der MOBA-Titel von Blizzard

Das von Blizzard entwickelte MOBA-Game wurde im Juni dieses Jahres offiziell released und gewann gerade bei Fans der Blizzarduniversen viele Anhänger. Doch...

von Hervey am: 21.08.2015

Das von Blizzard entwickelte MOBA-Game wurde im Juni dieses Jahres offiziell released und gewann gerade bei Fans der Blizzarduniversen viele Anhänger. Doch taugt der Schmelztopf von Diablo, Starcraft und Warcraft etwas? In diesem Test möchte ich näher darauf eingehen.

 

Das Spielprinzip

 

...macht in den Grundlagen einiges anders als die Vorreiter League of Legends oder Dota. Zwei Teams mit je 5 Spielern kämpfen gegeneinander mit dem Ziel die gegnerische Basis, speziell die Zitadelle, zu zerstören. Minions müssen getötet, Türme zerstört und gegnerische Helden zu Fall gebracht werden. Doch hier hören die Gemeinsamkeiten auch auf.

Heroes of the Storm hat den Schritt gewagt ganz ohne Items auszukommen. Dies wird durch eine Vielzahl von Talenten kompensiert, welche mit aufsteigendem Level freigeschaltet werden. In den Leveln 1,4,7,10,13,16 und 20 kann man sich zwischen 2-4 Talenten entscheiden. Im Level steigt man durch den Erhalt von Erfahrung. Diese bekommt das Team durch Töten gegnerischer Helden, zerstören von Strukturen oder der Anwesenheit des eigenen Helden auf den Lanes.

Die verschiendenen Talente ermöglichen eine individuelle Anpassung des Helden auf die gegenwärtige Spielsituation, der gewählten Map oder des eigenen Spielstils. Die Rolle des Helden wird dadurch jedoch nicht signifikant beeinflusst, weshalb aus einem Heiler kein meuchelnder Assassine werden kann.

Zuerst war ich skeptisch, da mir als langjähriger League of Legends-Spieler das Kaufen von Items einfach im Blut steckte. Doch zu meiner Überaschung ist Blizzard diese Entscheidung sehr gelungen, da es eine angenehme Flexibilität und Individualität in das Spielgeschehen bringt. Leider sind viele Talente der Helden gegenüber anderen schwächer einzustufen wodurch bei manchen Helden feste Builds bestehen bzw. nur sehr wenig Spielraum zum experiementieren gelassen wird.

 

Eine weitere Besonderheit ist der große Pool an verschiedenen Karten. Momentan können die Spieler auf 9 verschiedenen spielen! Mit dem kürzlich erschienenen Patch werden es in den nächsten Tagen sogar 10. Dies bringt eine sehr angenehme Abwechslung in das Spielgeschehen da alle Karten spezielle Eigenheiten mit sich bringen. Auf der Karte "Drachengärten" müssen die Teams z.b 2 Schreine einnehmen um den Drachenkoloss in der Kartenmitte spielen zu können, welcher erheblichen Schaden an den gegnerischen Strukturen anrichten kann. Die Karte "Schwarzherzbucht" hingegen wird in der Kartenmitte von einem bestechlichen Piraten behaust, welcher mit Münzen überredet wird die generischen Strukturen mit seinem Schiff zu bombardieren. Diese Münzen können durch Schatztruhen und neutralen Monstercamps verdient werden.

Da sich jede Map anders spielt und der Weg zum Sieg, das Zerstören der gegnerischen Zitadelle, verschieden gestaltet ist, ist Taktik und Strategie hier der wichtigste Aspekt.

Im Gegensatz zu League of Legends oder DotA sind die Karten kleiner gestaltet, was zu kürzeren und actionlastigeren Matches führt. Eine Partie dauert im Schnitt um die 20 Minuten.

 

Und genau da liegt Segen und Fluch von Heroes of the Storm: Die Notwendigkeit von Teamplay. Einzelne Ramboassassinen mit dem Drang die höchsten Schadenspunkte im Spiel zu haben werden an diesem Spiel keine Freude haben. Aufgrund der Beschaffenheit der Karten und der damit verbundenen Notwendigkeit an verschiedenen Plätzen zur gleichen Zeit zu sein um Schreine, Münzen oder sonstige Objekte einzunehmen, werden die Taten eines einzelnen Spielers weniger hoch gewertet.

Doch genau dieser notwendige Teamaspekt macht Heroes of the Storm zu einem sehr interessanten Spiel, gerade für Premadegruppen.

 

 

 

Die Helden

 

...sind in 4 Unterklassen eingestuft: Assassinen, Supporter, Krieger und Spezialisten. Momentan sind 40 Helden zur Verfügung mit vielen weiteren in der Entwicklung. Alle Helden stammen aus Spielen von Blizzard, wie z.b die Dämonjägerin Valla aus dem Diablo-Universum oder Thrall aus World of Warcraft.

