Ein Ninja rettet (fast) das Shooter-Genre!

Glückskekse und Hackfleisch. Eine Mordskombination!   Shadow Warrior nimmt uns mit, in eine Welt der schnellen und raffinierten Action die uns mehr...

von grenzgäng am: 06.10.2013

Glückskekse und Hackfleisch. Eine Mordskombination!

 

Shadow Warrior nimmt uns mit, in eine Welt der schnellen und raffinierten Action die uns mehr als nur einmal laut auflachen und uns die Freudenstränen aus den Augen wischen lässt. Und das alles während wir uns durch extrem liebevoll designte Level schnetzeln und schiessen!

 

In diesem Spiel scheint alles zu funktionieren und es erinnert uns daran, weshalb dieses Genre soviel Spass machen kann!

 

Wir Spielen Lo Wang (ja, sie dürfen bei diesem Namen schmunzeln!), einen "Ninja" der sich in einer Wendungsreichen Story eigentlich nur ein Schwert kaufen wollte. Bzw einen Auftrag für seinen Boss abwickeln möchte.

Der Deal geht zu unserer Freude nicht so glatt und wir finden uns in einem blutigen und spassigen Schwertkampf wieder!

Schon zu beginn wird klar: Schadow Warrior verzichtet insgesamt auf künstliche Levelgrenzen und unsichbare Wände und pfeifft auf das (leider) moderne "wir nehmen den Spieler jetzt bei der Hand und zerren ihn von einer Kullisse zur nächsten und zwischendurch erlauben wir ihm auch einen Schuss abzugeben.".

Bereits der erste Levelabschnitt ist komplett frei begehbar. Wir dürfen durch einen wunderschönen Koi-Karpfen-Teich waten während Blätterblüten herunterrieseln und das Licht sich hindurchbricht. Geradezu umwerfend sehen die angrenzenden Bambuswälder aus, die aus tatsächlich einzeln modellierten Bambusstangen bestehen!

Wo andere moderne "Shooter" hochaufgelöste Tapeten ans Level-Ende kleben, protzt Shadow-Warrior mir liebevoll gebastelten Bambuswäldern, Wasserfällen (hinter denen sich sehr oft Secrets verstecken!) und Felsformationen!

 

Sushi

Auffallend ist die angenehm hohe Geh- und Renngeschwindigkeit! Schleppte der Duke sich in seinem "sparsamen" Remake wie ein zusehr beladener Munitions-Bote durch die Level, erfreut Lo Wang mit einer rasanten Fortbewegung.

Klassisch gut fallen auch die unzählbaren Easter-Eggs und Secrets auf! Jeder Level, jede Textur atmet irgendwo den kruden Humor eines spassigen Shooters. Seien es offensichtliche Dinge wie kopulierende Hasen, ein beiläufig hingesetzter Godzillas der sich kaum sichtbar hinter einem Berg versteckt oder leibevoll beschriftete Zigarettenschachteln aus Polen die irgendwo in einem wenig beachteten Müllhaufen liegen.

Alle aufzuzählen würde erstens die Überraschung schmälern und auch zuviel Platz einnehmen. Es gibt genug!

Witziges Detail: DIe Glückskekse die im Level verteilt sind und unser Leben einwenig aufladen beinhalten zufallsgenerierte Sprüche!

Oh, a split personality

Kommen wir zu wichtigsten Punkt in diesem Spiel: Der Shooter-Mechanik!

Die Funktioniert tadellos! Sie orientiert sich am klassischen "alles uber den Haufen schiessen und flink ausweichen" und ist garniert mit einer ausgeklügelten Schwert-Kunst!

So können wir Gegner natürlich ganz klassisch mit Uzis, Maschienengewehren und .... Ninjasternen ins Jenseits befördern. Das Kernstück ist aber die unglaublich Scharfe Schwertklinge mit der wir Gegner in Mundgerechte Häppchen säbeln können!

Dazu schalten wir verschiedene Kombos frei, die uns die nötige Abwechslung und ein weites Reportoire an Moves bescheren.

Ja. Lo Wang lässt sich aufrüsten und aufleveln! Haben wir genug Kleingeld und Ki-Kristalle eingesammelt, können wir unsere Waffen, Kombos und Skills aufrüsten!

