Das Spiel mit der Zeit(verschiebung).

Mit Will Rock haben sich Saber Interactive nicht gerade mit Ruhm bekleckert. Ihr zweites Spiel sollte besser werden und mit einem interessanten Zeitfeature...

von nummer47 am: 23.03.2009

Mit Will Rock haben sich Saber Interactive nicht gerade mit Ruhm bekleckert. Ihr zweites Spiel sollte besser werden und mit einem interessanten Zeitfeature aufwarten. Dafür fand man den Publisher Atari. Der verkaufte aber die Rechte am Spiel und das auch noch kurz vor der Fertigstellung. Das war 2006. Der neue Eigentümer Vivendi fand, dass das Spiel nicht den richtigen Look hatte und so überarbeitete Saber Interactive das Spiel und ihre eigene Engine und schließlich kam es ein Jahr später, also 2007, in die Läden. Ob das eine Jahr was gebracht hat, lest ihr im Test. Jetzt aber los ... Zeit ist Geld!

Alpha

Der Spieler schlüpft in die Rolle eines namentlich nicht genannten Wissenschaftlers. Wie das bei Wissenschaftlern scheinbar üblich ist, siehe Gordon Freeman, spricht der Typ im gasammten Spiel nicht einen einzigen Satz. Evtl ist so was ja Voraussetzung für so einen Job. Man arbeitet in einer Forschungseinrichtung an einem Anzug, mit dessen Hilfe man durch die Zeit reisen kann. Dieser Anzug war der Alpha-Anzug oder auch Alpha-Suit genannt. Allerdings war er nicht perfekt und so entwarf man den Beta-Anzug, also den Beta-Suit.
Der Projektleiter, Dr. Aiden Krone, will mit dieser Technik aber nicht etwa der Menschheit helfen, sondern sich selber an die Macht bringen. So reißt er zurück durch die Zeit, um im Jahr 1939 die Geschichte nachhaltig zu beeinflussen und erschafft so einen alternativen Zeitstrom. Hier ist er nicht der nette Wissenschaftler von nebenan, sondern ein tyranischer Diktator. Dafür nutzt er den Alpha-Suit und lässt und den Beta-Suit zurück. Wie praktisch für uns. Rein in den Anzug und hinterher durch die Zeit.

Beta

Endlich im Spiel angekommen schließt man sich den Rebellen an und mit Hilfe des Beta-Suits ist man den Gegnern um einiges überlegen. So kann man nicht nur die Zeit verlangsamen, sondern die auch anhalten oder gar zurückdrehen. Das letzte Feature braucht man meist nur dann, um in den geradlinigen Leveln voranzukommen. Ein Lastenkran etwa bringt immer nur eine Kiste zu uns in den Raum hinein, aber nie hinaus. Hier dreht man einfach die Zeit zurück und so bringt er die Kiste auch wieder dahin, wo er sie hergeholt hat ... mit uns zusammen versteht sich. Hier heißt es also immer wieder vierdimensional denken. Damit hatte ja bekanntlich schon Marty McFly seine Probleme und auch ich stand hin und wieder doof da und dachte 'und nun?'. Mit Hilfe des Zeitstops ist es übrigens möglich den Gegner die Waffen aus ihren unbeweglichen Händen zu klauen. Apropo Waffen....
Davon stehen uns 9 zur Verfügung, von denen man immer nur 3 gleichzeitig mitnehmen kann. Zum Arsenal kommen noch 2 Granaten und 2 Minen hinzu. Hin und wieder darf man sich auch an ein Geschütz klemmen und den Gegner auf diese Weise saures geben. Das bringt kurzzeitig Abwechslung in den Shooteralltag. In den Levels stehen auch Quads herum, mit denen man rumdüsen kann. Diese kleinen flinken Dinger sind zwar unbewaffnet, lassen sich aber gut als Rammbock nutzen. Das macht Spaß und spart Munition.
Mit der K.I. der Gegner ist es so eine Sache. Sie suchen zwar hin und wieder Deckung hinter Säulen oder Kisten, aber doch zu oft den direkten Kontakt zum Spieler. Durch ihre Treffsicherheit sind sie aber immer eine Herausforderung, vor allem wenn es mal größere Gruppen sind. Die Animationen sind dank Motion-Cature-Technik sehr gelungen.

