Filmreif

Bahnbrechende Technologie trifft auf altbewährtes Interesse am Krimi

von D3nn15_M_10 am: 07.01.2019

Die Sache mit der Mimik
L.A Noire ist über 7 Jahre alt und hat bis dato immer noch die beste Mimik und Gestik. Ein Armutszeugnis und weil viele das Spiel als gescheitertes Experiment oder zu teuer betrachten, hat man bisher kein weiteres Spiel mit dieser Gesichtsanimationstechnik mehr gemacht. "Zu echt" oder "Zu übertrieben" sähen die Gesichter aus. Aber was bekommen wir als Alternative? Neue Spiele machen es oft auch gut, aber so wirklich überzeugend ist das alles nicht, alles sieht irgendwie gleich aus.

Detektiv Cole am Tatort 
Ein Screenshot von L.A. Noire
Von: Angel Castiel



Wie sehr man es auch mit einfachster und bekannter Technik falsch machen kann, zeigt dann ein neues Spiel wie Mass Effect Andromeda. Also warum nicht mehr von innovativen Techniken, ich fand die Gesichter in L.A Noire beeindruckend realistisch, ohne zu wissen, was dahinter steckte. Es mag an manchen Stellen übertrieben sein und der Unterschied zwischen Gesicht und Umwelt ist minimal da, aber man merkt einfach, dass da viel mehr drinsteckt als in anderen Spielen. Dazu ist es keine Technik, an der besonders viel im Nachhinein gemacht werden müsste, wie man an den urkomischenBloopers dieses Spiels sehen kann, deren Existenz selbstverständlich ungewöhnlich ist, da es immer noch ein Spiel ist und kein Film. Oder doch?

L.A. Noire
Es ist auf jeden Fall filmreif, so viel steht fest. L.A Noire ist ein Detektivspiel mit einer offenen, wenn auch leeren Welt, was wahrscheinlich besser so ist. Ansonsten hätte ich mich wohl irgendwann in Mafia II verirrt, da die beiden Spiele stilistisch schon genug Ähnlichkeiten haben. Wobei Mafia II auch nicht gerade durch Open-World Elemente glänzen konnte, aber das gehört in eine andere Review. Man befindet sich in den späten 1940er Jahren, es ist sozusagen ein After-2ndWorldWar-Szenario, ohne, dass der Zweite Weltkrieg zu sehr in den Vordergrund rückt, spielt er doch immer wieder, auch in ansehnlichen und erklärenden Flashbacks eine untergeordnete Rolle, gerade am Ende des Films der Serie des Spiels. goddamnit

Observation 
Ein Screenshot von L.A. Noire
Von: Angel Castiel



Ihr spielt Cole Phelbs, der gerade aus dem Zweiten Weltkrieg heimkehrt und als Streifenpolizist von Los Angeles weiterhin gedenkt, Verbrecher zu jagen. Jetzt geht es an die Arbeit, die interessantesten Fälle zu lösen, die sich eine Stadt wie L.A wohl ausdenken könnte. Ihr habt stets einen Partner an eurer Seite, der euch Tipps gibt und den Rücken freihält. Hauptaufgabe des Spiels ist es, durch ein Verhöhr oder Zeugenbefragung die Wahrheit aus dem Befragten zu bekommen. Ein äußerst spannendes Unterfangen, das Vorbereitung durch Sorgfalt am Tatort und eine Kombinationsgabe und Aufmerksamkeit des Gesagten und Gezeigten während des Verhörs verlangt. Besagte Gesichtstechnik hat hierbei wohl ihren größten Auftritt. Doch eigentlich glänzt diese am meisten, wenn man den Schauspielern keine erzwungene Reaktion abverlangt, bspw. wenn sich Cole mit seinem Partner über einen Fall unterhält. Genau dann wirkt es am authentischsten, wobei mir die Mimik im Verhör wie gesagt uneingeschränkt gefallen hat. Da müssen andere die kleinen Details kritisieren, darauf lasse ich mich nicht ein.

Die Art der Fälle hängt stets davon ab, in welchem Dezernat ihr gerade seid, hier bewege ich mich schon zu sehr im , aber ich kann dazu sagen, dass durch die verschiedenen Abteilungen nochmal sehr viel Abwechslung in die Fälle reinkommt. Es gibt keinen einzigen Fall, der irgendwann langweilig oder uninteressant wurde, man genießt jede Sekunde dieses einzigartigen Spiels; auch weil die englische Sprachausgabe der Authentizität des Spiels sehr guttut, auch die Lippensynchronität ist durch die Technik bei 100 Prozent.

Oh man 
Ein Screenshot von L.A. Noire
Von: Angel Castiel



Dinge wie Fahrzeugsteuerung, Movement und die Grafik finde ich hier eher nebensächlich, aber dennoch alles sehr gelungen und wird den 40er Jahren ebenfalls gerecht.
Hinter allem steckt außerdem eine Hauptstory, die in dem ganzen Detektivwesen ein bisschen untergeht und dennoch viel zum blutroten Faden dieses Spiels beiträgt. Manchmal wirken Handlungen etwas konstruiert oder überraschend doof, doch auch das geht in diesem Spiel unter.

Fall abgeschlossen
Für mich ist L.A. Noire das beste Spiel seiner Art und hat einen ganz besonderen Platz in meiner Bibliothek, überhäuft von einfältigen und ideenlosen Spielen. Die Gesichtsanimationstechnologie ist bis heute bahnbrechend, aber wohl zu aufwendig bzw. teuer und das kann einen wirklich traurig werden lassen. Zurück bleibt ein Spiel, welches ich jedem empfehlen kann, der beim Spielen gerne etwas nachdenkt, mal Lust auf etwas Neues hat oder den Stil der 40er bzw. 50er liebt. Bei mir trifft da eigentlich alles zu.

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Wertung
Pro und Kontra
  • Bahnbrechende Gesichtsanimationstechnik
  • Spannende Kriminalfälle
  • Gameplay-Abwechslung durch Story
  • Grafik im schönen Stil der 40er
  • Gibt es m.M.n nicht

Zusätzliche Angaben

Schwierigkeitsgrad:

genau richtig

Bugs:

Nein

Spielzeit:

Mehr als 20, weniger als 40 Stunden



Kommentare(14)

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