El Prez - Der Wahnsinnstyp

Er kann Gedanken lesen! Ab und zu sogar die eigenen!Er kann die Zeit anhalten!Das ist El Prez - Der WahnsinnstypNur diese blöden Intellektuellen kriegt er ned...

von Tsabotavoc am: 16.09.2011

Er kann Gedanken lesen! Ab und zu sogar die eigenen!
Er kann die Zeit anhalten!
Das ist El Prez - Der Wahnsinnstyp

Nur diese blöden Intellektuellen kriegt er ned in den Griff. Wie kann man sich nur so an einer niedlichen kleinen Waffenfabrik stören?

El Presidente hats nicht leicht. Und dank ein paar Designmacken gehts dem Spieler genauso.

Reif für die Insel

El Presidente hat einen Traum: Er will ein neues Weltreich aufbauen bestehend aus allen möglichen Bananenrepubliken. Im Laufe von El Presidentes Reise wird der Spieler mit einer Vielzahl von verschiedenen Problemen konfrontiert.
Als Herrscher seines kleinen Inselreichs baut man in klassischer Anno-Manier ein Städtchen auf mit Bars, Kneipen, Schulen und Atomraketen - eben alles was man als Diktator von Welt so braucht.

Es gibt da nur ein Problem: Wenn 'Revolution' und 'Diktatoren umbringen' olympische Disziplinen wären - Die Inselbewohner würden ohne Probleme Gold holen.

Daher befindet man sich auf einem ständigen Eiertanz zwischen den Wünschen der einzelnen Fraktionen. Die Religiösen jammern rum weil keine Kirchen vorhanden sind? Schnell so einen Gebetsschuppen in die Gegend gepflanzt. Leider haben wir es uns nun mit dem Nahen Osten verscherzt was unseren Ölpreisen nicht gut tut.

Doch da tut sich eine Möglichkeit auf: Der gute Scheich feiert den Geburtstag von all seinen Frauen und braucht dafür Maschinengewehre. Also bauen wir eine Waffenfabrik. Das wiederum sorgt dafür dass die Intellektuellen die Nase rümpfen...

Die Kunst an Tropico ist es allen ein bisschen Recht zu machen und dabei gleichzeitig nicht pleite zu gehen...

Herrschen und Siegen für Anfänger

Tropico 4 ist ein komplexes Spiel ohne dabei kompliziert zu werden. Der Spieler kann auf praktisch alles Einfluss nehmen und nach seinen Wünschen anpassen.
Dabei wird jedoch sehr schnell klar das man als Diktator besser die Wünsche seiner Bürger respektiert denn eine Militärdiktatur geht meist nicht lange gut.
Daher hat man eigentlich nie wirklich die freie Wahl in der Art wie man seine Insel regiert. Das Spiel vertuscht das zwar recht geschickt, ein wenig störend ist es aber im späteren Spielverlauf schon.

Die Kampagne umfasst insgesamt 20 Missionen die den Aufstieg Tropicos beschreibt. Mal muss man ein Minenparadies aufbauen, ein anderes mal muss man seine Insel mit Windrädern aus der Gefahrenzone von Atomraketen bewegen.

Die Aufgaben sind vielfältig und mit viel Humor designed. Das kann aber nicht darüber hinwegtäuschen das es letzten Endes immer darum geht irgendetwas zu bauen oder zu exportieren. Den Spielspaß mindert das kaum. Denn...

Fehler im System

dafür sorgen diverse Designmacken.

'Die EU verbietet religiöse Symbole in Ihren Ländern. Wir können nicht neutral bleiben und müssen Stellung abgeben.'

Glasklar: Wir verscherzen es uns nun entweder mit der EU oder dem nahen Osten. Es wäre nun toll zu sehen wie unsere aktuellen Beziehungen zu den Fraktionen sind. Aber nein, genau in solchen Momenten kann man das wichtige Journal nicht aufrufen.

Es sind die Details die einem teils den Spaß an Tropico nehmen. Warum kann man nirgends einsehen wieviel Gewinn einen mit dem nächsten Export erwartet? Warum wird im Tooltip zu Gebäuden nicht angezeigt welche Bildung und welches Geschlecht die Arbeiter haben müssen?

Warum wiederholen sich die - zugegebenermaßen sehr witzigen - Kommentare von Penultimo und Sunny Flowers so oft?

Es sind Details. Aber gerade die Details sind es die sich einem bei solchen Spielen einbrennen.

All das macht Tropico nicht zu einem schlechten Spiel. Aber Tropico hätte hier deutlich mehr Potential gehabt.

