Die wohl beste Filmumsetzung

Da es im Moment nicht möglich ist zu diesem Spiel einen ausfühlichen Test zu schreiben, gibt es heut leider keine dicken Absatzüberschriften und keinen Link zu...

von nummer47 am: 13.07.2009

Da es im Moment nicht möglich ist zu diesem Spiel einen ausfühlichen Test zu schreiben, gibt es heut leider keine dicken Absatzüberschriften und keinen Link zu weiteren Screenshots zum Spiel. Dafür einfach mal in meiner Usergalerie vorbeischauen. Jetzt aber viel Spaß mit dem Test ...


Die Westwood Studios waren seinerzeit vor allem für ihre Command & Conquer-Reihe bekannt. 1997 wollten sie das Adventuregenre revolutionieren. Ihr Spiel Blade Runner sollte das erste Echtzeitadventure werden. Mit der Revolution ist es nichts geworden, dafür ist ihr Spiel immer noch die beste Filmumsetzung, die je erschienen ist.

Düstere Zukunft

Blade Runner spielt in Los Angeles, im November des Jahres 2019. Zur gleichen Zeit ist auch der Film angesiedelt, dessen Handlung parallel zu der des Spieles läuft. Wir sind ein Polizist, ein Blade Runner. Blade Runner sind spezielle Polizeieinheiten, die Jagd auf Replikanten, eine Art Androiden, machen, die sich unerlaubt auf der Erde aufhalten.
Die Erde selber scheint kein schöner Ort mehr zu sein. Der 3. Weltkrieg ist vorüber, schöner leben kann man anscheinend nur auf den Kolonialplaneten und die meisten Tiere sind ausgestorben. L.A. präsentiert sich hier, genau wie auch in der Filmvorlage, als ein dunkler, stickiger Moloch. Willkommen in der Welt des Cyberpunk.

Ein Tag wie jeder andere

Detective Ray McCoy’s Streife geht gerade zu Ende, als er ein Code 3 erhält. Scheint ja doch noch eine interessante Nacht zu werden, denn das spannendste was er heut erlebt hat war eine schizoide Oma, die in ihrer Unterwäsche Tänze aufgeführt hatte. Also begibt er sich direkt ins Polizeipräsidium und erhält von Lt. Guzza den Auftrag sich den Tiermord bei Runciter mal genau anzusehen. Eigentlich ist das kein Job für einen Blade Runner, aber es scheint kein anderer Mann für den Job da zu sein.
An dem Tiermord scheint mehr dran zu sein, als man Anfangs erahnen kann. Scheinbar wurde die Tat von Replikanten ausgeführt. Zeit für einen Blade Runner ein paar von ihnen „aus dem Verkehr zu ziehen“.

Zu beginn des Spiels kann man sich einen von 3 Schwierigkeitsgraden heraussuchen. Dieser hat aber weniger, wie zum Beispiel bei Monkey Island 2, etwas mit den Rätseln, sondern eher was mit den Kämpfen zu tun. Dazu aber später mehr.
Des weiteren kann man festlegen wie Ray mit den Personen im Spiel umgeht. Dazu stehen uns 5 verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung. Es gibt die höfliche, normale, grobe, zufällige oder manuelle Art der Gesprächsführung. Von ihr hängt in einem gewissen Grad der Verlauf der Geschichte ab.
Blade Runner ist nämlich kein Spiel, dass immer gleich abläuft oder das uns ein festes Ziel vorgibt. Durch unser Handeln und unseren Umgang mit den Leuten, setzt sich die Story fort. Bei einigen Personen ist zu Spielbeginn auch nicht klar, ob sie Replikanten sind oder nicht. Storyrelevante Personen, wie der Bösewicht Clovis, sind davon jedoch nicht betroffen. So ist es möglich bei verschiedenen Anläufen, andere Storyelemente in den 5 Akten des Spiels zu entdecken. Belohnt wird man am Ende mit einer von 7 möglichen Schlusssequenzen. Für Abwechslung ist also gesorgt bzw sorgt man selber.

