Endgültige Identitätsfindung Saints Row´s

2011. GTA liegt drei Jahre zurück, Sleeping Dogs ist ein Jahr von seinem schlussendlichen Release entfernt, True Crime augenscheinlich Tod und das letzte...

von MattisHammer am: 27.08.2019

Volition brauchte einiges an Zeit, um den Kern ihrer Saints Row Marke zu finden und sich endgültig von GTA abzuheben. Mit Teil 3 haben sie ihr Ziel erreicht und THQ ein letztes Mal vor der Insolvenz einen riesen Hit beschert. Das Jahr 2011 neigt sich dem Ende; die Mischung und Balance aus ersten Szenen und übertriebenen Humor, die zuvor Hand in Hand gingen - Auch wenn das Übertriebene damals schon stärker vertreten war - müssen für absolute Verrücktheit Platz machen. 


Allein in der ersten halben Stunde raubt man eine Bank aus, deren Tresor, auf dem man steht, direkt aus dem Gebäude gerissen wird, springt aus dem einem Flugzeug, sowie hindurch und fängt im freien Fall eine Freundin auf. Das klingt jetzt vielleicht übertrieben und abgefahren, ist aber im Vergleich, zu dem was noch kommt, relativ geerdet. Die Gegenspieler, ein Hacker, ein Wrestler namens Killbane und ein französischer Businessman für den Zwillinge arbeiten, sind etabliert. Das Bankkonto wurde geleert, auf Null gesetzt und die neue Stadt Steelport muss von den Saints übernommen werden. Rache an den oben genannten Gegenspieler, des Todes einer beliebten Figur aus alten Spielen wegen, nicht zu vergessen. Also mach was du willst. Nebenaufgaben, ruf über dein Handy Kollegen an, um eine Hauptmission zu starten oder sorg für pure Anarchie. Hauptsache man verdrängt die anderen Gruppierungen aus der Stadt und verdient sich Respekt. Aus der Stadt mit Umland aus dem Vorgänger, wurde hier eine zurückgeschraubte Version ohne Umland. Die Open-World ist wie zuvor mehr eine Kulisse als ein lebendiger Ort, die Einwohner ohne Ausnahme ziemlich verblödet. Der Fokus wanderte klar zu den Hauptmissionen und Setpieces die das Spiel in diesen abfeiert. Und gerade die Situationen, der Einsatz von Musik und immer wieder neue abwechslungsreiche Aufgaben heben Teil "The Third" über den seiner Vorgänger. Der Open-World muss man trotz allem zusprechen, dass sie sich während dem Spielablauf verändert. Dann explodiert ein Gebäude und bleibt bis zum Ende kaputt, eine neue Bedrohung erscheint und läuft auf den Straßen umher oder die Zombieapokalypse bricht aus; ein Distrikt wird unter Quarantäne gestellt, die Brücken der Stadt, welche einzelne Bereiche verbinden hochgefahren. Schade nur dass das Penthouse den Angriff ohne Schaden übersteht. 

Was Saints Row: The Third selbst seiner Konkurrenz, wie GTA voraus hat sind die immer wieder coolen Ideen, die sich von Anfang bis Ende ziehen und das der Spieler für Dinge belohnt wird, die er ohnehin in Spielen dieser Art macht. Auf der falschen Straßenseite fahren, auf Autos surfen, nah an anderen Autos vorbeizischen, lange Driften. Hier nimm den Respekt. Du bist einfach cool. Das dann der Humor zumindest Größtenteils funktioniert und die Zwischensequenzen super unterhalten, kommt dann noch dazu. Das die Saints nach seinem Vorgänger zu Stars wurden und nun Kapital daraus schlagen, ist auch nur eine Konsequente Weiterentwicklung dieser verrückten Bande. Der Geschichte schwächelt unter anderem durch einen fehlenden Haupt-Antagonisten. Am ehesten wäre Kill-Bane zu nennen, die anderen Bösewichte benötigen aber auch ihre Zeit und keiner kann zu 100% Eindruck hinterlassen. Und natürlich geht zudem viel an Emotionen und Balance von Ernsten und Lustigen Momenten verloren. Der emotionalste Moment ist da noch am ehesten das schlechte Ende und das Schicksal, dass einen der Saints so ereilt. Allerdings folgt kurz danach ein großer Kampf und es ist vergessen. Es ist einfach keine Zeit für Emotionen, wenn Spaß und Unterhaltung an vorderster Stelle stehen. Trotzdem Schade. Die Geschichte von Teil 2 war jedenfalls besser. 

