Das letzte große Abenteuer?

Zu Beginn des 21. Jahrhunderts stieß die Tyrell- Corporation in der Entwicklung von Robotern in die Phase Nexus vor - sie schufen ein, dem Menschen völlig...

von Swiffer25 am: 28.04.2008

Zu Beginn des 21. Jahrhunderts stieß die Tyrell- Corporation in der Entwicklung von Robotern in die Phase Nexus vor - sie schufen ein, dem Menschen völlig identisches Wesen - den Replikanten.


Diese künstlichen Menschen der Phase Nexus 6 waren stärker, beweglicher und mindestens ebenso intelligent, wie die Genetikingenieure, die sie geschaffen haben.
Replikanten wurden als Sklavenarbeiter bei der gefährlichen Erforschung und Kolonialisierung anderer Planeten missbraucht. Nach der blutigen Meuterei einer Nexus-6 Gefechtstruppe in einer Kolonie auf einem anderem Planeten, wurde Replikanten unter Androhung der Todesstrafe die Rückkehr zur Erde verboten.


Spezielle Polizeieinheiten- Die BLADERUNNER, erhielten den Befehl, jeden Replikanten, der auf der Erde entdeckt wird, zu töten. Man nannte es nicht Exekution, sondern
aus dem Verkehr ziehen.

LOS ANGELES
NOVEMBER 2019
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Wir schreiben das Jahr 1998

Westwood Studios, bekannt durch ihre Command & Conquer Serie, und 2003 von Electronic Arts übernommen, nahm sich den 1982 erschienenen Film 'Blade Runner' vor,
und entwickelte daraus das gleichnamige Computerspiel.

Dieses wiederum basiert auf einer Sci-Fi Novelle von Phillip K. Dick namens

'Träumen Roboter von elektrischen Schafen?'

Einige mag es überraschen das jenes Spiel mehr mit der Novelle als mit
dem Film gemein hat, also eine Menge Stoff um daraus ein Handfestes Spielerlebniss zu machen.
Haben die Entwickler ihre Chance genutzt ein aufregendes Spiel zu daraus zu machen,
oder ist alles verwirrend und langatmig, wie so mancher Kinobesucher den Film empfand, geworden?

Lassen Sie uns von vorne beginnen.

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Hintergrund

Wir befinden uns im Jahre 2019 mitten in Los Angeles. Es ist eine dunkle, überbevölkerte Zeit, mit ökonomischen Problemen (Nahrungsmittelknappheit), sozialen Spannungen und Biomechanischen Lebewesen (Hund, Katzen e.t.c). zu dieser Zeit ist es ein Statussymbol ein echtes Haustier sein eigen nennen zu können.
Von denen es aber auch welche in Menschlicher Gestalt gibt, (als Sklavenarbeiter in Minen, verseuchten Gebieten u.a).
Den Replikanten , eine Reproduktion des Menschlichen Äußeren und teils auch emotionalem.
Und uns, die Blade Runner.
Eine Spezialeinheit der Polizei zum Suchen & Zerstören von Replikanten, welche sich
illegal auf der Erde aufhalten (auch bezeichnet als Rebellen).

Wir selbst spielen den Blade Runner Ray McCoy welcher zu Beginn des Spiels zu einem ,anfangs, 'normal' wirkendem Überfall auf eine Tierhandlung namens Runciter gerufen wird.
Es stellt sich nach einiger Zeit heraus das Replikanten der modernen Baureihe Nexus6 dafür verantwortlich sein müssen, welche sich illegal auf der Erde aufhalten.
Während seiner Ermittlungen trifft McCoy immer wieder auf verdächte Personen welche er
einem sogenannten 'Test' unterzieht, und anhand ihrer Pupillenreaktionen auf unangenehme Fragen entnehmen muss, ob es eiskalte Roboter, alias Replikanten sind.
Dem sogenannten Voigt-Kampf Test.

Jedoch bemerkt McCoy, während seiner Ermittlungen, dass etwas nicht stimmt mit ihm. Er fühlt sich einem weiblichem Rep. namens Lucy, so der Polizeiliche Ausdruck, hingezogen.
Auch ertappt er sich im Laufe des Spiels dabei eine Art Verbundenheit zu anderen Replikanten zu fühlen.
McCoy muss erkennen dass nicht alles so ist wie er glaubt.
Am Ende stellt sich ihm die entscheidende Frage. Ist er selbst womöglich einer von ihnen?



