Geiles, aber kurzes Gothic 5 mit nicht ganz perfekten Neuerungen

Als eingefleischter Rithic Fan und Spieler, der sämtliche Teile mehrmals durchgespielt hat, bin ich von vorneherein etwas beeinflusst (sagen wir mal, Risen 2...

von Blackbam am: 15.05.2012

Als eingefleischter Rithic Fan und Spieler, der sämtliche Teile mehrmals durchgespielt hat, bin ich von vorneherein etwas beeinflusst (sagen wir mal, Risen 2 IST im Prinzip Gothic 5, daher nenne ich die Serie hier Rithic). Dafür gibt es mir aber auch die Möglichkeit das Spiel im Vergleich zur bisherigen Arbeit von Piranha Bytes kritisch und genau zu beurteilen.

Die Atmosphäre

Das Wichtigste an Rithic war schon immer die Atmosphäre und die individuelle Note, die dem Spiel seine Einzigartigkeit verleiht. Hier kann Risen 2 definitiv punkten! Das Spiel hat eine von Anfang an spannende, durchgehende Geschichte mit reichlich coolen Zwischensequenzen in die man sich so richtig reinleben kann.

Das Verhalten der NPCs ist besser als bei alten Rithic-Teilen. Sie laufen auch zu mehreren tadellos mit (ohne an jeder Ecke hängenzubleiben) und mischen sich auch mit ihrer Meinung in die Gespräche ein: Gut für die Atmosphäre.

Die Story

Die Story ist etwas linearer und nicht mehr ganz so frei wie man es von den früheren Gothic Teilen her kennt. Dadurch gibt einerseits der Hauptquest mehr her, andererseits fühle ich mich doch etwas beschränkt in meiner Handlungs- und Reisefreiheit.

Die Welt

Die Welt besteht aus einer Reihe grafisch wunderschöner Inseln, auf denen es schon fast Spass macht herumzulaufen ohne überhaupt irgendwas vorzuhaben (kommt ja bei Rithic auch immer wieder mal vor). Leider sind sie etwas klein, so dass man an einem Tag locker eine Insel komplett abgrasen kann.

Das Piratenszenario

Bei Risen 2 hat sich die Rithic Welt weiterentwickelt, statt Magie und Armbrüsten gibt es jetzt einfache Schusswaffen und Vodoo Magie. Dadurch hat sich ein ziemlich verändertes Szenario ergeben (Inquisition in Mode im Barock-Stil, sowie Piraten und Urwaldmenschen). Meine persönliche Meinung: Es ist eine coole Abwechslung, aber ich vermisse Armbrüste und Runen trotzdem.

Coolness, Ideen & Klassiker

Ich erinnere mich noch an Gothic 1: Damals ist in der Burg die Mittelalter-Rock Band 'In Extremo' im Spiel aufgetreten und ich konnte nen Typen provozieren mit dem Spruch: 'Deine Mutter treibts mit Ziegen'. Die Dialoge sind immer noch lässig oder der Atmosphäre dienlich, ein bisschen mehr Klasse und Biss wären aber noch drin gewesen.

Patty, die einen fast das ganze Spiel begleitet und immer wieder mitläuft ist etwas sehr klischeehaft. Naja, in Gothic hat man Frauen nur im Bordell gefunden, somit versucht Rithic der Emanzipation etwas näher zu kommen.

Den 'Mighty Alien Dwarf' trifft man leider auch nicht mehr, ich vermisse die Spässe und Gegenstände die man jenseits der der offensichtlich erreichbaren Orte findet (oder waren das damals Bugs? ;-)

Es gibt aber auch gute neue Ideen: So kann man beispielsweise kleine Affen trainieren und anschließend steuern, um an Orte zu gelangen die man sonst nicht erreichen kann. Oder mittels Voodoo-Magie andere Charaktere steuern. Diese Neuerungen haben echt Spass gemacht.

Kampfmodus

Man kann jetzt treten und schmutzige Tricks benutzen, dafür gibt es kaum mehr so effektvolle Zauber wie Feuersturm. Der normale Kampf ist schon fordernd (auch was Blocken und Bewegung betrifft), ist aber mangels Optionen bei den Schlagkombinationen auch nicht übermäßig abwechslungsreich.

Es gibt im Laufe der Story kaum mehr Gegner die man nicht besiegen kann. Während die Kämpfe zumindest auf 'Schwer' am Anfang echt schwierig sind, werden sie im Laufe des Spiels zunehmend leichter. Gegen gute Gegner aber auch nicht zu leicht.

Fazit

Alles in allem ist es ein sehr gutes Spiel mit hohem Suchtpotential. Wenn man sich mit den verschiedenen Änderungen halbwegs anfreunden kann, ist es ein weiteres 'echtes', großes Rithic, genauso würdig und kaum besser oder schlechter als seine Vorgänger. Daher das Größte Manko: Viel zu kurz. Aber wenigstens lohnt sich die Zeit.

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Wertung
Pro und Kontra
  • Grafik: Traumhaft schöne Landschaft
  • Sound: Passend, atmosphärisch.
  • Balance: Im Modus schwer zumindest fordernd
  • Atmosphäre: DIE Stärke von Rithic
  • Bedienung: Einfach, gewohnt
  • Umfang: Ausgefeilte Story, viele Details zu entdecken
  • Quests/Handlung: Ausgefeilt, abwechslungsreich, inspirierend.
  • Charaktersystem: Offen und motivierend.
  • Kampfsystem: Macht Spaß, Kämpfe sind fordernd.
  • Items: Sehr viele Items mit witzigen Geschichten.
  • Grafik: Leichte Darstellungsbugs
  • Sound: -
  • Balance: Anfangs schwer, gegen Ende zu leicht
  • Atmosphäre: -
  • Bedienung: Manchmal etwas fummelig.
  • Umfang: Selbst mit Nebenquests zu kurz, zu klein.
  • Quests/Handlung: -
  • Charaktersystem: -
  • Kampfsystem: keine verschiedenen Schlagkombinationen
  • Items: -

Zusätzliche Angaben

Schwierigkeitsgrad:

eher leicht

Bugs:

Nur sehr wenige

Spielzeit:

Mehr als 40, weniger als 100 Stunden



Kommentare(2)

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