lange braucht, um etwas zum Fallen zu bringen. Natürlich macht sowas erstmal mehr Spaß, aber wenn er dann mal den ultimativen Raketenwerfer rausholt, dann ist schnell Schluss mit "spieleempfohlener Herangehensweise".

Just Cause 3 
Ein Screenshot von Just Cause 3
Von: D3nn15_M_10
 

Ungefähr 50 Prozent meiner Spielzeit ging für die Zerstörung der gefühlt 100 Anlagen drauf. Dabei knallt und kracht es im Sekundentakt. Das wird dem Spieler auch von Anfang an suggeriert; es wird kein Hehl daraus gemacht, dass der Fokus auf Chaos liegt. Das Spiel heißt nicht grundlos "Just Cause".
Zweiter Eckpfeiler der Nebenmissionen in Medici ist die Befreiung der Städte, die sich etwas weniger actionreich gestaltet. Man kann sogar manchmal recht unbemerkt vorgehen und die Konfrontation mit dem Militär etwas länger hinauszögern. Trotzdem hat Just Cause jetzt nichts von einem Stealth, da man sich fast immer "im Visier der Obrigkeit" befindet.
Mit Zerstörungen sowie Eroberungen kommen dann vielerlei Herausforderungen, in denen man Rennen zu Land, Luft und Wasser fährt aber auch zusätzliche Wingsuitaction erleben darf oder die gute Zeitbombenfahrt.

Hin und wieder spawnen sogenannte "Begegnungen", die sich als Alltagssituationen (im Krieg) erweisen und das Bild der Missionsvielfalt abrunden.

Die Welt
Medici ist eigentlich viel zu schön für einen Krieg

4 Inseln umfasst das kriegsgeteilte Land, durch welches sich eine italienische Idylle zieht.
Erkundungstouren, z. B. mit dem Wingsuit, sollten auf jeden Fall in Betracht gezogen werden, wenn man sich der ganzen Schönheit der Welt bewusst machen will. Und mit dem Wingsuit kommt man sowieso fast überall hin. Eine Bergbesteigung und ein Flug einmal quer durchs ganze Land kann ohne absetzen durchgeführt werden, was faszinierend ist.
Es entpuppt sich das Beste vom Besten des Open-Word-Genres.

Bin für alles offen 
Ein Screenshot von Just Cause 3
Von: D3nn15_M_10
 

An Sammelobjekten wurde im Spiel nicht gespart. Bietet sich natürlich auch wunderbar an, um alles zu erkunden. Die 100 Prozent auf der Map zu erreichen sollte kein Problem sein, da alles sehr übersichtlich ist.

Die Musik hatte zwar nicht den höchsten Stellenwert, allerdings prägt sie sich nach 50 Spielstunden trotzdem ins Gedächtnis ein. Sowohl die ruhige als auch die hektische Musik ist situationsbedingt sehr passend. An der einen oder anderen Stelle meint man zudem, Andeutungen an Assassin's Creed II erkennen zu können.

Nicht alles glänzt
In der Einleitung genannte Probleme sind kein Einzelfall. Es wird in Nutzerreviews immer wieder das gleiche geschrieben, weil eben viel Wahres dran ist. Auf den höchsten Grafikeinstellungen heißt es für die meisten Personal Computers nur noch RIP. Ich persönlich hab mich dann auf einen Kompromiss mit dem Spiel eingelassen und die Einstellungen heruntergeschraubt, wobei die Grafik trotzdem gut ist. 

Leider ist die Fahrzeugsteuerung mit die schwächste, die ich je ertragen musste. Undynamisch trifft es nicht mal annähernd. Zugegebener Maßen hab ich mich daher auf den Wingsuit als Transportmittel konzentriert, was ich nur aufs Äußerste empfehlen kann. Auch Rico scheint diese Ansicht zu teilen. Immer, wenn er ein Fahrzeug verlässt, das bei etwas höherem Tempo ausnahmslos explodiert (wie gesagt, die Spielphysik ist nicht die realistischste), sagt Rico "Das war die beste Idee des Tages".

Des weiteren hat man meiner Ansicht nach ein bisschen zu sehr an der HUD gespart. Weder Lebensanzeige (die ich gerne mal sehen würde, weil Rico so unfassbar viel einstecken kann) noch Minikarte sind auf dem Bildschirm verzeichnet und man muss immer erst ins "Walkie Talkie" gehen. 

Und ebenda stößt auf, dass das Spiel seltsamerweise sofort das Bedürfnis hat, sich mit dem Internet zu verbinden; völlig egal, ob der Offline-Modus vorher eingeschaltet war.
Das führt wiederum zu Ladezeiten, die ohnehin schon eine viel zu lange Wartezeit beanspruchen.

Schlusswort
Umfang und Grafikqualität beeindrucken genug, um die paar kleinen Schönheitsfehler von Just Cause auszubügeln. 
Die Spielereihe hebt sich von anderen Spielen aufgrund seiner Einfachheit ab. Die 12€, die ich für das Spiel meiner zeit ausgegeben habe kommen nicht annähernd an den Wert des Spiels ran, den der Originalpreis besser definiert.
Von daher rate ich sogar auch außerhalb eines Angebotes zum Kauf.
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Wertung
Pro und Kontra
  • Hoher Unterhaltungsfaktor
  • Story mit Höhepunkten
  • Kontrolle über Chaos
  • + Greifhaken & Wingsuit
  • idyllische, rießige, wunderschöne Spielwelt
  • Open World ist ausgereift
  • Passende Musik zu jeder Zeit
  • Rico ist overpowered
  • Stimmsynchronisation
  • Repetitives Gameplay
  • Schlechte Framerate
  • Undynamische Fahrzeugsteuerung
  • Fehlende HUD-Elemente
  • Automatische Internetverbindung

Zusätzliche Angaben

Schwierigkeitsgrad:

eher leicht

Bugs:

Häufiger, unregelmäßig

Spielzeit:

Mehr als 40, weniger als 100 Stunden



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