Gamma

Der Spieler ist in den 24 Leveln nicht immer allein unterwegs. In einigen Situationen kommt es zum Kampf zwischen Krone's Soldaten und den Rebellen und wir sind mittendrin. Diese Gefechte sind recht gut inszeniert und wirken auch nie aufgesetzt. Die meiste Zeit ist man aber allein unterwegs.
Die Levels sind abwechslungsreich geraten und durch den alternativen Zeitfluss ist das Design an den Art-Decor-Stil angelehnt. Die Grafik des Spiels ist nicht gerade ein Augenöffner. Zwar sind die Texturen scharf und die Engine kann mit hübschen Shadereffekten aufwarten, aber die können nur in der Nähe des Spielers überzeugen und verlieren sich zu schnell in der Ferne. Bei Regen oder den Zeitfunktionen sind die Effekte aber immer noch ganz ansehnlich.
Der Sound des Spiels ist über jeden Zweifel erhaben. Die dt. Synchronisation ist gelungen und Waffen klingen satt. Die Musik passt auch immer zum Spielgeschehen.
Dank der 3 Schwierigkeitsgrade und der Quicksavefunktion, gibt es kaum Frustmomente im Spiel. Nur ein Windkanal, der sich nur mit Hilfe der Zeitumkehr durchqueren lässt und ein paar Audiohinweise zu den Missionszielen gegen Ende des Spiels, zerrten an den Nerven. Da es aber keinen einfachenen Schwierigkeitsgrad gibt, sondern nur Normal, Erfahren und Elite, richtet sich das Spiel eher an fortgeschrittene Spieler. Anfänger sollten die Finger davon lassen.

Alles in allem ist Timeshift ein sehr solider und geradliniger Ego-Shooter, der in der ungeschnitten Fassung auch sprichwörtlich die Fetzen fliegen lässt. Durch das Zeitfeature kommt genug Abwechslung in die Kämpfe und bei den Waffen ist auch für jeden etwas dabei. Zugreifen, bevor es zu spät ist ;)

Mehr Screenshots vom Spiel gibt's hier.

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Wertung
Pro und Kontra
  • Grafik: scharfe Texturen, gute Effekte
  • Sound: gute Sprecher, satte Waffensounds, passende Musik
  • Balance: 3 Schwierigkeitsgrade, Quicksavefunktion
  • Atmosphäre: cooles Szenario, Teamkämpfe
  • Bedienung: hilfreiche Zeitlupenfunktion,gute Shootersteuerung
  • Umfang: freischaltbare Extras (Konzeptbilder, u.a.)
  • Leveldesign: recht große abwechslungsreiche Außen- und Innenlvl
  • KI: treffsicher, sucht Deckung...
  • Waffen & Extras: abwechslungsreiche Waffen, Zeitfunktion, Quads
  • Handlung: schöne Zwischensequenzen und Erzählweise
  • Grafik: detailarmut, Shadereffekte nur im Nahen sehr gut
  • Sound: ...
  • Balance: für Anfänger zu schwer
  • Atmosphäre: wird zum Ende hin zu sehr Standartkost
  • Bedienung: ...
  • Umfang: etwas zu kurz, keinen Wiederspielwert
  • Leveldesign: nur ein Weg zum Ziel
  • KI: ...aber auch zu oft die Nähe zum Spieler
  • Waffen & Extras: ...
  • Handlung: dünne Handlung, keine Überraschungen

Zusätzliche Angaben

Schwierigkeitsgrad:

eher schwer

Bugs:

Nein

Spielzeit:

Mehr als 5, weniger als 10 Stunden



Kommentare(5)

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