Spielerisch hat sich nicht viel getan. Es gibt immer noch viele der damaligen Nebenaufgaben, einige nicht, einige sind neu. Das Schießen spielt sich ok. Immerhin ist man sehr treffsicher. Die Fahrphysik ist und bleibt aber nur meh. Man kommt nur schwer um Kurven und wenn man driftet kommt man jedesmal kurz zum Stillstand. Wirklich schnell sind auch nur wenige Wägen, was wohl, der recht kleinen Spielwelt wegen, absichtlich ist. Dadurch wirken alle Autos etwas träge. Mit verdientem Geld kann man Läden kaufen - Dann kriegt man Rabatt -, Gebäude - Ein stündliches Einkommen - oder Upgrades für den Charakter den man sich am Anfang erstellt. Wie in den ersten Spielen wird das Gesicht des Hauptcharakters zunächst verdeckt damit man sein Aussehen selbst bestimmen kann. Dabei hat man sogar drei männliche, drei weibliche und eine Zombiestimme zur Auswahl. Unendlich viel Kleidung und kann jede Kleinigkeit des Gesichts abändern - Auch später noch beim Schönheitschirurgen -. Die am Anfang vorgenommen Einstellungen müssen also nicht bis zum Ende bleiben. Ich zum Beispiel hatte am Anfang eine Zombiestimme, Dreadlocks etc. Ich sah wirklich bescheuert aus. Später hab ich aber noch mal einiges Geändert. So unterhaltsam die Zombiestimme erst war, ging sie mir später echt auf den Kieker. Danach sah ich ein bisschen weniger bescheuert aus und konnte wenigsten richtig reden. Während der Story darf man sogar ein paar Entscheidungen treffen. Die haben aber keine wirkliche Story Auswirkung. Am ehesten die letzte, weil man dort unterschiedliche letzte Missionen hat. Ansonsten ist es aber meist nur: Mehr Respekt, mehr Geld oder Rabatt auf Waffen, Rabatt auf Fahrzeuge. Nichts besonderes, aber nett zu haben.

Die PC-Version ist auf jeden Fall besser als bei Teil 2, der von CD Projekt geportet wurde. Jetzt sind es eben Kleinigkeiten. Das bei Zwischensequenzen manchmal der Mauszeiger verschwindet, manchmal nicht. Ich hatte auch einen Absturz, aber das wars. Wen interessiert`s. Kein Genickbruch, oder? Grafisch ist es zwar nichts besonders, der Stil gefällt mir aber echt gut und die Animationen sind flüssig. Wie der Boss auf einem Gegner slided oder über ihn springt, um sich umzudrehen und ihm einen Schlag ins Gesicht zu geben wird eben nie alt. Nach 15 - 20 Stunden Spielzeit hat man das Meiste erledigt. Ich habe das Spiel nun schon zum zweiten Mal durchgespielt und kann mir gut vorstellen es in einigen Jahren ein weiteres Mal einzuwerfen.

Fazit:

Wer nach diesem Test in irgendeiner Weise interessiert ist: Spielt es. Eines der unterhaltsamsten Spiele aller Zeiten. Da THQ-Nordic Saints Row 5 angekündigt hat, hoffe ich das sie zu alten Stärken zurückfinden. Ob es mehr wie Teil 2 oder Teil "The Third" wird ist mir egal. Gegen ein neues Saints Row sag ich aber sicher nichts.

Freue mich über konstruktive Kritik.

 

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Wertung
Zusätzliche Angaben

Schwierigkeitsgrad:

eher leicht

Bugs:

Nur sehr wenige

Spielzeit:

Mehr als 20, weniger als 40 Stunden



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