Das kenne ich doch irgend woher

McCoy steuert man ganz klassisch mit der Maus. Der Mauszeiger färbt sich grün, wenn Ray mit einem Gegenstand interagieren oder mit einer Person reden kann. Ein Klick auf Ray öffnet das Inventar, in dem man nicht nur alle gefundenen Gegenstände findet, sondern sich auch alle Gespräche nochmals anhören kann. Will man den Detective etwas schneller am gewünschten Ort haben, reicht es die linke Maustaste mehrmals anzuklicken. Mit jedem Klick rennt er dann etwas schneller. Ein Rechtsklick genügt und Ray zieht seine Waffe, denn die Replikanten lassen sich in diesem Spiel nicht mit Worten aus dem Verkehr ziehen. Für die Waffe lassen sich noch andere Munitionstypen finden, damit man leichteres Spiel hat. Zur Identifizierung der Replikanten gibt es 2 Möglichkeiten. Erstens die Intuition eines echten Blade Runners und zweitens der Voigt-Kampf-Test. Wie im 82er Original werden die Personen hier einer Befragung unterzogen. Einige dieser Fragen kommen auch im Film vor. Ebenfalls der Filmvorlage entnommen ist Esper. Hiermit lassen sich Fotos genau untersuchen und so findet man den einen oder anderen versteckten Hinweis nur beim genauen hinsehen. Alle gefundenen Gegenstände oder Informationen benutzt Ray McCoy automatisch. Findet er also einen bestimmten Gegenstand, spricht er relevante Personen auch darauf an.

Das Spiel ist eines - stilecht. Dafür sorgen einige Originalschauplätze der Filmvorlage, die alle mit viel Liebe zum Detail entstanden sind. An diesen Orten trifft man viele skurrile Charaktere, wie die Zwillinge Luther und Lance, aber auch bekannte Personen aus dem Film wie J.F. Sebastian, den Augenspezialisten Chew oder gar Tyrell und Rachael persönlich. Für die 3 letztgenannten konnten sogar die dt. Synchronsprecher des Films gewonnen werden. Filmatmosphäre pur. A propo Synchronsprecher. Ray wird von der ehemaligen dt. Synchronstimme von Tom Cruise gesprochen. Stephan Schwartz (oder Stefan Schwarz) ist auch die Synchronstimme von Andy Garcia.
Zur Filmatmosphäre trägt auch die gute Musik bei. Der Soundtrack, der im Original von Vangelis kommt, wurde hier vom Command & Conquer-Musik-Genie Frank Klepacki eingespielt. Keine schlechte Wahl, wie ich finde.

Gute alte Technik

Das der Titel von 1997 ist merkt man nur an einer Sache, nämlich der fixen Auflösung des Spiels von 640x480 Bildpunkten. Durch die schön gerenderten Hintergründe, die dann und wann mit coolen Kamerafahrten verbunden werden, bewegen sich allerdings pixelige Voxelfiguren. In der heutigen Zeit kein schöner Anblick mehr. Spielt man das Spiel auf einem kleinen Bildschirm, etwa einem Netbook, fällt das alles aber kaum ins Gewicht.
Das Spiel ist mit einer Spielzeit von 8-10 Stunden zwar relativ kurz geraten, aber anderes als andere Adventures lohnt sich hier ein erneutes Spielen durchaus. Mein Empfehlung lautet: den Film schauen und dann das Spiel genießen. Beim genauen Spielen fallen einem so viele parallelen zum Film auf und auch Rick Deckard alias Harrison Ford ist zu sehen, leider nur von hinten. Wer mag kann vorher auch noch die Romanvorlage lesen. Muss man aber nicht, da sich das Spiel mehr am Film, als am Buch orientiert.

Die Leute, die mit ernsten Adventures nichts anfangen können, sollten Blade Runner mit dem Parameter SHORTY oder SITCOM starten. Natürlich kann man auch beides kombinieren.

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Wertung
Zusätzliche Angaben

Schwierigkeitsgrad:

genau richtig

Bugs:

Nur sehr wenige

Spielzeit:

Mehr als 20, weniger als 40 Stunden



Kommentare(5)

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