EVE online: mit Abstand bestes Weltraum-Spiel

Ich fing 2011 mit EVE an, und spielte ein halbes Jahr recht intensiv (ca. 10 Std./Wo) danach behielt ich meinen Account, den ich aber nur noch selten mal...

von _Sternenkind_ am: 12.10.2014

Ich fing 2011 mit EVE an, und spielte ein halbes Jahr recht intensiv (ca. 10 Std./Wo) danach behielt ich meinen Account, den ich aber nur noch selten mal für einen weiteren Monat per Game Time Card (kostenpflichtig) aktiviere.

EVE war für mich mein allererstes MMORPG - ich suchte nach einem Game mit sehr erwachsener Community - und die hat EVE. Wenn man nicht hirntot ist, dann schafft man selbst als jemand, der/die vorher nur Google, E-mail, Ebay/Amazon und YouTube benutzt hat mit Hilfe des Tutorials einen schnellen, reibungslosen Einstieg ins Spiel. Da ich ein Total-Noob war und noch nie ein Game-UI gesehen hatte, saß ich für die ersten 6 Stunden mit schweißnassen Händen auf der Stuhlkante: um mich dann nach Abschluß des Tutorials und der ersten Quests seelig mit meinem ersten Mini-Raumschiff in die Riege der Miner in einem nahegelegenen Asteroidengürtel einzureiehen.

Unvergessen und bis heute für mich eines der faszinierendsten Merkmale von EVE: der unendliche Weltraum. Kein Oben, kein Unten, keine störenden Raster wie in anderen Space-MMos, je nach Fraktionsgebiet wechseln die Farben der Sternennebel, die Asteroidengürtel und ihre Umgebung sehen immer anders aus. Jenseits der vielbefahrenen Routen durch die Sprungtore, wo mit visuellen Effekten nicht gespart wird, treibt man völlig schwerelos durch das All - und der Original EVE-Soundtrack ist das stimmigste, spacigste und ohrwurmigste, was mir je untergekommen ist.

Quests gibt es für Einsteiger jede Menge. Ich würde jedem raten in den ersten Wochen und Monaten einen gesunden Mix aus selbstgewählter Berufslaufbahn und vorgefertigter Questreihen zu fahren. Wenigstens eine Profession sollte man gleich anfangen zu leveln ( man kann alle und Alles leveln/skillen in diesem Spiel) damit man bald ordentlich Ingame-Währung ISK auf der Seite hat. Bei den Quests kann man auch ganz gut was abstauben, aaaber: EVE ist nachdem alle Questreihen durchexerziert sind nunmal überhaupt kein PvE Game - und darum ist es imho wichtig sich sofort an selbstgesteckte Ziele und eigenständiges Agieren zu gewöhnen! Doch zu Beginn meiner Reise in dem Spiel haben mir die Quests alles bestens erklärt und mich ingame selbstbewußter werden lassen. EVE ist ein hochkomplexes Spiel, da reichen nicht mal eben 15 Minuten "check this game out". Man legt sich am besten gleich einen EVE-Ordner an, in dem man nützliche Links zu Tips, Raumschiff-Fittings, Rohstoffvorkommen, die ultimativsten Tools und ich weiß nicht was sonst noch alles abspeichert. Ich hatte mich hauptsächlich für das Mining entschieden + Moon Mining, Planetary Interaction (klein animierte Rohstoffgewinnungs- und Verarbeitungsprozesse auf den Planeten), Blaupausen, Trade und Transportflüge mit meinen eigenen Waren. Was mit Kriegskunst zu tun hatte, habe ich als Carebear vernachlässigt - nur was ich für meinen robusten Tech 1 Cruiser "Vexor" brauchte wurde na klar geskillt. Ich habe außer den Skills für meine Professionen fast nur meine Verteidigung und Drohnen (Fraktion Gallente ;-) hochgezogen. Nach einem halben Jahr flog ich dann "Orca" und "Charon" für Transporte und minerte ab und an mit der billigen "Procurer" als quasi Wegwerf-Miningbarge im High-Sec(urity) und seltener im Low. Wer mit unterdurchschnittlichen bis mittelprächtigen Schiffen unterwegs ist, muss jederzeit damit rechnen, auch im sogenannten Hochsicherheits-Sektor von Piraten, Griefern, Gankern weggebruzzelt zu werden. Es gibt schrottbillige Suicide-Ganking Schiffe - und die werden oft und gerne eingesetzt. Das juckt einen aber nicht, wenn man als HändlerIn gutes Geld macht. Transportflüge sind Nervenkitzel, und ich bin jedesmal froh, wenn ich nach ellenlangen aktiv geflogenen Strecken (samt gefühlt oder in echt Dutzenden von Sprungtoren) heile ankomme. Besonders in der Nähe der großen Tradehubs wird gerne mal geschossen. Auf  kritischen Strecken sollte man NIE Autopilot fliegen - damit dümpelt das Schiff vor und hinter den Sprungtoren außerhalb des Warps für jeden sicht- und angreifbar herum, und braucht im Ernstfall ewig um wieder Schub zu bekommen (vor allem die schweren, und damit nicht sehr wendigen größeren Transporter und Erzschiffe).