Zudem sind alle Fähigkeiten liebevoll beschrieben, designed und wir verdanken sie einem Geist der es sich in unserem Kopf bequem gemacht hat. Die sarkastischen Kommentare und Neckereiern zwischen ihm und Wang zählen zu den witzigsten Dingern im Spiel!

 

Explosions!

Der Schiess- und Level-Erkunde-Spass sucht derzeit seinesgleichen! Das "kreative" bzw abwechslungsreiche ins-jenseits-pusten unserer Gegner wird - ähnlich wie in Bullet-Storm - mit Karma-Punkten bewertet die uns neue "Levelaufstiege" bescheren.

Und Gegner auf unterhaltsame Art und Weise in die virtuelle Hölle zu schicken ist eine der Spezialitäten von Shadow Warrior!

Explosive Fässer die praktisch plaziert sind, Feuerwerk das Farbenfroh in die Luft steigt und Gegner wegbrät & eine Mischung aus (sehr blutigen!) Schwert- und Waffen-Hagel den wir auf unsere Kontrhenten neiderprasseln lassen.

 

Einige Wermutstropfen im Sake

Kleiner Stolperstein im steten Spielfluss sind gelegentliche Nachladepausen die sich aber in grenzen halten.

Nervig und viel verschenktes Potential zeigt leider die Auswahl der Level: Extrem schicke Gärten wechseln sich ab mit monotonen Indutrieanlagen und Schaffswracks. Diese verkommen zu unmotivierenden grauen Schläuchen.

Auch leider sehr störend fallen im Fortlaufenden Spielverlauf die Abwechslungsarmut an Gegnern auf: Nicht umsonst ist der erste Level mit der spassigste, weil wir dort böse Yakuza in Häppchen säbeln. Die Gegner werden später aber leider alle gegen Dämonen und Riesendämonen ausgetauscht.

Auch sehr bedauernswert ist die Entscheidung, Schusswaffen stärker in den HIntergund zu rücken, als eigentlich nötig gewesen wäre. Es fehlt der "punch"! Das Gefühl die Projektile würden den Horden wirklich etwas entgegensetzen.

Fazit: Es hätte soviel mehr sein können!

Shadow Warrior glänzt durch die offensichtlich mit sehr viel Hingabe designte Spielwiese.

Es degradiert uns nicht zum Zuschauer wie es so manch andere moderne "Shooter", sondern lässt uns die freie Wahl: Gehen wir noch diese eine Abzweigung? War da nicht noch ein KI-Kristall versteckt? Ah, noch ein Secret! Und es serviert uns den Spielspass geradezu auf einem Silbertablett, gehalten von einem Dämon den wir aber erst in Stückchen schneiden müssen!

Sehr unlöblich und absolut unverständlich daher, dass wir uns durch soviele unspektakuläre Levelabschnitte kämpfen müssen, die um Längen gegenüber dem ersten Level abstinken.

Auch ist zwar Verständlich, dass der Fokus auf den Schwertkampf gelegt wurde, aber gerade deshalb auch sehr Schade, dass alle anderen Waffen so schwachbrüstig daherkommen.

In Zeiten von Schlauchleveln, Quick-Time-Events und Spielen mit mehr Video- als eigentlicher Spielsubstanz ist Shadow Warrior aber gelungene Erinnerung daran, was vielen Shootern heutzutage fehlt: Die Liebe zum Detail!

 

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Wertung
Pro und Kontra
  • Flotter und flüssiger Shooterspass
  • Weitläufige Level
  • Keine unsichtbaren Wände
  • Tausende Secrets, Eastereggs und Anspielungen
  • Klassisch witzige Monologe
  • ausgefeilte Schwertkombos
  • Jederzeit speicherbar
  • Skills und Waffen sind aufrüstbar
  • Gigantische Zwischengegner
  • Zufallsgenerierte Glückskekstexte
  • Umwerfend detailiert modellierte Levelarchitektur
  • ungeschnitten
  • -gelegentliche Nachladepausen
  • - Dämonengegner überwiegen

Zusätzliche Angaben

Schwierigkeitsgrad:

genau richtig

Bugs:

Nein

Spielzeit:

Mehr als 20, weniger als 40 Stunden



Kommentare(4)

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