Fantasy trifft Humor.

Fantasy in all seinen Facetten handelt normalerweise von bösen Armeen, rettungswürdigen Prinzessinnen, strahlenden Helden und dem Untergang der Welt.Aber auch...

von Tanatas am: 12.04.2008

Fantasy in all seinen Facetten handelt normalerweise von bösen Armeen, rettungswürdigen Prinzessinnen, strahlenden Helden und dem Untergang der Welt.

Aber auch nur solange wie nicht der Overlord in die entscheidenden Hände des Spielers gerät. . .

Rollenspiel, Aufbau, Strategie, Action?

Gut frage, ein bisschen was von allem, hauptsächlich aber Action und Strategie, wenn man so will Action-Strategie.Der Spieler schlüpft in die verlassenen Ober-Bösewicht-Stiefel und versetzt das idyllische Fantasyreich in Angst und Schrecken.Dafür Sammelt er in diesem gelungenen Genre-Mix alles was ein böser Herrscher so braucht um die Welt zu unterwerfen, Handlanger, Zauber, Schmiedeteile, Turmteile und Prinzessinnen. . .Er sucht und besucht Questgeber in weitestgehend frei erkundbaren Gebieten, klaut dazu nebenbei allerhand Gold, Brandschatz Felder und Hütten um an Waffen und Rüstungen für seine Schergen zu kommen, damit diese für Ihn nützlicher sind bei der Beschaffung der nötigen Teile und natürlich der Beseitigung der zahlreichen Bossgegner und verblichenen Helden.Die Devise heißt dabei - Eindruck schinden.Denn viel Gold geht in die geklaute Bettgespielin, dem ausbau des schwarzen Herrscherturmes und dem Schmieden der erlangten Waffen und Rüstungen.Die Strategie kommt dann bei den Kämpfen zum tragen, die vier verschiedenen Schergentypen haben alle ihre Vor und Nachteile,Braune sind die haltbaren Kämpfer, Rote sind Feuerresistent und legen es auch noch nebenbei, Grüne sind hinterhältige Schleicher die Giften wiederstehen können und die Blauen sind die einzigen die Wasser vertragen und nebenbei Schergen heilen können.Bestimmte Schergentypen gibt es aus den Seelen bestimmter Gegnertypen,schlechterweise haben die meistens genau die Fähigkeiten die man aus den von ihnen erstellten Schergen haben möchte.Vielfältig braucht man eine gut abgestimmt Gruppe aus wenigstens zwei Schergentypen da etliche Aufgaben nur mit ihren Sonderfähigkeiten zu erledigen sind, etwa wenn ein dringlich benötigtes Teil des Turmes im Wasser Liegt.Der Overlord selber drischt dann bei den richtigen Kämpfen kräftig mit bei ein.Kernstück ist das richtige hantieren mit den Schergen bzw. das ausarbeiten der richtigen Reihenfolge im Kampf um das Gebiet.

Böse sein und Humor?