In EVE kann man sich aussuchen, was für ein Leben man haben will. Ich blieb im High-Sec und genieße das Rundum-Sorglos-Paket. Die Station, die ich mir als Hauptsitz gewählt habe hat alle Annehmlichkeiten zu bieten. Nachdem die Corporation (= Gilde) der ich zu Anfang angehörte in den Null-Sec umgesiedelt ist (die Jungs fanden's dort spannender) gründete ich eine eigene Corp für mich und 2 andere Spieler samt unseren Twinks. Wer es noch ruhiger mag, nimmt eine der vielen NPC Corporations. Handel treiben, Planetary Interaction steuern und Blaupausen kann ich im "Büro" auf Station erledigen. Das bringt ISK, hat aber nix mit Weltraum zu tun, sonder mehr mit Excel ;-)) Dafür kann ich es mir aber leisten, mit kleinen Wegwerfschiffen auch in die gefährlichsten Gebiete auf Erkundungstour zu fliegen - wenn ich gegrillt werde ist mein neuer Clon, der dann notwendig wird, teuer genug. Je höher die angehäuften Skillpoints eines Charakters, desto teurer die Clon-Versicherung. Wer wertvolle Gehirn-Implantate trägt, ist beim Sterben noch übler dran. Wer in EVE nicht offensiv unterwegs ist, möge bitte bedenken, ob es sinnvoll ist, viel Geld in das Verteidigungs-Fitting eines Schiffes zu stecken, nur damit man dann 12 Sekunden länger durchhält, bis man eh weggebruzzelt ist...

In Kontakt mit anderen Piloten (außerhalb der Spieler-Corp) kommt man recht schnell, wenn man in einem (Sonnen-) System "beheimatet" ist und den Local Chat viel mitliest und sich dort auch zu Wort meldet. Freundliche, cooperative Spieler kann man dann abspeichern um sich in Zukunft privat unterhalten zu können. Die Miner sind dabei eh die Kaffeeklatsch-Runde im Game, da man im Belt (Asteroidengürtel) beim semi-afk Minern im High-Sec immer genug Gelegenheit zum Fachsimpeln, Lästern und Haten hat. Im Low-Sec sieht das schon ganz anders aus: wenn man dort mit seiner Mining-Barge vordringt, ist man die Beute schlechthin. Selbst unbeladen freuen sich Jungpiraten und anderes Gesocks die unbedingt einen Kill wollen. Sind im High-Sec 0.5 zum Beispiel 50 friedliche Piloten + 2 Gelegenheits-Ganker in einem System unterwegs, so sind es nebenan im Low-Sec 0.4 ein hauptberuflicher Pirat, der für seine Leute die besten Belts bewacht... und ich... und der Weltraum. Wuahhh. Das geht in 2 von 3 Fällen gut, d.h. ich habe meinen Erzfrachtraum gefüllt, bevor der rot-blinkende Feind direkt neben mich in den Belt warpt. In den Low nehme ich eine - nur mit dem für's Minern notwendigste ausgestattete aber ansonsten ungefittete billige "Procurer": reinhüpfen in den Belt, Schiff ausrichten auf das nächste Sprungtor - ohne ( ! ) Asteroiden vor der Nase - Local und Übersicht im Auge behalten, minern... und beten. Wem das zu gruselig ist, für den gibt es random auftauchende "geheime" Depots mit höherwertigen Erzen (die es sonst so im High nicht gibt) und nur für ganz kurze Zeit angezeigt werden. "Früher" musste man die noch selber erscannen - auch EVE wird mehr mainstream.

Im High ist man also sein eigener Herr, spielt aber eher eine ausgefeilte Variante von "Patrizier im Weltall". Von der Community bekommt man nicht allzuviel mit. Gibt immer mal ne nervige Gang, die versucht friedliebende Spieler zu ärgern, aber: auch als Carebear hat man Kampfschiffe im Hangar - und wer mich abschießt, auf den habe ich ein Killright XD. Manchmal staubt man bei so einer Racheaktion noch ein nettes Kopfgeld ab, weil der Feind vorher schon genug anderen Piloten auf den Senkel gegangen ist.

Im Low und Null-Sec kann man es meiner Meinung nach nur zu etwas bringen, wenn man viel, viel, sehr viel Zeit mitbringt. Und man muß sich nach oben dienen. Ohne beschützende Corp und übergeordnete Allianz deren Wasserträger und Büttel man lange bleibt, überlebt man dort nicht. Seinen Platz muß man sich erkämpfen. Wer die harte Tour mag ist dort richtig.

Lange Zeit konnte man pro Account nur 1 Character (von 3) skillen lassen - also immer nacheinander, doch mitlerweile gibt es die Option, gegen einen nicht übertriebenen Aufschlag einen 2. Char gleichzeitig individuell zu skillen. Man kann seinen Charakteren auch unterschiedliche Fraktionen, Laufbahnen und Regionen  zuweisein. 

EVE ist ein super Game, das ich jedem Interessierten uneingeschränkt empfehle.

Und wie gesagt: auch Carebears wie ich können dort ihren Platz finden.

 

 

 

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Wertung
Pro und Kontra
  • Grafik: 1A
  • Sound: ich bin Fangirl von Jon Hallur, dem Komponisten ;-)
  • Balance: du bist, was du kannst...
  • Atmosphäre: top, da reicht kein anderes Weltraum-Spiel ran
  • Bedienung: komplex aber gut durchdacht und aufgeräumt
  • Umfang: es gibt kein Levelcap in EVE
  • Quests: mehr als genügend um sich in die Spielwelt einzufuchsen. Mit höherem Level recht herausfordernd.
  • Charaktersystem: du bist, was du aus dir machst
  • Kampfsystem: schier unendliche Palette, eine Herausforderung
  • Es gibt keinen sicheren Ort in EVE. Das ist zwar so gewollt, schreckt aber viele ab...

Zusätzliche Angaben

Schwierigkeitsgrad:

eher schwer

Bugs:

Nein

Spielzeit:

Mehr als 100 Stunden



Kommentare(4)

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