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Das Spiel

Laut der Werbung wird Blade Runner mit verschiedenen Enden, (es sind insgesamt 6), und einer nichtlinearen Story beworben.
Es sind tatsächlich 12 Enden, wobei sie sich, bis auf 2 Stück, nicht wirklich gravierend voneinander unterscheiden.

Noch weniger Unterschied machen die verschiedenen Handlungsstränge.
Denn hier entscheidet auch unbemerkt das Spiel, bei Neubeginn, teils von selbst
wie die Story vorangeht bzw. ausgeht
Die Möglichkeit den Weg einer Unterhaltung manuell, dass alleinige bestimmen der Antworten, oder automatisch ablaufen zu lassen, beeinflusst nur marginal den Spielverlauf.

Erwähnenswert sei hier der Modus Directors Cut, (ja so was gibt es da schon bevor die ersten DVDs damit kamen).
Damit werden die Antworten gewählt welche sich der Spielehersteller vorgestellt hat.

Viel eher entscheidenden Einfluss auf das Spielgeschehen nimmt der Einsatz der Dienstwaffe.
Ja sie lesen richtig, geschossen wird auch. Knallharte Action darf man aber nicht erwarten.
Es gibt gewisse Situationen im Spiel wo der Einsatz nötig ist.
Bevor es aber dazu kommt lässt sich im Polizeieigenen Gebäude damit im Trainingsraum kräftig auf Pappkameraden zielen.

Hierzu eine Anmerkung:
Auf neueren Pentiums werden keine Pappkameraden zu sehen sein.
Aus einem mir nicht bekannten Grund stellen die heutigen Geräte diese nicht mehr da.
Eventuell liegt es an der zu hohen Geschwindigkeit der heutigen Rechner. Ist aber auch
nicht relevant für den Spielverlauf. Zurück zum Waffeneinsatz im Spielgeschehen.

Wie oben erwähnt gibt es im Spiel einige Situationen in denen man wählen kann den Replikante zu beseitigen, oder laufen zu lassen. Und das wiederum hat einen nicht unerheblichen Teil Auswirkung wie das Spiel enden wird.
An einer Stelle, sei noch gesagt, ist der Einsatz der Waffe nicht empfehlenswert,
aber es hat was lustiges.

Nämlich sobald man beim Waffenhändler um die Ecke sich Spezialmuniton besorgt hat, wer dort die Waffe testen möchte, dem empfehle ich zuvor abzuspeichern.

Wo wir beim Punkt speichern wären.
Es ist zu empfehlen so viel wie möglich zu speichern, nicht weil man wie in alten Sierratagen an jeder Ecke das zeitliche segnen könnte. Nein, es ist von Vorteil wenn man meint erkannt zu haben, ab einem bestimmten Punkt könnte man durch eine andere Vorgehensweise die Handlung anders beeinflussen.

Wobei sich das in Grenzen hält. Die Szenarien in denen man sich bewegt halten sich in Grenzen. Zu Beginn hat man nur wenige Bezugspunkte, welche allerdings über eine Map
dargstellt, während des Spielverlaufs zunehmen, aber ohne je den Überblick zu verlieren.
Die einzelnen Standorte sind meist statisch, also so gut wie nie scrollend.

Fortbewegung selbst findet zur Hälfte im Dienstwagen McCoys statt, wobei dies hier ein Mini-Raumgleiter ist, den man nicht selbst steuert, sondern nach Anwahl des gewünschten Standortes in verschiedenen filmartigen Sequenzen von A nach B transportiert.

Diese vermitteln übrigens eine wirklich tolle Atmosphäre, welche einem schon des öfteren das Gefühl gibt, man befinde sich wirklich mitten im Spiel oder einem Film.

Während seiner Ermittlungen stößt unser Jäger auf den einen oder anderen Gegenstand im Spiel den man aber leicht übersehen kann. Langsames überfahren des Monitors mit dem Mousepointer schafft hier aber Abhilfe.
Überhaupt sollte man dieses Spiel langsam angehen, und nicht wie in einem Ego-Shooter durchbrausen.

Blade Runner gewinnt seine tolle Atmosphäre durch das Einwirken lassen der düsteren und feuchtnassen Örtlichkeiten, den Schmutz in den Straßen, den man mit ein bisschen Phantasie fast riechen kann.