Ja das geht und zwar ziemlich gut. Der Humor zuckelt nicht auf dem Leid anderer rum oder verharmlost Brutalitäten sondern lebt davon das jedes,wirklich jedes Fantasy-Klischee durch den Schmutz gezogen wird inklusiver diverser Anspielungen auf Filme wie etwa Gremlins oder Herr der Ringe.Die Elfen sind so überspitz spirituell und weise(und haben extrem lang Ohren. . .) das man Kotzen möchte wenn man ihnen begegnet, wobei die Zwerge hingegen so Raubeinig und Versoffen rüberkommen das sie sich damit selbst im Wege stehen.Herrlich.Im Tutorial des Spieles übt meine seine Fähigkeiten an dem eigenen dauer-quasselnden nervtötenden Turmnarr, den man auch im weiteren verlauf des Spieles immer wieder gerne durch den Turm prügelt damit er irgendwann mal einem von der Seite weicht.Auch der Overlord kommt zuweilen nicht gut weg, wenn seine Mitgeschleppte Neue Flamme an der Inneneinrichtung des Turmes nörgelt und ihn Goldhorten schickt oder Gegner Spottbreitseiten auf ihn loslassen.Auch die Helden kommen nicht gut weg, nichts ist mit Strahlemann-Ritter, Fett gefressen träge und hinterhältiger als es der Overlord je sein könnte geben diese sich.Überhaupt gibt es immer irgendwelche Breitseiten in Gesprächen,angefangen von den eingespielten Hinweisen des eigenen Beraters, der Bevölkerung oder eben der geklauten Frau die nicht wirklich weiß zu wem sie da ins Bett steigen soll.Das ganze ist zudem mit einem hervorragenden Mimik und Gestik-Spiel unterlegt, so das einem das zerlegen von Hütten der vor sich hin bittenden Bevölkerung oder dem abbrennen des kitschig-schönen Sonnenblumenfeldes, nur der Art und Weise wegen schon Spass macht.Die Idee hinter dieser Art von Spiel ist dem Entwickler exelent gelungen, die Ausarbeitung und Verteilung der Seitenhieb ist, mit einigen Adventure ausnahmen, beispiellos.

Story?

Zumindest gibt es da was.

Neuer Overlord terrorisiert das Land im kleinen und stellt im großen fest das es da noch jemanden gibt der es begehrt.Die Story ist wahrlich keiner Auszeichnung würdig, aber was soll es da auch in dieser Art von Spiel geben?Dafür ist das Spiel nicht sonderlich text lastig und die Aufgaben so drollig-doof rüber gebracht das es einem nicht sonderlich auffällt.Die Devise hier wäre - Der Weg ist das Ziel - und dieser ist gelungen umgesetzt worden, was nicht in die Story gegangen ist, ist in die Seitenhiebe gegangen.Finde ich zumindest völlig in Ordnung so und langweilen wird man sich dort auch nicht.

Und die Technik?

Die guten oder die schlechten zuerst?