Das wirklich besondere an Heroes of the Storm ist hier die Einzigartigkeit der Helden. Kaum ein Held spielt sich wie ein anderer und jeder Held hat etwas besonderes was ihn ausmacht. So gibt es Abathur, ein Spezialist welcher nicht aktiv im Spielgeschehen teilnehmen muss sondern seine Teamkameraden mit Buffs and Minenfeldern unterstützen kann oder den Starcraftcharakter Tychus, der sich mit seiner ultimativen Fähigkeit, welche auf Level 10 freigeschaltet wird, einen großen Kampfroboter namens Odin zu Eigen machen kann und damit neue Fähigkeiten erhält.

Leider ist die Anzahl der Helden momentan mit 40 Stück noch sehr begrenzt was gerade Vielspieler mit Verzweiflung plagen kann, wenn sie im 5. Match hintereinander den selben Helden im Gegnerteam haben. Aber da Blizzard fleissig weiter Helden released ist diesbezüglich Besserung in Sicht.

Die einzelnen Helden lassen sich für Prestigezwecke in der Stufe steigern was bei bestimmten Stufen Extragold gibt. Ab Level 10 kann man sich einen Eliteskin für den Helden mit Spielgold kaufen um sein Aussehen "heroischer" zu gestalten.

 

 

Einstieg und Matchmaking

 

...löst Heroes of the Storm gut. Der Einstieg ist genreuntypisch sehr seicht gehalten. Das Tutorial bietet kompletten Neueinsteigern in das Genre einen kurzen und knappen Überblick und nach spätestens 2-3 Spielen auf jeder Map kennt man das Grundprinzip. Aufgrund der kurzen Matchdauer und der Einsteigerfreundlichkeit kann ich es Casualspielern vollkommen empfehlen.

Das Matchmaking allerdings kann gerade in Quickmatches noch einige Anpassungen gebrauchen. Oftmals spielt man mit 4 Assassinen und 1 Spezialisten gegen ein gut aufgestelltes Team von Kriegern, Supporter und Assassinen. Dies macht das Spiel nicht zur sofortigen Niederlage, doch birgt bereits am Anfang schon einige Schwierigkeiten.

 

Die Community

 

Eigentlich eher traurig anzusehen wenn man bei Spielen die Community bewerten muss, doch speziell League of Legends-Spieler werden mich hier verstehen.

 

Ein großer Vorteil: Es gibt in Heroes of the Storm keinen All-Chat. D.h man kann mit gegnerischen Spielern innerhalb der Partie nicht kommunizieren (außer über private Flüsternachrichten). Dies verhindert das gegenseitige Aufpushen der Emotionen. Auch hält sich das "toxische" Verhalten der Mitspieler im Teamchat sehr in Grenzen wodurch eine insgesamt positivere Atmosphäre als in anderen Vertreter des Genres ensteht.

Hier muss ich jedoch hinzufügen, dass dies wahrscheinlich eher an der kurzen Matchdauer und der damit verbundenen geringeren Wertigkeit einer möglicherweise bevorstehenden Niederlage liegt als an einer besseren Community.

 

Itemshop und Pay2Win

 

Gerade als Free-To-Play-Spiel ein wichtiger Aspekt für viele Spieler.

In Heroes of the Storm lassen sich genretypisch keine direkten Vorteile innerhalb einer Partie erkaufen. Lediglich Helden, Skins, Reittiere oder Erfahrungsboosts um im Spielerlevel schneller aufzusteigen, lassen sich käuflich mit Echtgold erwerben.

Da gerade neue Helden 10000 Gold kosten und man mit ca. 3 Matches am Tag und dem Erledigen einer Quest an ca. 300-400 Gold kommt, kann das Sparen auf einen der neueren Helden schon sehr mühsam sein.

Dies hat Blizzard mit der von League of Legends bekannten wöchtenlichen Heldenrotation gelöst. Bis zu 7 Helden lassen sich jede Woche kostenlos spielen. Dazu kommt Extragold durch Erreichen bestimmter Spielerlevel oder Heldenstufen.

 

Es ist also möglich Heroes of the Storm komplett ohne jeglichen Echtgeldeinsatz zu spielen, wenngleich auch das Kaufen von Erfahrungsboosts den Vorgang erheblich beschleunigen kann.

 

Fazit

 

Heroes of the Storm ist ein Spiel welches mich nach vielen Jahren League of Legends wieder in seinen Bann ziehen konnte. Bereits über 700 Spiele kann ich auf meinem Konto verbuchen und bisher hab ich noch keine Abnutzungserscheinungen wahrgenommen. Die Spiele sind actionlastig, kurz und knackig. Perfekt für einige Partien zwischendurch.

Gerade die Einzigartigkeit der Helden gefällt mir sehr gut, weshalb ich mich auf einige Lieblinge festgelegt habe.

Jeder der MOBA-Titel mag und den eine steile Lernkurve sowie das Verhalten einer toxischen Community bisher abschreckt hat, sollte diesem Titel eine Chance geben. Da er kostenlos ist kann man hier absolut nichts falsch machen.

 

 

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Spielzeit:

Mehr als 100 Stunden



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