Des öfteren wird man sich dabei ertappen. einfach so ein bisschen die Läden der Animoyd Allee zu betrachten, und Leute anzusprechen, oder sich auch mal ein Gläschen an der Bar zu genehmigen, bevor man seiner Arbeit nachgeht.
Dies alles wird durch dynamische Musikuntermalung gestützt die sich hervorragend dem Spielgeschehen anpasst, in Verbindung mit den originalen Soundeffekten, wie man sie auch aus dem Film kennt. Unterstützt wird dies auch durch die Anwesenheit des zu Beginn nicht durchschaubaren Charakter des Polizeichefs von McCoy, der am Ende mehr Dreck am stecken hat als man denkt.

Einige der Charaktere denen man nämlich im Spielverlauf begegnet scheinen mehr zu wissen als sie zu Beginn zugeben möchten Welchen man jedoch mit dem Voighttest im weitern Spielverlauf auf die Schliche kommen kann. Dieser dürfte den Filmkennern wohlbekannt sein.

Hier hat man die Auswahl zwischen weichen Fragen bis hin zu etwas schmerzhafteren, um zu testen ob sich ein Replikant, oder ein Mensch davor befindet. Ebenfalls behilflich bei den Ermittlungen ist Esper.

Ein Computer den man mit an Tatorten, oder sonst wo im Spiel gefunden Photos füttern kann. Hier ist ein bisschen Fingerspitzengefühl und Augenmerk gefragt. Man muss am Bild selbst verdächtige Spuren ausfindig machen, und mithilfe der Maus mit einem Rechteck markieren.

Liegt man richtig, so zoomt der Esper die Stelle ran und macht sie sichtbar schärfer.

Kleiner Tipp, das funktioniert sogar um die Ecke.
Die so gefundenen Hinweise tragen zum weiteren Spielverlauf bei.

Dieser ist relativ flüssig gehalten, und sollte auch bei unerprobten (Adventure)- Spielern nicht für allzu große Schwierigkeiten sorgen.

Die Schwierigkeitseinstellung schwer im Menü, bedeutet auch nicht mehr als das, die gejagten einfach mehr Schüsse aushalten. Dies wird nur einmal richtig kritisch, als man ziemlich zu Beginn einem mysteriösem Koch auf der Spur ist, mehr verrate ich nicht.

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Zur Grafik

Die Grafik ist etwas besonderes bei Blade Runner, auch wenn sie einen sehr sichtbaren Makel hat. Die Spielfiguren. Sie sehen auf den heutigen TFT Fenstern extrem verpixelt aus.

Was auf der damaligen Standartröhre (14-15 Zoll) noch astrein aussah, verkommt heutzutage mehr oder weniger zu einem Pixelbrei.

Zwar ist alles erkennbar, wenn auch nicht so schlecht,
aber man erkennt halt alles (Treppchengrafik).

Und da hilft auch kein Anti-Aliasing (richtig gehört). Denn Blade Runner war eines der ersten Spiele die DirectX (5) benötigten.

Dies macht sich vor allem in den wunderschön stimmigen, und prächtig animierten Hintergründen bemerkbar. Überall steigt Dampf aus Kanalisationen.

Lichteffekte an den Hochhäusern. sogar hausgroße Werbefilmchen (No Name) flimmern einem entgegen. Wassertropfen sieht man am Boden rinnen, oder der hauseigene Ventilator bläst einen angenehm animiert entgegen.

Von Starre keine Spur.

Hat man die Möglichkeit auf einem Röhrenfernseher (sehr empfehlenswert), oder Monitor zu spielen, so sollte man die
Gelegenheit auch nutzen. Auf jeden Fall immer noch sehr sehenswert, und mit nichts vergleichbar aus der Adventureliga.

Verantwortlich dafür war die Firma Mondo Media, welche schon in den frühen 90?ern
Erfahrungen mit FMV (Full Motion Video Games gesammelt hatte.
Heute bekannt für z.B Happy Tree Friends.
Man denke an Critical Path oder Wing Commander 3 aufwärts.

Allerdings diesmal, (und das war zu dieser Zeit der allgemein nächste Schritt der Spieleindustrie), mit gerenderten Grafiken, weg von selbsgedrehten Minifilmchen.
Einzig die Darsteller, sie wurden mit Motion Capturing aufgenommen, und digitalisiert.

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Zum Sound

Vorweg, die Musikuntermalung ist spärlich, aber was da ist, das passt vollends in
das Spielgeschehen.