Insel mit Charakter

Nicht nur euer Präsident hat Charakterwerte - auch seine Anhänger. Da haben wir zum Beispiel den LKW-Fahrer Otto der aus Deutschland imigriert ist. Er wohnt in einer Hütte neben der Bar. Sein durchschnittlicher Tagesablauf besteht aus LKW fahren und trinken.
Auf der anderen Seite haben wir Marco den tropicanischen Hardliner. Marco hat sich vom einfachen Maisbauern hochgearbeitet zum Aussenminister. Und Marco ist Nationalist...

Jeder eurer Bürger hat seinen eigenen Tagesablauf, seine eigenen Wünsche und Ziele. Teils macht es einfach nur Spaß den Leuten zuzusehen und Ihre Gedanken zu verfolgen.

Durch den extrem hohen Hinguckfaktor versucht man fast schon zwangsweise die Trauminsel zu erschaffen. Stundenlang feilt man an der perfekt in den Dschungel eingebetteten Stadt und dem schönsten Tourismusstrand aller Zeiten...

Da gewinnt man die Mission und landet auf der nächsten Insel wieder bei null beginnend. Und dort macht man - Überraschung - wieder genau das Selbe.

Das Bergsteigerparadoxon

Stellt euch vor ihr wollt Bergsteiger werden. Zum Einstieg erklimmt ihr die Eiger Nordwand und arbeitet euch dann langsam zum Hausberg in eurer Nähe vor und lasst das Training triumphal auf einem kleinen Grashügel im Garten auslaufen.

Moment... Das ergibt gar keinen Sinn? Doch tut es. Denn Tropico ist nur in einer Phase des Spiels wirklich fordernd: Zu Anfang.

Wenn man erst einmal die 150 Einwohnergrenze solide hinter sich gebracht hat ist der Erfolg vorprogrammiert. Frei von jedem Anspruch wird diese Phase des Spiels dann sehr schnell langweilig.

Kurz und gut: Tropico wird im Laufe einer Insel vom Aufbauspiel zum Sandkasten. Grund dafür ist das vor allem fortschrittliche Gebäude kaum Nutzen bringen. Die Versorgung durch Kliniken und Kirchen ist vollkommen ausreichend. Wer braucht da bitte noch Kathedralen und Spitäler?

Gebäude wie die Grundschule oder die Feuerwehr werden viel zu selten gebraucht und ihr Nutzen ist zu gering - Also kann man auch hier den Rotstift ansetzen.

Und wer auf seiner Insel Öl und Minen bauen kann braucht sich um fortschrittliche Produktionsketten ohnehin keine Gedanken mehr zu machen. Bereits die Bodenschätze machen einen reich wie ein Scheich.

Man braucht kein Scheich zu sein...

um reich zu sein. El Presidente zu heissen und ein schweizer Bankkonto zu haben reicht vollkommen. Und für knapp 40 Euro bietet Tropico dem Spieler wirklich eine Menge.

Neben netter Karibikmusik und witzigen Beratern kann man dabei auch noch etwas lernen:

Es ist als Politiker schon toll wenn die allgemeine Zufriedenheit des Volks bei 60% liegt. Und mit diesen 60% bekommt man dann 95% der Stimmen bei der Wahl.

Klingt unglaublich? Das ist El Prez - der Wahnsinnstyp!

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Wertung
Pro und Kontra
  • Grafik: Sehr detaillierte Gebäude und Umgebung
  • Sound: Tolle Musik, lustige Kommentare
  • Balance: Sehr viele Möglichkeiten
  • Atmosphäre: Tolles Karibikambiente
  • Bedienung: Eingängige Steurung, super Statistiken
  • Umfang: Riesenkampagne, Endlosspiel, Editor...
  • Startpositionen: Sehr fair
  • KI: Glaubhaftes Bürgerverhalten
  • Einheiten & Gebäude: Viele verschiedene Gebäude
  • Endlosspiel: Dank Editor viele Möglichkeiten
  • Grafik: Schwache Katastrophen
  • Sound: die sich leider schnell wiederholen
  • Balance: Manche Gebäude sinnlos, Gut leichter als böse
  • Atmosphäre: -
  • Bedienung: Allerdings fehlt manches wichtige darin
  • Umfang: /
  • Startpositionen: Läuft aber Anfangs oft gleich ab
  • KI: Die Bürger nehmen oft längere Wege als nötig
  • Einheiten & Gebäude: Feuerwehr absolut ineffizient. Manches nutzlos
  • Endlosspiel: /

Zusätzliche Angaben

Schwierigkeitsgrad:

eher leicht

Bugs:

Nur sehr wenige

Spielzeit:

Mehr als 40, weniger als 100 Stunden



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