Natürlich die guten, der Grafikstil ist enorm stimmig und herrlich überzeichnet. Wasser und Licht wissen zu gefallen, der Detailreichtum ist erfreulich hoch so das man sich gerne müht die Hobbitbauten zu verwüsten, Felder in brand zu stecken und sich das gesabbel der Elfen im Wald anzuhören.Vor allem aber sind die Figuren mit allerhand Animationen ausgestattet worden, allen voran die Schergen, aber auch Zwerge, Elfen, Schafe und Bevölkerung die keine Gelegenheit auslässt irgendwas zu verblödeln, toll.Der Overlord wird mit zunehmender Schlechtigkeit immer dunkler, der Turm böser und die Waffen dicker, wie gesagt sind es vor allem etliche Details die erfreuen und über die ein oder andere grenzwertige Textur hinwegsehen lassen.Die Stimmen sind gut, zumindest ohne große Patzer, vorallem die der Schergen und Schergen-Berater.Sound-Effekte und Musik fügen sich nahtlos in die überzeichnete Welt ein, wobei die Effekte einen Ticken besser sind als die Musik, viele Wiederholungen kratzen an der Zumutbarkeit. Die 5 Gebiete sind abwechslungsreich und hübsch designet, jedoch täuscht die Spielmechanik eine Größe und Freiheit vor die es real nicht gibt.Zwar kann man sich frei in dem jeweiligen Gebiet bewegen aber erst wenn man mithilfe seiner Schergen diverse Hindernisse beseitigt oder Aufgaben gelöst hat, gut gelungen dazwischen ist allerdings das dabei in der Regel kürzere Wege frei geräumt werden.Denn die Gebiete selber schaltet man nach-und-nach frei, bekommt aber neue Aufgaben in alten Gebieten oder kann optionale Aufgaben später beenden.Auch muss man häufig in leer geräumte Gebiete um seinen Seelenstand der gewünschten Schergen wieder auf vorder mann zu bringen, denn Waffen benötigen Schergen, verdammt viele Schergen und die Balance ist extrem sprungfreudig.Oftmals muss man und kann man Aufgaben und Gegner neu ausprobieren weil man haushoch gescheitert ist, die falschen Schergen mit hatte oder die oft wirklich aufwändigen Bossgegner sofort die hälfte dieser weg geputzt haben.Macht dem Spiel und dem Overlord nichts, dieser kommt in seinem Turm wieder zu sich und kann sich dann wieder in das gewünschte Gebiet teleportieren, nur die Schergen, die sind Weg. . . Die Bedienung kann ihre Konsolenverbrüderung nicht leugnen und gruseltzuweilen.Eine gewisse Einarbeitungszeit sollte man sich hierbei gönnen, bis man das aussenden der Schergen mit der linken Maustaste und zurück rufen mit der rechten Maustaste sowie dem lenken der Schergen(für alles das sie nicht selber ansteuern, weil kein Ziel) mit beiden Maustasten beherrscht.Dazu kommt noch das Mausrad zum auswählen der Schergen und dem besonders komplizierten verfahren für Sammelpunkte und Gegner anvisieren, leider braucht man alle dies für das Spiel in diversen Aufgaben, meist unter Zeitdruck, unschön. . . Auch die Perfomance des eher Prozessorlastigen Spiele kippt schonmal bei viele Schergen, Effekten und Gegner, die Packungsangaben sind demnach zutreffend auch wenn ich einen guten Core 2 Duo mittlerweile für Overpowerd(harhar) halten würde.Die kleine mit gelieferte farbige arte ist hübsch und das Handbuch ausreichend, wenn auch die vielen Ingame-Bilder ruhig hätten in farbe sein können.

Fazit?

Eine wirklich gelungene, andersartige Genremischung mit viel liebe zum Detail und Humor.Wer Filme wie Spaceballs mag hat mit Overlord ein erfrischendes Spiele Pendant. Leider mit ein paar künstlichen Spielzeitverlängerungen und Bedienungsmacken.

Anhang: Add-On

Die Add-On Politik des Publisher ist etwa ziemlich dümmlich oder enorm frech, beides kann ich nicht gut heißen, dieses gibt es bisher nur in Kombination mit dem Hauptspiel, neu Käufer freut es alle anderen werden sich wohl schwerlich überlegen ob sie nochmals 40 Euro für ein Spiel ausgeben wollen welches sie schon besitzen.

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Wertung
Pro und Kontra
  • Grafik: Sehr stimmig
  • Sound: Effekte toll
  • Balance: Meistens machbar
  • Atmosphäre: Herrliche verschaukelung von Fantasy-Klischees
  • Bedienung: Beschränkt sich auf das Wichtige. . .
  • Umfang: Alles in allem Ordentlich
  • Leveldesign: Sehr detailiert und stimmig
  • KI: Keine groben Patzer
  • Waffen & Extras: Kürbisse, Kochmützen, Knochen. . .
  • Handlung: Detailierte Abfolge
  • Grafik: Einige Texturen sind verwaschen
  • Sound: Musik nicht über die Spielzeit
  • Balance: Schwankt stark
  • Atmosphäre: Zu knallige Farben fürs wirklich böse sein
  • Bedienung: Das Wichtige hat meist Zeitdruck. . .
  • Umfang: Spielzeit verlängerungen
  • Leveldesign: Gut vertuschte Schläuche
  • KI: Auch nicht besonders einfallsreich
  • Waffen & Extras: Overlord Equipment teuer
  • Handlung: Insgesamt wenig

Zusätzliche Angaben

Schwierigkeitsgrad:

eher schwer

Bugs:

Nein

Spielzeit:

Mehr als 20, weniger als 40 Stunden



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