Komponiert ursprünglich von Vangelis, macht sie auch
im Spiel einen sehr atmosphärischen Eindruck. Jeder Standort hat seine eigene Untermalung. Spielt im Hintergrund gerade kein Stück, so wird die Umgebung in Soundeffekte untermalt, die eine klare und ortsgebunden passende Qualität haben.

Genannt seien hier z.B die Geräusche in der Tierhandlung, oder die düstere Untermalung in McCoys Appartement.

Mein Tipp: Mal zum Verschnaufen an den Balkon hinter dem Schlafzimmer stellen. Sofort stellt sich das Blade Runner Gefühl ein, zumindest bei denen die den Film kennen. Aber auch Neulingen wird es kaum anders gehen.

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Zur Steuerung\Interface

Gesteuert wird alleinig mit der Maus.
Es ist ein reines Point & Click Adventure.
Gegenstände werden angewählt und sofort ins Inventar übernommen.
Rätsel, oder Aufgaben wie, den Schlüssel ins Schloss oder ähnliches stecken und drehen fallen hier ganz weg.

Auch ein Menü ist komplett entfallen.
Keine Buttons wie öffne, benutze e.t.c. alles wird mit einem Linksklick der Maus gesteuert.
Einfach und praktisch. Man fühlt sich so gut im Spielfluss integriert.
Läuft einem McCoy mal zu langsam, dann reicht ein mehrfachklick auf die
linke Maustaste, und McCoy legt einen flotteren Spurt hin.
Auch wenn McCoy jedes Gespräch, abrufbar im Menü, speichert.
Man macht so gut wie kein Gebrauch davon. Es ist nicht rätselrelevant, sondern ist
mehr eine Art Nachschlagewerk für diejenigen die gewisse Unterhaltungen einfach noch mal hören möchten.

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Zur heutigen Technik

Das Spiel ist auch heute noch unter einem modernem PC spielbar, (sauber gearbeitet Westwood), weder zu schnell noch zu langsam.

Nur eine DX5 Grafikkarte sollte man schon haben, hehe.
Ich spiele es sogar unter Windows Vista ohne Probleme.

Es wird/wurde zudem auf 4CDs ausgeliefert, die sich in einem Rutsch installieren lassen.

Ebenfalls ohne Probleme mit Audigy Soundkarten.
Dort würde ich sogar dann spez. wegen des Sounds die Effekte mit ein bisschen Chorus versehen

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Fazit

Ich persönlich zähle als alter Filmfan und Adventurefreak Blade Runner zu den letzten Großen Meilen in der Adventuregeschichte, neben den Lucasfilm/Sierra Spielen.

Was heute als Adventure verkauft wird verdient diesen Namen nicht.
Eine Neuauflage, oder eine Fortsetzung mit heutiger Technik, ich denke ich träume wieder.

Seine Atmosphäre und Darstellung sind für mich zeitlos dargestellt.
Wenn es mal wieder draußen regnet, dann setzte ich meine Kopfhörer auf.
Nur ein kleines Lämpchen weiter weg, (gedimmt) an. Chips und ein Bierchen (oder 2).
Und dann lasse mich gehen, in der Rolle des Roy McCoy, heute noch, und bestimmt auch in Zukunft.

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Bezugsmöglichkeiten

Wie dem so ist, das Game hat inzwischen 11 Jahre auf dem Buckel und ist schwer zu erhalten.
Aber nicht ganz so schwer wie man denken mag.
Auf E-Bay findet man noch eine Menge Angebote.

Z.B hier:
http://cgi.ebay.co.uk/BLADE-RUNNER-PC-CD-ROM-COMPLETE-BIG-BOX-LOOKS-UNUSED_W0QQitemZ280219680463QQcmdZViewItem?IMSfp=TL0804221717a29785


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Somit wäre ich am Ende meines ersten User Tests.

Ich hoffe es hat ihnen Spaß gemacht mir zu folgen in die schaurig schöne Welt des blade Runner.
Wer weiß , vielleicht sind sie der nächste den ich suchen & finden muss.

Edit:
Da ja die Langtests bei mir ja immer einen Error produzieren,dann halt hier im Kurztest.
Außer, ein Redi-Mod hilft mir das freundlicherweise umzudisponieren.

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Wertung
Zusätzliche Angaben

Schwierigkeitsgrad:

genau richtig

Bugs:

Nein

Spielzeit:

Mehr als 100 Stunden



Kommentare(7)

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